Weil am Rhein Schachclubs freuen sich über das Interesse

Ines Bode
Sich mit anderen Schachspielern zu messen, ist ein Anreiz für viele, bei Turnieren mitzumischen. Foto: Ines Bode

Mit einem „Tag der Vereine“ ist die Aktion „Faszination Schach“ zu Ende gegangen.

Schach sei „in“, sagte Margrit Malachowski, die Jugendleiterin des Schachclubs Dreiländereck. Und Markus Haag vom Schachclub Brombach berichtete von 20 Neuzugängen im vergangenen halben Jahr – folglich lief es rund bei der jüngsten Aktion „Faszination Schach“. Für viele kleine und große Besucher der „Dreiländergalerie“ führte der Weg direkt in die untere Etage ins temporäre Schachzentrum. Die meisten kamen nicht zum ersten Mal, und ein gehöriger Anteil stieß neu hinzu. Als Abschluss standen das „3-Land-Jugend-Rapid“, ein Turnier für alle Altersstufen an, sowie das Blitz-Masters-Finale an. Der Beste durfte sich Gewinner des Dreiländergalerie-Cups nennen.

„Kinder freuen sich über Pokale“, wusste Malachowski zu berichten. Und sie freuten sich über die Preise, sprich Spielekästen, die es für jedes angemeldete Kind am Samstag gab. Um Rangelei zu vermeiden, durfte sich jeder vorher seinen Preis aussuchen. Kein Wunder, dass die Jugendleiterin unentwegt die Frage beantworten musste: „Wann ist Siegerehrung?“ Auch andere Fragen werden gestellt. Beispielsweise von Eltern, die sich lange nach Anmeldeschluss erkundigten, ob der Sprössling mitmachen dürfe. Das sei nicht möglich, aber ein Spiel sei drin. „Irgendjemand wird sich finden“, meinte die Jugendleiterin und wies vage in Richtung Tische. Und siehe da: Keine drei Minuten später war der Nachzügler in eine Partie vertieft.

Typische Denkerposen

Im Bereich der U18 und U20, die als eine Einheit gewertet wurden, waren auch alle konzentriert. Beobachten ließen sich typische Denkerposen: gespreizte Hand an der Stirn, Faust unterm Kinn, angestrengte Blicke oder anhaltendes Zappeln mit dem Bein. „Die Älteren spielen heute zusammen“, erklärte Haag, ansonsten seien U10, U12 und U16 gemeldet. Insgesamt lagen 38 Anmeldungen vor, etwa aus Basel.

Zur Frage, wie die Woche für ihn gelaufen sei, erzählte er, einen Schachfreund getroffen zu haben. 40 Jahre habe er ihn nicht gesehen, heute wohne er in Zürich. Heraus kam eine neue schöne Kooperationsidee. Dann berichtete er von einem U16er-Jungen aus Grenzach-Wyhlen. Dieser tauchte unlängst ohne Vereinserfahrung auf, und wurde zum Abräumer, mit der Folge, dass Haag ihn zur Badischen Meisterschaft anmeldete. Prompt holte er Platz 6. Auch der Brombacher Jugendleiter Uwe Wehrle hat gute Erinnerungen: Ein Mädchen habe beim Blitzturnier am Dienstag gegen die Kontrahentin vom vergangenen Mal gewonnen. Beide waren über den Ausgang überrascht. Sein Schützling habe sich in den letzten Monaten eben weiterentwickelt, meinte Wehrle.

Sich stetig verbessern, das will auch Timo Hösli aus Haltingen, einer der starken Spieler von „Margrit“. Sie könne sich nicht beschweren, schmunzelte die Weiler Jugendchefin, Kinder wie Timo habe sie viele. Jedoch sei er der einzige Jüngere, der sich für die Endrunde des Blitzturniers qualifizieren konnte. Die anderen seien wesentlich älter.

Auch Schachspiele als Preis

Dann fiel endlich der Startschuss zur Siegerehrung. Jedes Kind freute sich über einen großen bunten Kasten. Timo griff zielgerichtet zu einem hellen Stoffsäckchen und einem Stück weißer Pappe. Beides entpuppte sich als Schachspiel. Zwei habe er schon daheim, gibt der Zehnjährige Auskunft. Haag, der sich um die Beschaffung kümmerte, sagte dazu: Drei Schachspiele habe er unter die Spielsachen geschmuggelt – und alle seien weg.

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