„Brandmeldeanlage hat ausgelöst“: Häufig handelt es sich bei dieser Einsatzart um einen Fehlalarm, wie die Freiwillige Feuerwehr erst am Sonntagabend bei der Vitra erfahren musste. Dennoch sieht der Weiler Wehr-Sprecher Markus Utke die weitere Verbreitung von Rauchmeldern als Gewinn an, die größeren Schaden verhindern helfen.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Die Brandmeldeanlagen in Weiler Firmen können aus unterschiedlichen Gründen die Wehr auf den Plan rufen. Eigentlich sind die Geräte so konzipiert, dass sie bei Feuer oder starkem Rauch Alarm schlagen. Doch oft hat es auch andere Gründe: Vor einer Woche sorgte ein Badegast im Laguna dafür, dass sein Wunsch, gut zu riechen, die Wehr beschäftigte. Das versprühte Deo gelangte zum Melder, der dann losging. „Die Brandmeldeanlage unterscheidet nicht zwischen Brandrauch und Nebel“, erklärt Utke. Solch ein Fall sei aber die absolute Ausnahme, so der stellvertretende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Weil am Rhein.

Häufiger seien es Handwerker, die Staub aufwirbeln oder mit den Schweißgeräten für einen Brandalarm sorgen. So musste die Wehr am 28. Februar und direkt am 1. März noch einmal zu Endress+Hauser ausrücken, wo die Brandmeldeanlage ausgelöst hatte. „Das Unternehmen baut gerade um“, weiß Utke mittlerweile um die Gründe.

Zu Raymond, wo sowohl Kunststoff- als auch Metallteile produziert werden, rückte die Wehr ebenfalls schon häufiger aus. Utke: „Das Unternehmen hat es aber nun gut im Griff.“ Die Wartung der Anlage sowie die Schulung von Fremdfirmen, die im Einsatz sind, tragen damit Früchte. Dass auch im Rhein-Center die Zahl der Fehlalarme deutlich zurückgegangen ist, freut die Wehrleute ebenso, auch wenn sie nicht immer dafür eine Erklärung parat haben. Schließlich kann schon eine Spinne für einen Brandalarm sorgen, wenn sie über die entsprechende kleine Lichtschranke im Melder läuft.

Sobald eine Brandmeldeanlage Alarm schlägt, rückt ein Löschzug aus. Das heißt: mit Führungsfahrzeug, zwei Löschfahrzeugen und einer Drehleiter sowie rund 22 Wehrleuten – „egal, ob bei einem Betrieb oder einem Eigenheimbrandmelder“, erklärt der Wehrsprecher.

Klar sei es ärgerlich, wenn es sich dann um einen Fehlarm handle. Doch das gehöre zum täglichen Geschäft. „Feuerwehr ist kein Hobby mehr, das ist Leidenschaft“, spürt Utke auch keinen Groll bei den Kameraden, wenn sie schon wieder eigentlich unnötig vom Arbeitsplatz, Küchentisch oder aus dem Bett geholt wurden und mindestens eine Stunde dann „umsonst“ ausgerückt sind. Die Tätigkeit als Wehrleute sei nicht gleichzusetzen mit dem Engagement im Sportverein. „Die Wehrleute wollen helfen. Man kommt, wenn man kann.“ Den Firmen werde dann der Einsatz in Rechnung gestellt.

Mit den Brandmeldern könne außerdem Schlimmeres verhindert werden, verweist er auf den Einsatz am Donnerstag in Friedlingen, wo der Rauchmelder frühzeitig den Brand laut gemeldet hat. „In der Vergangenheit hat man solch einen Brand erst bemerkt, wenn die Flammen aus den Fenstern geschlagen sind.“ Nun könne frühzeitiger eingegriffen werden. „Der Schaden wäre sonst größer gewesen.“ Wer einen Brandmelder habe, werde nicht im Schlaf überrascht. Und wer nicht zu Hause ist, muss womöglich bei der Rückkehr nicht mehr auf eine große Brandruine blicken. Utke: „Brandmelder sind sinnvoll.“