Weil am Rhein „Schokolade für die Seele“ schmeckt

Das 20-jährige Bestehen der Artothek wurde mit einem Empfang begangen. Foto: Daniela Buch

Weil am Rhein - Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Artothek in der Stadtbibliothek wurde am Samstag mit einem Empfang im Beisein von beteiligten Künstlern und Vertretern der lokalen Politik und Kultur gefeiert und Bilanz gezogen.

Ähnliche Angebote wie die Artothek gebe es erst wieder nördlich von Freiburg oder am Bodensee, stellte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz fest. „Es ist eine schöne Einrichtung, die über die Stadtgrenzen hinaus geht.“ Die Artothek sei dabei in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn. Künstler hätten die Möglichkeit, ihre Bilder zu zeigen und zu verkaufen. Für die Entleiher bedeute die Gebühr nur einige wenige Cent pro Tag, was auch aus finanzieller Sicht interessant sei. Als Herausforderung sieht Dietz den Umstand, dass es nicht immer freie Wände gebe, an die man die Bilder hängen könne, denn Kunstwerke erbe man oder kaufe sie in der Regel.

Mit 110 Werken ist die Artothek seinerzeit gestartet, heute sind es mit 280 Werken mehr als doppelt so viele, berichtete Ellen Benz, Leiterin der Stadtbibliothek. Kunst sei „Schokolade für die Seele“.

Über Stockwerke verteilt

Längst werden die Kunstwerke nicht nur im Veranstaltungsraum, sondern auch über die beiden Stockwerke der Stadtbibliothek verteilt ausgestellt. Immer wieder können auch neue Künstler dazugewonnen werden, jüngst 17 an der Zahl. Insgesamt stellten 100 Künstler ihre Arbeiten für die Artothek zur Verfügung, die von Bibliothekarin Carmen Heilmann-Lieberum betreut wird. Etwa zwei Drittel sind auch zu kaufen. Sämtliche Werke, die zur Ausleihe stehen, aber eventuell nicht vor Ort in der Bibliothek zu sehen, da sie gerade verliehen sind, können auf der Homepage der Stadtbibliothek mit Angaben über die genauen Maße eingesehen werden.

Neben dem Jubiläum der Artothek erinnerte Benz auch an den Festakt zur Eröffnung der Stadtbibliothek in der umgestalteten Kirche, der exakt am 17. November 1994 stattgefunden hatte. Kulturamtsleiter Tonio Paßlick bezeichnete die Artothek als „notwendige und schlüssige“ Einrichtung in Weil am Rhein, da die Stadt innerhalb des Oberzentrums in der Region einen Kunstschwerpunkt entwickelt habe. Kunst erlebe man in Weil am Rhein an vielen Orten: den Ateliers im Kulturzentrum Kesselhaus, in der städtischen Galerie Stapflehus, über den Kunstverein, sowie spezielle, international bekannte Galerien wie die Colab Gallery in Friedlingen, das Kieswerk im Dreiländergarten, die Galerie Stahlberger, die Galerie Hahnemann im Art-Dorf Ötlingen und nicht zuletzt auch im Vitra Design Museum mit Campus. Dazu gebe es in Weil am Rhein zwei extra ausgewiesene Kunstwege: den Regio-Kunstweg und die Kunstgalerie entlang der Hauptstraße mit Kunstwerken im öffentlichen Raum. Als jüngste Initiative nannte Paßlick die Graffiti-Werke an drei Häuserfassaden an der Bayerstraße in Friedlingen.

Zum Rahmenprogramm während der verlängerten Öffnungszeiten der Jubiläums-Artothek gehörte der Schnellzeichner Steve Theurer aus dem Raum Stuttgart, der auf Wunsch Karikaturen von den Besuchern anfertigte. Die Vernissage wurde von Celine Huber (Gesang) und Oliver Fabro (E-Gitarre) rockig umrahmt.

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