Weil am Rhein Schüler betätigen sich als Gärtner

Pädagoge Harald Jasper mit den gartenbegeisterten Schülern Aylin, Alessandra, Paul, Muhammed und Maik (von links). Foto: Saskia Scherer

Weil am Rhein - Salat anbauen, Erdbeeren ernten, aber auch Unkraut jäten – das und noch einiges mehr steht in der künftigen Gartenklasse an der Weiler Gemeinschaftsschule auf dem Plan. Erfahrungen werden bereits seit einiger Zeit gesammelt. Die Schüler sind mit Feuereifer dabei.

Neben dem Fußballplatz auf dem Schulgelände befindet sich ein kleiner Garten, in dem alles Mögliche wächst und gedeiht – von Lauch über Kartoffeln, Himbeeren und Heidelbeeren bis hin zu Kohlrabi. Auch mehrere Apfel- und Birnbäume stehen dort. Ein Insektenhotel bietet den kleinen Lebewesen, die sich dort tummeln, ein Zuhause.

Gartenarbeit näher bringen

„Nur noch wenige Schüler kennen Gartenarbeit – so lernen sie, wie das alles funktioniert“, erklärte Schulleiter Burkhard Keller beim gestrigen Pressetermin. „Wir wollen das Bewusstsein wecken.“ Und Interesse ist da: Für die Gartenklasse, die im kommenden Schuljahr die künftige 5b sein wird, sind bereits 23 Kinder angemeldet worden. Daneben gibt es übrigens auch noch eine Bläser- sowie eine Sportklasse. Das gewählte Profil erstreckt sich über drei Schuljahre.

Schon jetzt sind einige Schüler im Garten aktiv: zum einen Mitglieder der Garten-AG, aber auch Kinder aus der jetzigen 5b und 6b. Verantwortlich für das Projekt ist der Pädagoge Harald Jasper vom Diakonischen Werk. „Es geht nicht nur ums Gärtnern, sondern auch darum, die Jahreszeiten kennenzulernen oder handelnd zu lernen.“ Denn auch Mathematik werde im Garten angewandt, beispielsweise, um die Fläche eines Beets zu berechnen. Auch Ethik sei Thema. „Wir fragen uns zum Beispiel, wie unserer Vorfahren gelebt haben.“

Laut Keller ist ein hohes Engagement nötig – schließlich müssen die Pflanzen auch in den Ferien regelmäßig gegossen werden. Aber das funktioniere gut. Jasper und verschiedene Lehrer helfen mit. Die Schüler bringen zudem eigene Ideen ein: Aufgebaut wurden bereits ein Steinhaufen für Eidechsen und eine Vogeltränke. Ein Komposthaufen und ein Barfußpfad sollen folgen.

Jurte als Rückzugsort

Als Rückzugsort dient eine mongolische Jurte, in der die Schüler gestern ihre selbst angebauten Produkte servierten. Das Zelt steht aber nicht nur den Gartenkindern offen, sondern ist auch in der Mittagspause geöffnet. „Hier ist eigentlich immer was los“, erzählte der Sechstklässler Maik, der gemeinsam mit seinem Klassenkamerad Paul auch einer der „Jurtenmeister“ ist. In der Jurte könne man spielen oder „chillen“, im Winter sorgt ein Ofen für Behaglichkeit.

Rund vier bis fünf Stunden pro Woche verbringen die Schüler insgesamt im Garten, weiß Jasper – nicht nur unter seiner Obhut, sondern auch mit ihren Lehrern.

„So sieht Schule als Lebenswelt aus“, lobte Volker Hentschel vom Diakonischen Werk, das neben der Schulsozialarbeit auch Unterstützung von pädagogischen Angeboten bietet. Getragen wird Jaspers Stelle von der Stadt Weil am Rhein. Hentschels Dank galt auch der Firma Ulrich Pfefferer aus Müllheim, die bei Bedarf beratend zur Seite steht und unter anderem kostenlose Wasserfässer zur Verfügung gestellt hat.

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