Weil am Rhein Schüler lernen Berufsbilder kennen

Weiler Zeitung, 13.03.2018 22:00 Uhr

An der Realschule Dreiländereck in Weil am Rhein dreht sich derzeit alles um das Thema Berufsorientierung. An den zwei so genannten Bors-Tagen stellen sich Firmen vor, es gibt Betriebsbesichtigungen und ein Bewerbertraining.

Von Saskia Scherer

Weil am Rhein. Für die Firmenvorstellungen, die gestern in den verschiedenen Klassenzimmern der Realschule angeboten wurden, durften die Schüler zwei Wünsche äußern. Die Achtklässlerin Semina Dedukic will Polizistin werden, deshalb hat sie sich für den Zoll entschieden, weil das Berufsbild „in eine ähnliche Richtung“ abziele, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt.

Ihre Mitschülerin Nur Büklü kann sich vorstellen, später als Architektin zu arbeiten. „Das Zeichnen reizt mich“, sagt sie. Auch Innenarchitektur käme in Frage, weil sie sich für das Thema Einrichten interessiert. Heute werfen die beiden noch bei der Sparkasse einen Blick hinter die Kulissen. „Wir wollen sehen, wie dort gearbeitet wird“, sagen die Mädchen.

„Normalerweise sieht man ja nur den Schalterbereich“, erklärt Ulrike Löhle von der Sparkasse. Bei der Betriebsbesichtigung können die Schüler einen tieferen Einblick erhalten und die anderen Tätigkeiten kennenlernen. „Uns geht es außerdem darum, die jungen Menschen zu begeistern“, erklärt Löhle weiter. Oft kämen diese mit der Vorstellung, dass die Mittlere Reife für eine Karriere bei der Bank nicht ausreiche. „Dem ist aber überhaupt nicht so, deshalb wollen wir die verschiedenen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten aufzeigen.“

Die Neuntklässlerin Annika Müller, die später entweder beim Zoll arbeiten oder Physiotherapeutin werden will, erhofft sich Einblicke in die Berufe und Informationen zur Ausbildung. „Allerdings gibt es bei den Firmenvorstellungen nur begrenzt Plätze, deshalb wird man zum Teil auch einem Beruf zugeteilt, der einen nicht so sehr interessiert“, meint sie. Heute steht für sie ein Bewerbertraining an, bei dem es nicht nur Tipps für die Bewerbungsunterlagen, sondern auch für Vorstellungsgespräche gibt. „Im Unterricht hatten wir das aber auch schon“, erzählt sie.

Schüler erhalten neue Impulse

Ihr Mitschüler Karl Wingerdt will Krankenpfleger werden. „Man kann mit Menschen arbeiten und ihnen helfen, das macht mir Spaß“, sagt er. Allerdings bieten die Krankenhäuser im Rahmen der Bors-Tage nichts an, deshalb sei die Veranstaltung für ihn wenig hilfreich.

Bei der Firma Bayer stellen Auszubildende die Berufe Pharmakant, Chemielaborant und Mechatroniker vor. Es gibt Infos zur Dauer der Ausbildung, zu den Prüfungen und natürlich zu den Inhalten. Ausbildungsleiterin Claudia Radfelder findet es sehr wichtig, dass die Realschule die Berufsorientierungstage veranstaltet. „Die Schüler schätzen es auch, Impulse zu erhalten“, meint sie. Die Bors-Tage seien toll gestaltet. „Da steckt viel Organisation dahinter“, lobt Radfelder. Zum Teil würden nach der Firmenvorstellung auch Praktikumswünsche geäußert. „Unsere Auszubildenden gewinnen wir ebenfalls oft über Praktika“, erklärt Radfelder. Und selbst, wenn es einem Praktikanten nicht gefalle, „hatte es trotzdem einen Nutzen“.

Auch die Stadtverwaltung Weil am Rhein stellt sich vor. „Es zeigt sich immer wieder, dass die Jugendlichen nicht unbedingt wissen, welche Möglichkeiten die Stadt bietet“, weiß Personalleiter Christoph Braun. Deshalb wolle man den Schülern zeigen, welche Berufe man dort erlernen kann – auch mit der Mittleren Reife als Abschluss. „Viele sind noch orientierungslos, und so können wir Anreize schaffen.“