Weil am Rhein (sc). In Grafenhausen ist Julius Selb, der heute seinen 85. Geburtstag feiert, geboren. Mit drei älteren Geschwistern und einer Zwillingsschwester ist der Jubilar dort aufgewachsen, hat nach der Schule eine Lehre als Maurer begonnen. Die Eltern betrieben eine Landwirtschaft.

Nach dem zweiten Lehrjahr musste die Lehre abgebrochen werden, da der Vater krank wurde und Julius Selb die Arbeiten auf dem Hof übernehmen musste. Im Winter, wenn wenig Arbeiten für einen Bauern anstanden, war er als Waldarbeiter tätig. Dabei kam es zu einem folgenschweren Unfall, der den damals jungen Mann nach 21 Monaten im Gips-Bett in den Rollstuhl brachte. Eine Nachbarin erwies sich als hilfreich, sie kannte einen Professor aus Bern, nach dessen Therapie Julius Selb wieder gehen konnte.

Das Arbeiten in der elterlichen Landwirschaft war jedoch unmöglich geworden. Und wieder war es die Nachbarin, die die Verbindung zur Bundesbahn hatte, so dass der Jubilar eine Anstellung als Betriebsmeister in Efringen-Kirchen fand. Aufgrund gesundheitlicher Probleme wechselte Julius Selb schließlich und wurde Messgehilfe bei einem Bahningenieur. 1985 trat er in den Ruhestand.

Mit seiner Frau Brigitte, die er 1953 im Schwarzwald kennengelernt hatte und die er 1955 heiratete, hat der Jubilar vier Kinder. Vier Enkel und zwei Urenkel gehören zwischenzeitlich zur Familie. Seit 1961 ist das Züchten von Kaninchen die große Leidenschaft von Julius Selb. Im Kleintierzuchtverein C 201 war er Mitinitiator beim Bau der Zuchtanlage, zwei Jahre brachte er sich als zweiter Vorsitzender ein, und 38 Jahre war er ein gefragter Zuchtwart. Noch heute trifft er sich gerne mit den anderen Züchtern, und sein Rat ist, obwohl er seine Tiere abgeschafft hat, noch immer gesucht.

Nach dem Tod seine Frau fand Julius Selb in Margot Basler eine liebevolle und treue Weggefährtin. Gemeinsam gestaltet das Paar, soweit es die Gesundheit erlaubt, das Leben. Der Geburtstag wird im Kreis der Familie gefeiert.