Weil am Rhein Seit Jahrzehnten eine Institution

Ob Kabarett, Comedy oder Musik – das Theater am Mühlenrain (TAM) am Mühlenrain 19 erweist sich seit mehr als 30 Jahren als vielseitige Kleinkunstbühne. In der zweiten Folge unserer Sommerserie „Lebensader Hauptstraße“ blicken wir hinter die Kulissen des Theaterbetriebs.

Weil am Rhein. Klaus-Peter Klein ist zufrieden. „Im vergangenen Jahr haben wir die Zuschauerzahlen im Vergleich zum Jahr davor fast verdoppelt“, sagt der Leiter des Theaters am Mühlenrain im Gespräch mit unserer Zeitung. Volles Haus gab es etwa beim bisher jüngsten Gastspiel des alemannisch singenden Musikerduos „D’Knaschtbrüeder“, und das, obwohl parallel dazu in der Innenstadt das Bläserfestival stattfand. Klein hat das TAM im März 2017 übernommen.

Gefragte Komödien

Die Komödien im TAM werden ebenfalls stets sehr gut angenommen. Dazu gehören auch die Eigenproduktionen, etwa das aktuelle Stück „Einmal New York“, das bereits im April, Mai und Juni gespielt wurde und nach den Sommerferien ab 6. September wieder an den Wochenenden aufgeführt wird.

Die derzeit sechs Schauspieler der hauseigenen Theatergruppe bringen unter der Regie von Emine Akman die Geschichte des früheren Komikers Johannes Junker auf die Bühne. Dieser träumt davon, seinem Altersheimdasein zu entfliehen und nach New York zu reisen. Neben Klaus-Peter Klein selbst treten Christine Krauth, Sabine Iles, Karin Drändle, Caroline Bendel und Manfred Scheewe auf. Sandra Trefzer, welche ebenfalls zu den festen Stützen des TAM-Ensembles gehört, hat laut Klein in diesem Jahr eine Auszeit genommen.

„Bei der Auswahl der Stücke geht es stets um die Frage: Wer ist dieses Jahr dabei?“, erklärt der Theaterleiter. Dabei gelte die Regel, dass der Stamm des Ensembles jedes Jahr auftreten können soll. Regie bei den Stücken führt Akman. „Wir haben Spaß, und das überträgt sich im Idealfall auch auf die Zuschauer“, ist Klein überzeugt.

Verschiedene Angebote

Besonders freut der 64-jährige Impresario sich darüber, dass mit der 22-jährigen Caroline Bendel auch junges Blut zur Gruppe gehört. „Sie ist über Emine Akman zum Theaterspielen gekommen“, erzählt er. Akman leitet das Angebot des Kinder- und Jugendtheaters. Daneben ist sie für den Theaterclub zuständig, in denen auch Unerfahrene sich ausprobieren können. Immer samstags von 13 bis 15 Uhr gibt es dort Übungen zu Stimm- und Sprachtechniken sowie freie Spielszenen. Während der Schulferien findet zudem täglich von 10 bis 14 Uhr ein Theatercamp statt, in dem ebenfalls die Grundlagen des Schauspielens vermittelt werden.

Theaterleiter ist stolz

Klaus-Peter Klein hat das TAM 2017 von der Stadt Weil am Rhein gepachtet, nachdem dessen Gründer Erwin Sütterlin sich nach 30 Jahren zurückgezogen hat. Vor allem im ersten Jahr hinterfragte er seine Arbeit nach jedem Programmpunkt, der weniger gut beim Publikum ankam. „Aber das mache ich mittlerweile nicht mehr, denn Erklärungen dafür findet man in den wenigsten Fällen.“ Einmal musste eine Vorstellung sogar ein paar Tage vorher abgesagt werden, da der Vorverkauf schleppend lief und der betreffende Künstler aus Berlin hätte anreisen müssen. „Aber das sind absolute Ausnahmen“, betont Klein. „Wir können mit stolzgeschwellter Brust sagen: Das TAM hat einen guten Namen, und wir brauchen uns nicht zu verstecken.“

Dass Klein seit dem Jahr 2013 auch Narrenmeister, also Präsident des Vereins Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) ist, dem 80 Zünfte mit mehr als 30 000 Mitgliedern angehören, sorgt mitunter für Synergien, wie der 64-Jährige schmunzelnd auf entsprechende Nachfrage einräumt. „Vor allem am Anfang kamen immer wieder Fasnachtskollegen, um zu schauen, was ich im TAM so mache.“

 Nähere Informationen und das vollständige Programm finden sich im Internet unter www.tam-weil.de.

Unter dem Titel „Lebensader Hauptstraße“ steht die Sommerserie unser Zeitung. Vier Wochen lang blicken wir von Montag bis Samstag darauf, welche interessanten Personen, Plätze und Gegebenheiten es zwischen dem Zoll in Alt-Weil bis zur Dreiländerbrücke in Friedlingen gibt.

Bereits erschienen: Folge 1, 12. August: Zollamt

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