Weil am Rhein Selbstverteidigung durch Aufmerksamkeit

Einige interessierte Senioren, die sich dem Thema „Selbstverteidigung“ im Rahmen des Sommerprogramms der Stadtverwaltung widmeten. Hinten links Referent Thomas Weber Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein. Wie sich gegen Trickdiebe oder gar körperlich Übergriffe vorsehen? Bei der Selbstverteidigung für Senioren im Rahmen des Sommerprogramms wurde den Teilnehmern erklärt, dass Aufmerksamkeit und richtiges Verhalten in kritischen Situationen die erste und wichtigste Form der Selbstverteidigung sind.

Thomas Weber, Gründer eines Weiler Sicherheitsunternehmens, klärte unter anderem über typisches Vorgehen von Trickdieben auf. Etwa vorgetäuschte Hustenanfälle oder weinende Kinder in der Nähe von Geldautomaten, um so für Ablenkung zu sorgen und dann zuzugreifen. Ein weiterer Trick sei, auf einen platten Reifen oder einen anderen vermeintlichen Schaden am Auto hinzuweisen, um den Fahrer aus dem Auto zu locken, damit während der „Schadensbegutachtung“ ein Komplize die Handtasche oder andere Wertgegenstände vom Beifahrersitz nimmt.

Weber riet den Teilnehmern zwar nicht, grundsätzlich misstrauisch zu werden, sensibilisierte aber dafür, dass es auf belebten Straßen oder Plätzen ratsam ist, genug Abstand zu Fußgängern zu halten. Und schon gar nicht aus „Dank“ etwa spontane Umarmungen zuzulassen von fremden Menschen, die lediglich eine Auskunft haben wollen. Betrüger können dabei geschickt Halsketten und Uhren lösen. Sinnvoll sei auch, bei kleineren Besorgungen nur einen Geldbeutel mit möglichst wenig Inhalt mitzunehmen.

Ein wichtiges Thema war auch der sogenannte Enkeltrick. Anhand eines Films wurden Situationen gezeigt, wie ältere Menschen selbst in ihrem Zuhause immer wieder hinters Licht geführt werden. Es sei nicht ausreichend, nur nach dem Namen des Enkels zu fragen, den Betrüger im Vorfeld leicht recherchieren können, sondern lieber nach dem Geburtsdatum.

Körperhaltung ist wichtig

Um sich gegen mögliche körperliche Übergriffe zu wappnen, sollte man auf dem Nachhauseweg dunkle und einsame Wege meiden und bereits rechtzeitig den Hausschlüssel in die Hand nehmen, so Weber. Als kleine Übungseinheit wurde im Anschluss geübt, mit lauter Stimme „Stopp!“ zu rufen, um andere Passanten auf sich aufmerksam zu machen. Einen größeren Effekt erziele dieser Ausruf, wenn er mit hoch gehaltenen Händen bekräftigt werde. Der Referent betonte generell die Rolle der richtigen Körperhaltung, die Einfluss auf eine Situation haben könne.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

  • Bewertung
    1

Newsticker

blank

Umfrage

Schulstreik in Hamburg

Mit dem Beginn des Schuljahrs werden die Klimaproteste fortgeführt. Für Freitag hat die Fridays-For-Future-Bewegung in 115 Ländern wieder zum Schulstreik aufgerufen. Was halten Sie davon?

Ergebnis anzeigen
loading