Weil am Rhein Sich den Herausforderungen gestellt

Bernhard Nopper (2.v.l.) wurde von (von links) Schulamtsdirektorin Regina Höfler, OB Wolfgang Dietz, Hauptamtsleiterin Annette Huber und Norbert Nußbaumer (Sachgebietsleiter Schulen und Sport) verabschiedet.                                       Foto: Saskia Scherer

Weil am Rhein -  Bernhard Nopper ist als Leiter der Friedlinger Rheinschule gestern in den Ruhestand verabschiedet worden. „Was immer er gemacht hat, geschah voller Einsatz, Überzeugung und Herzblut – und dazu unkompliziert und lösungsorientiert“, lobte Schulamtsdirektorin Regina Höfler.

Über die Jahre habe er immer das Gefühl gehabt, dass bei Nopper die Dinge in guten Händen sind, sagte OB Wolfgang Dietz. Die Rheinschule sei gut aufgestellt – und dabei sei sie nicht die einfachste Schule. 89 Prozent der Kinder haben einen Migrationshintergrund, eine Vielzahl noch einen ausländischen Pass: „Es ist eine Herausforderung.“ Diese habe Nopper gut angenommen.

Der OB hob zudem die gute Vernetzung des scheidenden Schulleiters hervor, ob nun mit der Stadtjugendpflege, dem Stadtteilverein Friedlingen oder anderen Institutionen.

Mit vielen Stationen

Höfler ließ Noppers Laufbahn Revue passieren, die viele Stationen umfasst. „Es gibt wenige Kollegen, die so vielfältig engagiert waren.“ Nachdem er die Schule in Grenzach-Wyhlen besucht hatte, studierte er an der Pädagogischen Hochschule in Lörrach die Fächer Kunst und Deutsch mit dem Schwerpunkt Hauptschule. „Aber es war damals eine üble Zeit für Lehrer. Niemand wurde eingestellt“, wusste Höfler zu berichten.

Und so absolvierte Nopper nach dem erfolgreichen zweiten Staatsexamen eine Fortbildung zum Organisationsprogrammierer und ging nach Koblenz. „Doch sein Lehrerherz schlug trotzdem.“ Er bot Deutschkurse an der Deutschen Angestellten-Akademie an.

Als es wieder Lehrerstellen gab, fand der Rheinschulleiter den Weg zurück in die Region und unterrichtete an einer Schule in Schwörstadt. „Der damalige Rektor hob seine Initiative, Hilfsbereitschaft und Fortbildungsbereitschaft besonders hervor.“

Ein Versetzungswunsch

Schließlich äußerte Nopper einen Versetzungswunsch. „Er wollte an eine größere oder die größte Brennpunktschule in Weil, Lörrach oder Rheinfelden. Das lesen wir selten“, schmunzelte Höfler. Die Schule in Schwörstadt sei eine der „Paradiesschulen“ gewesen. „Das wurde mir zu idyllisch“, sagte Nopper. Schließlich kam er an die Schillerschule in Rheinfelden. „Dort hat es aber gar nicht so gebrodelt. Es war eine tolle Zeit.“

Es folgte eine Stelle als Konrektor an der Lindenschule in Grenzach-Wyhlen, dann widmete er sich selbst der Ausbildung von Lehrkräften. Dies gab er erst auf, als er 2016 zum Schulleiter der Rheinschule bestellt wurde. Nopper war nach einer längeren Vakanz angefragt worden. „Und er hat nicht lange nachgedacht. Er war immer offen für neue Herausforderungen“, sagte die Schulamtsdirektorin.

Immer wieder veröffentlichte er Beiträge in Fachzeitschriften, engagierte sich für die Schulkunst-Ausstellung und war Teil einer landesweiten Arbeitsgruppe für die Erstellung und Weiterentwicklung von Fortbildungsmaterial, zählte Höfler auf. Sein Herzensprojekt sei die Lernwerkstatt in Inzlingen gewesen.

„Wenn die Pädagogische Hochschule in Lörrach nicht geschlossen worden wäre, ich würde wohl heute noch dort studieren“, lachte Nopper. Dort habe er eine der tollsten Zeiten erlebt. Beim Arbeitsamt sei ihm anschließend eine Stelle als Revierschäfer angeboten worden, die er aber wegen Heuschnupfens ablehnte, bemerkte er mit einem Augenzwinkern.

Bei der Rheinschule habe er gewusst, worauf er sich einlasse. „Und ich habe es gerne gemacht. Es ist nach wie vor spannend.“ Jetzt könne er eigentlich so richtig loslegen. Aber es stehe eine pädagogische Umstellung an. „Und das sollte jemand angehen, der noch mehr als zwei Jahre an der Schule vor sich hat.“ Er bleibe der Rheinschule aber erhalten, im Förderverein und vielleicht im Nachmittagsangebot. „Und sonst habe ich mein Wohnmobil und kann einfach losfahren.“

Bernhard Noppers Nachfolgerin wird Christin Sigwart, die bisherige Leiterin der Lörracher Eichendorff-Grundschule. „Sie wird es gut machen. Wenn sie ruft, stehe ich ihr auch zur Seite. Und wenn nicht, mische ich mich nicht ein“, sagte Nopper.

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