Weil am Rhein- Spendenkampagne Erst der Sturm, dann ein Feuer

Ines Bode
Lassen sich trotz diverser Rückschläge nicht unterkriegen: Kerstin und Dieter Bache. Foto: Ines Bode

Als es im Januar in der Gärtnerei Bache gebrannt hat, war das nur einer von zahlreichen Schicksalsschlägen im vergangenen Jahr. Eine Spendenaktion soll beim Wiederaufbau helfen.

Als Kerstin Bache am Montag dieser Woche von dem Spendenaufruf erfuhr, habe sie kurz überlegt und dann der Tochter eine Nachricht geschrieben: „Warst du das?“ Zurück kam ein verhaltenes „Ja“, denn Katharina Haupt hatte sich nur mit dem Bruder beraten. Die Freude der Mutter indes könnte nicht größer sein.

Über 110 Scheiben gingen zu Bruch

Das Unheil begann ihr zufolge im Sommer 2022. Ein Unwetter mit Hagel verursachte immense Schäden am Dach des verglasten Gewächshauses in der Domhofstraße am Friedhof. Über 110 Scheiben gingen zu Bruch, die größten sind 1,80 Meter lang und knapp einen Meter breit, kleinere sind 1,50 Meter lang. Insgesamt war über die Hälfte der Scheiben zerbrochen. Der nächste Schock folgte im Juni 2023.

Eine Linde fällt um

Ein Sturm legte die Krone einer Linde vom Straßenrand auf das Dach des Blumengeschäfts. Gerade hatte ihr Mann Dieter Bache alles parallel zum üblichen Betrieb repariert, da holte der nächste Sturm das meterlange Vordach des Ladens herunter, um es in die Beetreihen des Freigeländes zu fegen. Das war im August 2023. Erst teilweise konnte er das Vordach wiederherstellen. Denn im Januar diesen Jahres wurde der Plan umgesetzt, das Geschäft etwas umzubauen und zu renovieren.

Der nunmehr vierte Schock kam Ende Januar. Dieter Bache erzählt, er habe sich gefragt, als er kurz nach sieben Uhr beim Blumengeschäft eintraf, was da für ein Schlauch vor der Tür liege. Er sah nach, wohin dieser führe und stand vor dem verkohlten Unterstand für Geräte und Fahrzeuge. Dazu muss man wissen, dass die Baches nicht bei der Gärtnerei wohnen. Die Polizei sprach zwar von einem Carport. Es handelte sich aber um eine offene Remise ist, die das vierfache eines normalen Carports misst. Als Kerstin Bache eintraf, konnte sie das Unglück nicht fassen. Benachrichtigt wurden sie nicht. Ein Nachbar hatte die Feuerwehr gerufen, da das Gebäude aus Holz lichterloh brannte.

Dankbar für den Notruf der Nachbarn

Hier wurde die Maschine zum Kranzbinden, der Häcksler sowie Werkzeug und mehr gelagert. Fast alles ist kaputt. Auch das alte Motorrad, das Weihnachten als Deko diene, hat seinen Teil abbekommen. Kerstin Bache trauert ein wenig ihrem Efeu nach, der wegen besonders kräftiger Blätter wichtig für die Gebinde war. Gleichwohl ist die Familie sehr dankbar, dass die Nachbarn den Notruf absetzten und, dass die Löschmannschaft schnell vor Ort war. Nicht auszudenken, wenn es den frisch renovierten Laden getroffen hätte.

„Es ist alles schwierig im Moment, aber wir geben nicht auf“

Die kriminaltechnische Untersuchung nun habe ergeben, dass es anders als zunächst vermutet kein technischer Defekt war. „Hier draußen war Ende Januar alles feucht“, sagen die Baches. Folglich muss jemand nachgeholfen haben. Und der Carport alias Unterstand war nicht versichert. „Es ist alles schwierig im Moment“, meint Kerstin Bache, aber „wir geben nicht auf“.

Vor gut fünfzehn Jahren hat ihr Mann den Betrieb von seiner Mutter übernommen. 40 Jahre ist es her, als zum 1937 gegründeten Gärtnerei-Betrieb ein Laden hinzugefügt wurde. Davor stiefelte man einfach ins Gewächshaus. Manche Kunden haben das beibehalten, aber das störe sie gar nicht, betont Kerstin Bache. Aktuell freut sie sich über ihre bunten Tulpen, die werden direkt von der Zwiebel geschnitten. Zukaufen komme für sie nicht in Frage.

Das Spendenkonto weist die Wunschsumme von 2000 Euro auf. Soviel kostet ein neuer Unterstand. Tochter Katharina Haupt nutzt eine Internet-Plattform. „Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diese Kampagne unterstützen, um einem Traditionsbetrieb zu helfen”, heißt es auf dem GoFundMe-Spendenaufruf. Der Link dazu: www.gofundme.com/f/erst-der-sturm-jetzt-ein-feuer.

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