Weil am Rhein Stadt als Erlebnisort wahrnehmen

Die Planung konzentriert sich ganz besonders auf das Bläserfestival sowie das Kieswerk-Open-Air.Foto: Marco Fraune Foto: Weiler Zeitung

Die finanziellen Ressourcen der Stadt sind auch im Kulturbereich begrenzt. Daher wird klar definiert, wohin das Geld fließen soll. Der Weiler Fokus liegt auf Kulturprojekten, die kulturpolitisch sinnvoll sind und ohne öffentliche Zuwendung nicht möglich wären. Grundsätzlich werde dabei das gesamte Angebot der Region berücksichtigt.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Ob eine Stadt geeignete Rahmenbedingungen schaffe, erkenne man am wachsenden Angebot, erläuterte der scheidende Kulturamtsleiter Tonio Paßlick in einer Beschlussvorlage zur Bezuschussung der städtischen Kulturveranstaltungen im nächsten Jahr. „Über den ,Kulturkalender’ wird versucht, dabei eine passende terminliche Verteilung zu steuern.“

Die Auswahlkriterien

Zentrale Auswahlkriterien dienen für das Kulturamt als Richtschnur. So müssten die Veranstaltungen laut dem Leiter in ihrer Konzeption Menschen, Vereine, Gruppen und Institutionen in der Stadt berücksichtigen und damit möglichst gute Rahmenbedingungen für kreatives Engagement schaffen. „Das ist wesentlich zeitintensiver als die ausschließliche Organisation zu steuern“, weiß Paßlick aus jahrzehntelanger Erfahrung in der Führungsposition.

Beim Blick über den Tellerrand ist dem Verantwortlichen außerdem wichtig, dass Festivals und Reihen sich im Gesamtangebot der Region behaupten können. „Sinnvoll sind Projekte, die der Kontinuität der eingeführten Reihen und Veranstaltungsakzente entsprechen und gleichzeitig versuchen, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten neue Ideen und Konzepte anzubieten.“ Daher konzentriere sich die Planung ganz besonders auf das Bläserfestival sowie das Kieswerk-Open-Air, wobei die Resonanz auf beide Veranstaltungen stark vom Wetter abhänge. Hinzu kommen noch kleine Einzelveranstaltungen, die entweder in Reihen oder unter einer Marke aufgeführt werden, wobei hier auf die „Weiler Bluesnächte“ oder auch das „Forum Interpretation“ verwiesen wird.

Der Anspruch

Grundsätzlich und inhaltlich sollte die Planung des Kultur-Veranstaltungsprogramms laut dem Kulturamtsleiter verschiedenen Ansprüchen gerecht werden – „der Anspruch, die Stadt als Erlebnisort wahrzunehmen, erfordert eine Grundversorgung in den unterschiedlichsten Bereichen, die in den Stadtquartieren und für alle Altersgruppen ausgewogen verteilt sein sollte“, führt Paßlick weiter aus. „Das Programm sollte einerseits die unterschiedlichen Bevölkerungsschichten ansprechen und andererseits die Weiterentwicklung kultureller Werte und Qualitäten fördern.“

Geringe Eintrittsgelder

Mit der relativ starken Angebotsvielfalt erhalte die Förderung und Berücksichtigung von lokalen und regionalen Talenten und Potenzialen „genügend Freiraum“, findet der Kulturamtsleiter. Konzertreihen oder Theaterproduktionen würden deshalb in Weil am Rhein vor allem als Plattform für schöpferische regionale Kräfte gesehen und nur von vereinzelten Akzenten mit attraktiven Auftritten internationaler Künstler bereichert. „Es macht Sinn, die Aktivitäten in Weil am Rhein unter Berücksichtigung der Agglomeration und der vorhandenen Milieus in der Stadt zu sehen“, erläutert Paßlick weiter. „Möglichst niedrige Barrieren bedeuten auch geringere Eintrittsgelder.“ Schon häufig habe man seitens des Weiler Kulturamts die Beobachtung gemacht, dass ein Kirchenkonzert auf Kollektenbasis mehr Besucher und mehr Einnahmen erbringe als ein Konzert mit marktüblichen Eintrittsgebühren.

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