Weil am Rhein Stadt setzt auf ihr Profil

Foto: Marco Fraune Foto: Weiler Zeitung

Zahlreiche Kulturveranstaltungen stehen im kommenden Jahr wieder in Weil am Rhein im Kalender. Bei der Auswahl wird laut Kulturamtsleiter Tonio Paßlick auch darauf geachtet, was ein Profil für die Stadt bringe. Somit dürfen sich die Besucher wieder auf Bewährtes wie Bläserfestival, Kieswerk-Open-Air, Kulturnacht oder den Markgräfler Musikherbst freuen.

Von Saskia Scherer

Weil am Rhein. „Wir versuchen aber auch, eine Nischenpolitik zu verfolgen“, erklärte Paßlick bei der Vorstellung des Programms im Kultur-, Sport- und Verwaltungsausschuss. Dabei orientieren sich die Veranstalter an dem Angebot, das es schon in der Region gibt, und man setze auch auf grenzüberschreitende Kooperationen.

Programm

Das internationale Bläserfestival wird vom 25. bis zum 27. Juni wieder an drei Tagen kombiniert mit dem Weindorf in der Innenstadt veranstaltet. „Mit ,Hazmet Modine’ ist eine der bekanntesten Bluesgruppen dabei“, kündigte Paßlick an. Beim Kieswerk-Open-Air werden vom 30. Juli bis 9. August wieder verschiedene Kinofilme unter freiem Himmel gezeigt. „Hätten wir dieses Jahr nicht Pech mit dem Wetter gehabt, wäre wieder ein Rekord-Besucherergebnis erzielt worden“, war Paßlick überzeugt.

Die im Jahr 2016 eingeführte „Kulturnacht LöWe“ mit der Stadt Lörrach findet alle zwei Jahre statt, 2020 steht die dritte Auflage an. Und zwar mit einem neuen Schwerpunkt: „Die meisten Veranstaltungen werden in Haltingen und Ötlingen organisiert.“

Die Weiler Bluesnächte gehören ebenfalls zu eigenständigen Profilen innerhalb der Region. Sechs Konzerte sind 2020 geplant, vor allem im Kesselhaus, wo auch von Beginn an ein Konzert im Rahmen der deutsch-französischen Kooperation zwischen dem Triangle und dem Kesselhaus zu einer Beteiligung beim Hüninger Festival „CompliCité“ geführt hat. Bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit profitiere man auch von einem „Marketing-Mix“, so Paßlick. Im Kesselhaus, das nächstes Jahr Jubiläum feiert, stehen auch viele wiederkehrende Veranstaltungen auf dem Programm, wie Figurentheater, Erzählabende, Theater-Inszenierungen mit Tempus fugit oder der Kunsthandwerksmarkt.

Der Markgräfler Musikherbst habe noch nicht „den touristischen Durchschlag“ gefunden, sei aber qualitativ gut.

Hinzu kommen laut Paßlick natürlich noch andere Veranstaltungen, wie von der Volkshochschule, der Stadtbibliothek, Kirchenkonzerte oder Dreilandprojekte. Auch das Urban-Art-Projekt in Friedlingen werde fortgesetzt. Die Zusammenarbeit mit dem Theater am Mühlenrain sei ebenfalls ausgezeichnet, erläuterte Paßlick auf Nachfrage von Matthias Dirrigl (SPD). Das Programm dort mit seinem Fokus auf Komödien und Mundarttheaterstücken ergänze die Veranstaltungen sehr gut.

Kosten

Es wird mit Ausgaben in Höhe von rund 359 000 und Einnahmen von 186 000 Euro gerechnet, so dass unterm Strich Kosten von etwa 173 000 Euro stehen. Größte Posten sind das Bläserfestival mit Ausgaben in Höhe von 130 000 Euro (Einnahmen: 64 000) und das Kieswerk-Open-Air, das mit 104 000 Euro zu Buche schlägt (Sponsoring: 101 000 Euro).

Rund die Hälfte der Einnahmen wird aus Erlösen für Marketing und Sponsoring erwirtschaftet, was nicht unter Ticket-Einnahmen im Haushalt berücksichtigt wird, heißt es in der Vorlage. Das sei beabsichtigt, da Weil seit Jahrzehnten nicht nur eine „partizipative Kulturpolitik“ verfolge, sondern auch die Zugangsschwellen durch günstigen oder freien Eintritt möglichst niedrig halten will.

Stimmen

Oberbürgermeister Wolfgang Dietz lobte die „bunte Palette“. „The same procedure as every year – aber in der Tiefe und Breite absolut bewundernswert“, lobte Wolfgang Roth-Greiner (FDP). „Weil darf sich sehen lassen.“ Was Paßlick mit seinem kleinen Team auf die Beine stelle, sei toll. Den finanziellen Rahmen bezeichnete Roth-Greiner als vernünftig. Irmgard Lorenz (Grüne) bedankte sich ebenfalls für die „tolle Arbeit“. „Wir müssen nicht nach Basel gehen.“ Sorge bereite ihr jedoch, wer einmal in Paßlicks Fußstapfen treten könne. „Solche Stellen werden ausgeschrieben“, erklärte Dietz. Paßlick verfüge auch über gute Kontakte. „Aber niemand kann geklont werden“, war dem OB klar. Paßlick wird voraussichtlich 2021 in den Ruhestand gehen. Claus Weibezahl (CDU) schloss sich den Vorrednern an und freute sich, dass auch die Trachtengruppe so engagiert sei und das Kreistrachtenfest 2020 in Weil stattfindet. „Das ist eine Bereicherung.“

Der KSVA hat das Kulturprogramm für das Jahr 2020 einstimmig als Empfehlung für den Gemeinderat beschlossen. Dieser wird gebeten, die dafür notwendigen Mittel im Haushalt zu berücksichtigen.

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