Weil am Rhein Tagesmütter berichten vom Alltag

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Tagesmütter oder -väter betreuen Kinder zu Hause. Foto: Christin Klose/dpa

Weil am Rhein - Die Kindertagespflege ist eine gleichberechtigte Alternative zur Kita für Kinder unter drei Jahren. Im September beginnt der neue Qualifizierungskurs zur Kindertagespflegeperson beim Familienzentrum Wunderfitz in Weil am Rhein. Die Tagesmütter Fabienne Miebach und Sabine Bräunlin berichten aus ihrem Berufsalltag.

Miebach arbeitet seit Februar 2021 als Tagesmutter, heißt es in einer Mitteilung des Wunderfitz. „Ich habe schon immer gerne mit Kindern gearbeitet. Ich wollte gerne einen Job, der ,krisensicher’ ist und mir Freude macht“, sagt sie. „Durch meinen eigenen Sohn habe ich gemerkt, dass ich das Alter unter drei spannend finde und dass gute Betreuungsplätze hier in der Gegend sehr gefragt sind.“ Bräunlin ist selbst Mutter von mittlerweile vier erwachsenen Kindern und ihr hat die Erziehung und die Beschäftigung mit ihren Kindern immer viel Freude bereitet. „Der Qualifizierungskurs beim Fachdienst in Weil hat meine Entscheidung, Tagesmutter zu werden, bestärkt“, erklärt sie.

Der Arbeitstag

Zwischen 8 und 8.30 Uhr kommen die Kinder bei Miebach an und spielen etwas, während sie das Frühstück zubereitet, dann wird gemeinsam gegessen. „Im Anschluss gehen wir raus, egal wie das Wetter ist, manchmal fahren wir mit den Pukys durchs Dorf oder sandeln im Garten.“ Das Mittagessen kocht sie am Abend für den nächsten Tag vor. Danach werden die meisten Kinder abgeholt und sie holt gegen 13 Uhr ihren eigenen Sohn vom Kindergarten ab. „Es kann gut sein, dass mich ein Tageskind zum Kindergarten begleitet, wenn es an dem Tag bis 14 Uhr bleibt.“

Auch bei Bräunlin kommen die Kinder in der Regel ab 8 Uhr. Bis alle da sind, können sie sich frei beschäftigen. Dann begrüßen wir uns mit einem gemeinsamen Lied und haben eine kleine Zwischenmahlzeit. Im Anschluss gehen wir raus, gerne machen wir eine Fahrt mit dem Krippenwagen in die nahegelegene Natur.“ Gegen 11 Uhr gibt es Mittagessen, danach schlafen die meisten Kinder. In dieser Zeit räumt die Tagesmutter die Küche auf. „Am Nachmittag verbringen wir die Zeit im Spielzimmer mit puzzeln, singen und spielen, bis um 16 Uhr das letzte Kind abgeholt wird“, erzählt Bräunlin.

Zu Hause arbeiten

Zu Hause zu arbeiten bringe für sie viele Vorteile, sagt Sabine Bräunlin. „Ich bestimme den Tagesablauf, außerdem bestimme ich meine Arbeitszeiten. Den Freitag habe ich mir beispielsweise freigehalten.“ Als Tagesmutter darf sie bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreuen, aber sie kann auch weniger nehmen. Fabienne Miebach hatte in ihrem vorherigen Job schon viel Home-Office. „Im Grunde empfinde ich das auch als sehr positiv. Ich fühle mich hier wohl, habe alles, was ich brauche und kann sogar meinen Sohn mit einbeziehen.“ Als Nachteil nennt sie, dass „die Arbeit“ überall im Haus zu sehen ist. So ist das Wohnzimmer voller Spielzeug, Kinderstühle stehen am Esstisch und ein Wickeltisch in der Ecke. „Aber welcher Mutter mit kleinen Kindern geht das nicht so?“

Mit Begeisterung

Am meisten begeistern Miebach die fröhlichen Kinderaugen oder wenn die Kinder mit ausgebreiteten Armen zu ihr laufen, sagt sie. „Wie stolz sie ihren Eltern ihre Bastelarbeiten präsentieren. Wenn sie sich müde in meine Arme kuscheln. Wenn sie beim Spielen vor Freude quieken und lachen“, schwärmt sie.

Bräunlin begeistert es jeden Tag aufs Neue, wenn sie sieht, dass die Kleinen gerne kommen – „und die Begeisterungsfähigkeit für kleine Dinge ist einfach ansteckend“. Beeindruckend findet sie, wie schnell Kinder lernen und dass sie bei ihrer Entwicklung dabei sein darf.

Eine gute Vorbereitung

Der Qualifizierungskurs zur Kindertagespflegeperson bereite einen gut auf die tägliche Arbeit mit den Kindern vor, findet Miebach. Alles Wichtige zum Thema Selbstständigkeit, Versicherungen, Gehalt, Steuererklärung wird erläutert, dazu alle rechtlichen Grundlagen zum Thema Kindertagespflege. Neben diesen formalen Themeneinheiten befasst man sich auch viel mit pädagogischen Themen wie Kindererziehung, Bindungsaufbau, Kinderschutz und Kinderrechte sowie Erste Hilfe bei Kleinkindern.

Wer sich für die Qualifizierung zur Tagesmutter oder zum Tagesvater interessiert, kann sich an das Familienzentrum Wunderfitz in Weil am Rhein wenden. Als Ansprechpartnerin steht Julia Faißt per E-Mail (j.faisst@wufi-weil.de) oder Tel. 07621/ 9368850 zur Verfügung.

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