Weil am Rhein Tam ist ab sofort wieder zu

SB-Import-Eidos
Aufgrund der Coronaverordnung sind die Vorstellungen im Tam abgesagt. Foto: Scherer

Weil am Rhein (mcf). Die neuen Corona-Regeln sorgen dafür, dass das Theater am Mühlenrain (Tam) wenige Tage nach der Wiedereröffnung schon wieder schließt. Sämtliche Vorstellungen der Komödie „Sex isch gsünder als Kopfsalat“ wurden am Mittwoch von Hans-Peter Klein abgesagt. Der Theaterbetreiber rechnet nicht damit, dass sich die Corona-Lage zeitnah bessert, sondern die Alarmstufe II „ein letztes Aufbäumen vor dem Lockdown“ ist.

Die Stadt als Vermieter hatte Klein angesichts der Pandemie-Folgen die Miete für das vergangene Jahr erlassen. Im Rathaus liegt bereits ein Antrag auf Erlass für dieses Jahr. „Solange die Stadt keine Miete möchte, kann ich das Dahinvegetieren des Theaters aufrechterhalten.“ Künstler würden gerne spielen und Eigenproduktionen lägen vor. Daher sei klar: „Die Zukunft des Tam hängt an der Stadt.“ Da diese das Gebäude mit dem Ziel gekauft habe, hier das Theater zu erhalten, hofft er auf den Mieterlass. „Man weiß es aber nicht.“

Dass er am Boden zerstört sei, hält Klein als Beschreibung der Gemütslage für etwas übertrieben. Vielmehr sei er ein Mensch, der das Corona-Thema ernst nehme. „Als Veranstalter hat man ein gewisses Maß an Verantwortung. Daher erfolge die Schließung. Gleichzeitig unterstreicht Klein, dass er für das Theater lebe, aber nicht von ihm leben muss. „Ansonsten wäre das Tam schon Geschichte.“

Die konkreten Gründe für die Schließung: Die restlichen sieben 2021er-Vorstellungen waren schon zu 80 Prozent ausverkauft. Doch laut den Vorgaben dürften diese nur zur Hälfte gefüllt sein: 40 könnten rein, 30 müssten ausgeladen werden. Die Rückabwicklung kostet Geld, 2,50 Euro pro Ticket.

Ein neuer Vorverkauf mit halber Belegung ist für Klein aufgrund der unklaren Lage keine Option. „Das wäre ein Kraftakt“, der sich angesichts der steigenden Corona-Zahlen wohl nicht lohne.

Die Corona-Tests seien mit der 2Gplus-Regel nicht das Problem, da dies für viele Menschen nun zum Alltag gehöre. Vielmehr entstehen nun Rückbuchungs-Kosten auch durch den angeschafften Getränkevorrat. „Es wird finanziell eng“, hofft er neben der Stadt auch auf zwei treue Sponsoren. Und außerdem setzt er für die Zukunft auf eine steigende Impfquote.

  • Bewertung
    3

Umfrage

Impfung

Was halten Sie von den Forderungen nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht?
Ergebnis anzeigen
loading