Weil am Rhein Teichaufwertung: natürliches Gleichgewicht erhalten

Weil am Rhein (pin). Unter dem Dach des Trinationalen Umweltzentrums (Truz) engagieren sich 50 Umweltinitiativen, Gebietskörperschaften, Institutionen und Unternehmen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz für regionalen und grenzüberschreitenden Umweltschutz. So auch bei der Fachtagung „Natur – Erholung – grenzenlos: Natur im Spannungsfeld zwischen Bewahrung und Erholung“ mit einer Exkursion zur Rheininsel und beim Aktionstag mit dem Lions Club im Naturschutzgebiet Kiesgrube Käppelin.

Nach einer Kurzexkursion und Einführung in das Naturschutzgebiet stand die „Teichaufwertung“ an. Dabei wurden Äste, Laub, Algen und Wasserpflanzen sowie die Vegetation am Uferrand entfernt. „Die Natur braucht uns nicht, aber wir die Natur“, ist ein oft gehörtes Zitat. Dass die Natur uns aber offenbar doch braucht, zum Schutz, zur Erhaltung oder auch Wiederherstellung, dafür ist die ehemalige Kiesgrube Käppelin ein klassisches Beispiel.

Seit 2003 ist sie als Naturschutzgebiet anerkannt, was erst durch den Einsatz einer Arbeitsgemeinschaft, besonders durch Fritz Raschdorf, möglich wurde. In der Kiesgrube sind heute alle Stufen der Sukzession anzutreffen. Sie ist ein Lebensraum für besonders viele Tierarten. Seit 1995 wird das vom Truz entwickelte Pflege- und Entwicklungskonzept ehrenamtlich umgesetzt, da es von den hauptamtlichen Mitarbeitern allein nicht zu bewältigen ist.

Sabine Theil, Präsidentin des Lions Club Weil am Rhein, und Frank Maike vom Truz leiteten die Aktion „Teichaufwertung“. Maike konnte als Naturschutzfachkraft und Schutzgebietsbetreuer wertvolle Tipps und Erläuterungen geben. Mit Rechen und ähnlichem Arbeitsgerät ausgerüstet gingen die Teilnehmer unter fachlicher Anleitung von Frank Maike und Alexander Uecker an den Teichen ans Werk und befreiten sie von Algen, Moos, Laub, Pflanzen und Teichrosen, damit die Teiche als Lebensraum für Pflanzen und Tiere erhalten bleiben.

Die entfernten Algen und Pflanzenreste wurden am Ufer abgelegt, damit Kleinstlebewesen und beispielsweise Libellenlarven in die Teiche zurückkehren können. Frank Maike fand bei den Pflege- und Optimierungsarbeiten so manche Libellenlarve, die nach Betrachtung durch die Teilnehmer wieder in den Teichen landete.

Angesichts des sonnigen Herbstwetters waren zahlreiche Libellen unterwegs, die den Stellenwert dieses Lebensraums deutlich machten. Frösche, Kröten, Unken, Molche und andere Amphibien werden weiterhin einen geeigneten Lebensraum haben. Eine Aktion, die zwar nur ein kleiner Schritt war, aber im großen Reigen des Naturschutzes ein wichtiger Beitrag zu Arterhaltung, Artenvielfalt und zum Erhalt des biologischen Gleichgewichts beigetragen hat.

Derzeit betreut das Truz 50 Flächen, auf denen Bäume und Sträucher gepflanzt, extensive Wiesen gepflegt, Pflanzen geschnitten und unerwünschte Pflanzen wie Goldrute oder Springkraut entfernt werden. Lebensräume, Gewässer und Feuchtgebiete werden angelegt, Ausgleichsflächen gepflegt und aufgewertet und der Erfolg dieser Arbeiten kontrolliert.

Die Exkursion auf dem Kiesgrubengelände veranschaulichte diese Aufgabenstellungen eindrucksvoll und bestätigte allen Teilnehmern den Sinn und praktischen Nutzen ihres Einsatzes. Die Entwicklung einer Metropolregion Dreiländereck und Naturschutz sind also nicht zwangsläufig ein Interessenskonflikt, denn die Menschen brauchen und gebrauchen die Natur für das eigene „Gleichgewicht“.

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