Weil am Rhein Tigermücke plagt Bürger

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 Foto: B. Pluskota (KABS/IfD)

Die Asiatische Tigermücke bereitet derzeit fast in der gesamten Weiler Gartenstadt erhebliche Probleme. Einzelne Funde gab es in jüngster Zeit auch schon über die Hauptstraße hinweg in Richtung Vitra. Betroffen ist nun auch der Tüllinger, heißt es seitens der Stadt auf Nachfrage unserer Zeitung.

Weil am Rhein (wz/sas). In den Sozialen Medien klagen Bürger ihr Leid: „Bei uns ist es so schlimm (Nähe Gartenstadt), dass wir keine Sekunde in den Garten können, ohne aufgefressen zu werden“, heißt es etwa. Eine Familie in Alt-Weil sitzt laut eigenen Angaben seit Wochen abends nur noch drinnen, weil es im Garten nicht auszuhalten sei.

Bitte um Mithilfe

Diplom-Biologin Petra Koops, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Stadtverwaltung für die Bekämpfung der Tigermücke verantwortlich zeichnet, erklärt: Die Situation wird schlimmer aufgrund der gleichbleibend hohen Temperaturen. Und so sei es umso wichtiger, dass die Bewohner in den betroffenen Gebieten bei der Suche nach Brutstätten mit offenen Augen über ihr Grundstück laufen. Denn: „Um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, sind wir auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen“, macht Koops klar. „Die Regenwassertonnen müssen abgedeckt oder mit Bti (einem natürlichen, bakteriellen Protein) behandelt werden, das ist das A und O“, ergänzt sie. Die Abdeckung kann mit Netzen erfolgen, die man als Insektenschutz am Fenster anbringt, oder auch mit undurchlässigen Tüchern, die jedoch nicht das Wasser berühren dürften.

Schnelle Entwicklung

Auch kleinste Wasserbehälter, wie zum Beispiel Teelichter und Gießkannen oder Eimer, sollten entfernt werden, da sie zu Brutstätten werden können. „Die Entwicklung der Larven zur ausgewachsenen Mücke dauert bei den derzeitigen Temperaturen nur etwa fünf bis sechs Tage. Wenn dieser Kreislauf nicht unterbrochen wird, wird sich die Belastung in den Gärten weiter verstärken“, macht Koops deutlich. Auch Fallrohre sollten unbedingt angesehen werden und deren verstopfte Siebe gegebenenfalls gereinigt werden. Brunnen, die nicht in Betrieb sind, sind ebenfalls eine ideale Brutstätte. „Auch alte Tonnen, in denen sich eigentlich kein Wasser befinden sollte, müssen geöffnet werden“, betont die Biologin. Zudem sollte nach in den Boden eingelassenen Sonnenschirmständern geschaut werden. „So etwas wird häufig übersehen“, weiß sie.

Betroffene Haushalte sollen sich unbedingt bei der Stadtverwaltung melden. „Es ist von enormer Bedeutung, dass wir wissen, wo die Tigermücken sind. Dann können wir gezielte Maßnahmen ergreifen“, sagt Koops. Außerdem können Bti-Tabletten im Rathaus bei der Polizeiabteilung kostenlos abgeholt werden.

Sprays oder lange Kleidung

Insektenschutzsprays wie Autan oder Anti-Brumm könnten durchaus schützen. „Jedoch sollte man unbedingt darauf achten, dass genug und regelmäßig Mückenmittel auf die Haut aufgetragen wird“, erklärt Koops. Auch das Tragen von geschlossener Kleidung im Freien würde vor den aggressiven Insekten schützen.

In den stark betroffenen Gebieten werden derzeit verstärkt Bekämpfungsmaßnahmen vorgenommen. Die Mitarbeiter suchen bis in den Oktober hinein mehrmals die betroffenen Stadtteile und Straßenzüge auf und helfen mit, die Brutstätten zu beseitigen beziehungsweise die Bekämpfung vor Ort vorzunehmen. Die Stadt beschäftigt derzeit sechs Mitarbeiter auf Minijobbasis. Damit die Bekämpfung intensiviert werden kann, werden weitere Helfer dringend gesucht.

Nicht alle gewähren Zugang

Die Stadtverwaltung bittet die Weiler außerdem, den Mitarbeitern Zugang zu ihren Außenanlagen zu gewähren. Man befinde sich mitten in der Kampagne, die nun auch neue Gebiete umfasst. Auffällig sei, dass die betroffenen Menschen sich nun vermehrt melden würden. Viele hätten schon davon gehört und mitbekommen, dass die Stadt Bekämpfungsmaßnahmen durchführt.

„Die meisten Leute sind froh, wenn wir kommen und lassen uns auf ihr Grundstück. Viele sehen ein, dass etwas getan werden muss.“ Aber es gebe auch Bürger, die von einer Bekämpfung nichts wissen wollen und den Mitarbeitern der Stadt keinen Zugang zu ihrem Grundstück gewähren.

Erfolge in Friedlingen

Erfolge gibt es in Friedlingen zu vermelden. Dort war 2019 zum ersten Mal die Tigermücke auf Weiler Gemarkung in Erscheinung getreten. Die Lage in Friedlingen habe sich dank der gemeinsamen Maßnahmen der Bevölkerung und der Verwaltung stark verbessert.

Tigermückenfunde sollten unter Tel. 0170/7431033 oder per E-Mail an tigermuecke@weil-am-rhein.de gemeldet werden. Es werden weitere Helfer gesucht. Interessierte können sich unter der oben genannten Telefonnummer melden. Weitere Infos zur Tigermücke gibt es unter www.weil-am-rhein.de/start/rathaus/asiatische+tigermuecke.

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