Weil am Rhein Tonnenweise Schotter und kilometerlange Gleise

Weil am Rhein-Haltingen - Die Bahn-Bauarbeiten nehmen in Haltingen kräftig Fahrt auf. Wann das dortige Bahnhofsgebäude genau abgerissen wird, ist noch unklar. Ein Augenmerk richtet die Stadt derzeit auf den Märktweg, der von einigen Autofahrern als unerwünschte Umleitungsstrecke genutzt wird. Für Radfahrer könnte sich zudem noch etwas ändern.

Die westliche Gleistrasse ist zwischen Haltingen und Weil am Rhein seit zwei Wochen in Betrieb, womit der gesamte Zugverkehr in diesem Bereich über die neue Strecke führt. Damit erfolgte zugleich der nun deutlich sichtbare Start des Baus der östlichen Gleistrasse, wo zwei neue Gleise für den Personenverkehr entstehen, da der Güterverkehr künftig über die westliche Trasse geführt wird. Für den Haltepunkt Haltingen und den Bahnhof Weil baut die Bahn zudem zwei neue Nahverkehrsgleise. Bis zur Inbetriebnahme des gesamten Streckenabschnitts zwischen Haltingen und Weil wird gegen Ende 2026 gerechnet, womit am Bahnhof Haltingen in alle Fahrtrichtungen ein barrierefreier Zu- und Ausstieg möglich sein soll. „Bis dahin werden Reisende durch Aushänge in den Zügen und am Bahnhof über Einschränkungen während der Bauzeit informiert“, so die Bahn.

Rückbau gestartet

Erst einmal wurde nun mit dem Rückbau der alten Rheintalbahntrasse begonnen, um den Bau der östlichen Gleistrasse zu ermöglichen. 4400 Meter Gleise und 6000 Tonnen Schotter werden ebenso ausgebaut wie Kabel und Signale entfernt. Davon betroffen sind auch einige Brückenbauwerke.

Im Bereich nördlich des Bahnhofsgebäudes Haltingen wird die Brücke Kanderstraße über die Heldelinger Straße in diesen Tagen abgerissen. Zwei bis drei Monate soll dies dauern, wobei Bahn-Sprecher Michael Bressmer hier noch auf die zuletzt kommunizierten Angaben verweist. „Aktuell sehen die Planungen vor, dass die Stahlbrücke südlich des Fußgängerstegs in Haltingen am 16./ 17. Mai mit einem Kran ausgehoben werden“, liefert er auf Anfrage den aktuellen Stand.

Ende dieser Woche beginnt laut Bahn-Mitteilung im Bereich der Heldelinger Straße von Samstag, 2. Mai, bis Montag, 4. Mai, jeweils von 23.30 bis 5 Uhr, die Herstellung der Baugrube für die neue Unterführung Heldelinger Straße, wobei angesichts der eingesetzten Vibrationsramme es dabei zu Lärmbeeinträchtigungen kommen könne.

Wann hingegen mit dem Rückbau des Bahnhofsgebäudes in Haltingen gestartet wird, stehe noch nicht fest. Bressmer: „Einen konkreten Termin gibt es leider noch nicht.“ Mitte Mai sei aber avisiert. Gemeinsam mit der Stadt Weil am Rhein plane die Bahn zudem die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds.

Erfahrungen mit Umleitung

Erster Bürgermeister Christoph Huber richtet seinen Blick in diesen Tagen nicht nur auf die eigentlichen Arbeiten, sondern vor allem auf die damit verbundene Umleitung.

Vor wenigen Jahren sei die Heldelinger Unterführung schon einmal gesperrt gewesen. Seinerzeit habe die Umleitung über die Festhallenbrücke und den Bromenackerweg erfolgen müssen. „Nun sind wir in der komfortablen Situation der Umleitung über die Nordwestumfahrung.“

Doch einige ortskundige Verkehrsteilnehmer wollen es bequemer haben, bemerkt Huber. So werde auch der Weg über den Märktweg gewählt. Doch dort gebe es eine Rechts-vor-Links-Regelung sowie zahlreiche parkende Autos. Einige Beschwerden hat der Erste Bürgermeister schon von Anwohnern auf dem Tisch, was jedoch im „überschaubaren Rahmen“ sei. Solange dies so bleibe, werde die Stadt hier auch nicht nachjustieren müssen. Denn ansonsten würde der vorhandene Verkehr auch nur verlagert.

Zugleich appelliert Huber aktuell vor allem an die Vernunft der Autofahrer, möglichst die ausgewiesene Umleitungsstrecke über die Nordwestumfahrung zu wählen. Auf dem Märktweg werde außerdem in der nächsten Zeit der Gemeindevollzugsdienst die Höchstgeschwindigkeit kontrollieren, ebenso wie in anderen Bereichen der Stadt auch wieder, da die zeitintensive Kontrolle der Corona-Verordnung dies zuletzt nicht mehr zuließ.

Ampel weiter in Betrieb

Die Abwicklung der eigentlichen Bahn-Baustelle in Haltingen laufe wie besprochen, ist Huber zufrieden. Dies gelte hingegen nicht für die Radfahrerführung. Sobald die Schule wieder anlaufe und mehr Verkehr die Folge ist, müsse die Umleitung verbessert werden. Heißt: Velofahrer sollen großzügiger um den Bereich gelotst werden, damit deren Sicherheit nicht vom Schwer- und Baustellenverkehr zu sehr gefährdet ist.

Dass die Ampelanlage an der B3/Heldelinger Straße trotz Sperrung noch in Betrieb ist, begründet Huber mit dem Baustellenverkehr, der von der Heldelinger Straße auf die Bundesstraße einbiegen muss. Gleiches gelte beispielsweise für Linksabbieger von der Großen Gass. Auch Fußgänger würden queren. „Die Ampel läuft aber verkehrsabhängig“, womit der B3-Verkehr fließen könne.

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