Weil am Rhein Trambrücke – ein spannender Koloss

Weil am Rhein (jas). Ende kommenden Jahres soll die Tram 8 zwischen Europaplatz und Basel verkehren. Am Montag gab es für 100 interessierte Bürger schon mal Informationen aus erster Hand über den Stand der Bauarbeiten und die derzeit spannendste Baustelle der Stadt: die neue Trambrücke.

Oberbürgermeister Wolfgang Dietz, der sich über die beachtliche Resonanz „auf der spektakulären Baustelle“ freute, erläuterte, dass die Arbeiten insgesamt gut im Zeitplan seien, Unvorhersehbares aber nicht passieren dürfe: „Wir fahren auf Kante“, sagte er. In Friedlingen sollen die Bauarbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Bis Ende 2014 soll die 30 Millionen Euro teure grenzüberschreitende Verkehrsverbindung in Betrieb gehen, bei der die Stadt Weil zehn bis 15 Prozent der Kosten stemmen müsse. „Bei so einem zukunftsträchtigen Projekt ist das ein guter Betrag“, fand Dietz.

Einen Eindruck vom aufwendigen Konstruktionsprinzip der Brücke gewannen die Besucher durch Bauingenieur Fritz Stribl vom Büro Leonhardt, Andrä und Partner. Die 170 Meter lange zweiteilige Brücke über das Gleisbett der Bahn besteht aus einer Bogenbrücke im Osten und einer flachen Vorlandbrücke als weitere Verbindung nach Friedlingen. Sie ruht auf zwei Widerlagern und vier Pfeilern.

1000 Meter Schweißnaht

Allein 450 Tonnen wird die 60 Meter lange und 15 bis 16 Meter breite Stahlkonstruktion der Bogenbrücke wiegen, die in riesigen Segmenten angeliefert wurde und derzeit am Europaplatz zusammengeschweißt wird. Ein Kilometer an Schweißnähten kommt so zusammen. Noch fehlt der 100 Tonnen schwere Bogen, der ab Ende nächster Woche montiert werden soll. Hängestangen werden den Bogen mit der Brücke verbinden. Die Anschlussstellen sind gut sichtbar, ebenso wie die 25 000 Kopfbolzendübel, die auf der gesamten Länge die 450 Tonnen schwere Betondecke mit der stählernen Brückenkons­truktion verbinden werden.

Insgesamt 900 Tonnen gilt es also bis zum Trennpfeiler, auf dem die beiden Brückenteile miteinander verbunden werden, zu befördern. Dazu werde die Brücke auf Schlitten über eine Teflonplatte gleiten, erläuterte Stribl. Das verringere den Reibungswiderstand, so dass nur noch für 90 Tonnen Kraft aufgebracht werden müssen, um die Brücke über Pressen und Seilen in die endgültige Position zu ziehen. 45 Stunden werden für den Vorgang benötigt – aufgeteilt auf drei Sonntage im Dezember.

Mit den Bauarbeiten für die Vorlandbrücke soll im Januar begonnen werden. Dann werden die acht bis zu 50 Tonnen schweren Stahlteile angeliefert, Stück für Stück über einen Rampenkran eingehoben und miteinander verschweißt. „Da gibt es nochmal was zu sehen,“ verriet Stribl.

Bis es soweit ist, müssen alle vier Brückenpfeiler stehen, erläuterte Rudolf Koger, der das Trampojekt auf Weiler Seite leitet. Mit dem Bau des Trennpfeilers werde in den nächsten Tagen begonnen, ein weiterer Pfeiler werde gebaut, wenn die Bahn das Baufeld vollends freigemacht hat. Die zwei östlichen Pfeiler stehen bereits und das Widerlager auf Friedlinger Seite werde gerade betoniert.

Steht die Brückenkonstruktion, folgt der Ausbau mit Fertigplatten, auf die eine 20 Zentimeter dicke Betonschicht und Gussasphalt aufgebracht werden, bevor die Basler Verkehrsbetriebe mit der Gleisverlegung beginnen können. Lange vorher schon sollen die Autofahrer aber in Friedlingen freie Fahrt haben. Bis Anfang Dezember, kündigte Koger an, sollen alle Arbeiten – auch diejenigen am Zollübergang – abgeschlossen sein.

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