Weil am Rhein Traumwandlerische Visionen und ostasiatische Philosophie

Weil am Rhein. In der Dialogausstellung „Ich träume von innen und außen“ des Weiler Kunstvereins, die am Freitag, 17. September, um 19 Uhr im Stapflehus eröffnet wird, treten zwei künstlerische Positionen aus unterschiedlichen Kulturen miteinander in Beziehung. Aussteller sind die deutsche Künstlerin Christine Fausten, mit Arbeits- und Lebensmittelpunkt in Basel und Burg im Leimental, und der japanische Künstler Takakazu Takeuchi, seit 2004 Dozent an der Universität der Künste, Präfektur Aichi. Sie haben sich in den 1990er-Jahren während ihrer gemeinsamen Studienzeit an der Düsseldorfer Kunstakademie kennengelernt.

Fokus der Ausstellung sind sowohl die Berührungspunkte ihrer künstlerischen Ansätze als auch die Erkundung des jeweils Fremden, wobei die Grundlagen und Schnittstellen beider Positionen in der tiefen Beschäftigung mit der Natur zu finden sind, heißt es in der Ankündigung.

Auf Einladung des Kunstvereins führt die Ausstellung bereits entstandene Arbeiten zusammen und bringt darüber hinaus neue, multi-mediale Kunstwerke in einen produktiven Dialog, der sowohl im Atelier von Fausten als auch während eines Arbeitsaufenthalts von Takeuchi im Sommer 2021 in Basel und Weil am Rhein aktualisiert wurde.

Arbeiten werden zusammengeführt

Ausgehend von einem umfangreichen Archiv an Materialien und Fundsachen lässt Fausten aus Pflanzenteilen, Papieren und Stoffen eine Welt erwachsen, die Ausdruck einer traumwandlerischen Vision ist. Risse und Einschnitte in Papieren und Stoffen, die in Verbindung mit ihrer Stimme und instrumentaler Begleitung zur materiellen Grundlage der Werke werden, zeugen dabei von der Verletzbarkeit der Natur, heißt es weiter.

Den Objekten, Materialcollagen und textilen Figuren von Fausten stehen die aus Erde erschaffenen Skulpturen und pflanzlichen Installationen von Takeuchi gegenüber. Angelehnt an die der ostasiatischen Philosophie entnommene Vorstellung des sich ständig wandelnden Lebens, verfolgt der japanische Künstler den Gedanken, dass ein Mensch sich zu allem wandeln kann – sei es ein Baum, eine Wolke oder der Wind. Für die Betrachter soll mit dieser Ausstellung die Möglichkeit geschaffen werden, der Sensibilität und Empfindung von einem sehr ursprünglichen inneren und äußeren Lebensraum nachzuspüren und dessen Bewahrung in Krisenzeiten zu überdenken.

Vortrag zur Ausstellung am Samstag

Zur Finissage der Ausstellung erscheint bei Agon Press, Zürich/Bad Ragaz, ein reich bebildeter Katalog mit einem Vorwort des Vereinsvorsitzenden Friedrich Resin, Texten der Kunsthistorikerin Nana Tazuke-Steiniger und des Schweizer Philosophen Paul Good sowie einem Interview, das der Kunsthistoriker Martin Hartung mit Christine Fausten und Takakazu Takeuchi führte.

Die Ausstellung wurde durch einen Projektbeitrag vom Kunstkredit Basel-Stadt gefördert. Die Ausstellung wurde außerdem unterstützt von Kyocera Deutschland, Japan International Cultural Exchange Foundation (Tokyo), Daiko Foundation (Nagoya), resin Office (Binzen) und dem Kulturamt der Stadt Weil am Rhein.

Am Samstag, 18. September, 16 Uhr, präsentiert die Kunsthistorikerin Nana Tazuke-Steiniger (Museum Ludwig, Köln) im Stapflehus den Vortrag „Kunstszene der Gegenwart in Japan im Dialog mit der Ausstellung – Was hat die Tradition im Hintergrund versteckt?“

Die Ausstellung kann unter Beachtung der bekannten Hygieneregeln (3G) besucht werden. Der Eintritt ist frei.

Eröffnung: Freitag, 17. September, 19 Uhr

Laufzeit: bis 24. Oktober

Adresse: Städtische Galerie Stapflehus, Bläsiring 10, Weil am Rhein

Öffnungszeiten: samstags von 15 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags von 14 bis 18 Uhr

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