Weil am Rhein Trotz Abstand nah dran

Quartiersmanagerin Brigitte Lill (links) und Gudrun Schemel, Geschäftsführerin des Caritasverbands für den Landkreis Lörrach, auf dem Platz an der August-Bauer-Straße, wo die Nachbarschaftsgespräche angeboten werdenFoto: Saskia Scherer Foto: Weiler Zeitung

Die Wohnbau Weil am Rhein und der Caritasverband für den Landkreis Lörrach richten an der August-Bauer-Straße ein Quartierszentrum ein. Ab nächster Woche werden unter dem Motto „Trotz Abstand nah dran“ als erste Aktion Nachbarschaftsgespräche im Freien angeboten, um mit den Bürgern in Kontakt zu treten.

Von Saskia Scherer

Weil am Rhein. Hauptverantwortlich für den Aufbau des Quartiersmanagements ist Quartiersmanagerin Brigitte Lill, die zum 1. April vom Caritasverband eingestellt worden ist. Sie ist Sozialpädagogin und unter anderem Expertin in Wohnpsychologie. „Das Ziel ist, die Lebensqualität im Quartier zu verbessern“, erläuterte sie im Rahmen eines Pressegesprächs. „Stabile Quartiere führen dazu, dass sich die Menschen wohler fühlen.“ Nachbarschaften sollen zu Gemeinschaften werden. Nachbarschaftliche Hilfen, bürgerliche Initiativen, kulturelle und soziale Angebote will man miteinander vernetzen.

In Zeiten von Corona gestalteten sich die Kontakte mit Bürgern und die Bürgerbeteiligung allerdings nicht so einfach, berichtete Lill. Sie sucht jetzt einzeln Kontakt und konzentriert sich auf die Ermittlung von Bedarfen, Potenzialen und sozialräumlichen Strukturen innerhalb des Quartiers sowie konzeptionellen Arbeiten und auf das Kennenlernen/Vernetzen der verschiedenen Akteure.

Die Nachbarschaftsgespräche, die nun ins Leben gerufen werden, sollen einen Raum im Freien für den Dialog bieten. Es wird Sitzmöglichkeiten geben für Personen, die aktiv an der Diskussion teilnehmen wollen, aber auch Raum für Zuhörer – selbstverständlich mit Abstand.

„Wir wollen hinhören, was die Bedürfnisse und Ideen angeht“, erklärte die Quartiersmanagerin. Im Quartiersmanagement gehe es darum, was die Bürger wollen und wie sie es wollen. Es gelte, herauszufinden, wie sich das Quartier entwickeln soll. „Bei den Gesprächen könnte es zum Beispiel darum gehen, wie sich der Alltag hier darstellt, auch mit der Baustelle und den vielen neuen Nachbarn. Aber die Themen sind nicht vorgegeben.“

Das Quartier liegt zwischen Weil-Ost und der Leopoldshöhe, verfüge aber noch über keine eigene Identität. „Auch dieser Prozess gehört dazu“, meinte Lill. „Es gibt viele Potenziale und Möglichkeiten.“ Einen Tag vor dem ersten Nachbarschaftsgespräch will Lill Wurfsendungen an die Anwohner verteilen, um sie auf den Termin aufmerksam zu machen. Jeder kann ohne Anmeldung kommen, es gelten die bekannten Hygienevorschriften. Auf dem Boden werden Abstandsmarkierungen angebracht.

Auch ein Quartiersbüro wird eingerichtet. Noch ist dort eine Baustelle. „Aber es wird langsam“, freute sich Lill. Geplant ist auch ein Gemeinschaftsraum, der außerdem für Veranstaltungen genutzt werden kann, zudem ein Atelier für kleinere Angebote. Die Räume und deren Einrichtung werden von der Wohnbau zur Verfügung gestellt. Im gleichen Gebäude, ebenfalls im Erdgeschoss, finden auch die Demenz-WG, die Diakonie und das Familienzentrum Wunderfitz Platz.

„Das Projekt wird gefördert durch das Deutsche Hilfswerk“, berichtete Gudrun Schemel, Geschäftsführerin des Caritasverbands. Der Verband wird auch Eigenmittel einsetzen. Die Einrichtung ist befristet für ein Jahr. Zunächst einmal gehe es um Aufbau und Konzeption. „Wir sind aber bereits in Gesprächen, um das zu verstetigen“, sagte Schemel. „Da stoßen wir auf eine große Offenheit und sind sehr zuversichtlich, dass die Weiterent-wicklung einen guten Stand hat“, ergänzte die Quartiersmanagerin.

Nun gelte es erst einmal, eine Verbindung zwischen Bestehendem und Neuem zu schaffen, was Lill sehr interessant finde. „Ein gutes Leben miteinander zu entwickeln – das ist die Herausforderung von Quartiersmanagement.“

Quartiersmanagerin Brigitte Lill, Tel. 0160/95194866, E-Mail brigitte.lill@caritas-loerrach.de

Die Nachbarschaftsgespräche finden in Zukunft jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 16 bis 18 Uhr auf dem Platz an der Leimgrubenstraße/Ecke August-Bauer-Straße statt.

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