Weil am Rhein Trotz zahlreicher Herausforderungen weiter für die Tiere da

Alisa Eßlinger

Weil am Rhein -  Keine Vermittlung nach Frankreich und in die Schweiz, wegfallende Einnahmen und ein Mehraufwand bei der Organisation – auch das Tierheim Weil am Rhein hat es dieser Tage nicht leicht. Leiterin Leonie Moser versucht dennoch, optimistisch in die Zukunft zu blicken, wie sie im Gespräch mit Alisa Eßlinger darlegt. Denn der Verein kann sich zugleich über Unterstützung freuen.

Ehrenamtlich können Menschen mit den Tierheim- und Pensions-Hunden Gassi gehen. Was ist dabei in der aktuellen Situation zu beachten?

Wir weisen auf den nötigen Sicherheitsabstand hin. Die aktuellen Regeln hängen vor dem Tierheim aus. Bisher klappt dies sehr gut und die Menschen halten sich auch daran. Wir haben auch extra für die Gassigeher spezielle Leinen gekauft, die sich gut reinigen und desinfizieren lassen.

Ist das Interesse, ein Tier aus dem Tierheim zu adoptieren, gestiegen?

Im Moment sind natürlich viele Menschen im Home-Office und haben genügend Zeit, ein tierisches Familienmitglied einzugewöhnen. Daher haben wir tatsächlich einige Anfragen bekommen. Allerdings sind wir vor allem bei der Hundevermittlung sehr kritisch. Es kann natürlich nicht der Sinn sein, jetzt einen Hund zu adoptieren, wenn man langfristig keine Zeit für ihn hat. Es werden also keine Hunde an Menschen vermittelt, die nach Corona wieder zu 100 Prozent arbeiten und der Hund dann acht bis zehn Stunden alleine Zuhause sitzen muss.

Welche Maßnahmen mussten Sie ergreifen, damit die Tiere weiterhin adoptiert werden können?

Wir vereinbaren Termine mit den Leuten, die sich für ein bestimmtes Tier interessieren. Pro Tag beschränken wir das auf ein bis zwei Termine. Einfach so vorbeikommen, kann man im Moment nicht.

Welchen Einfluss hatte die Grenzschließung auf das Tierheim?

Die Grenzschließung erschwert uns die Vermittlung in die Schweiz und nach Frankreich sehr. Die Interessenten können nur mit sehr viel Glück über die Grenze. Da wir aber auch immer Platzkontrollen für unsere Tiere machen, ist eine Vermittlung eigentlich fast nicht möglich.

Dadurch dass viele Menschen nicht in den Urlaub fahren können, besteht der Bedarf an Pensionsplätzen wohl weniger.

Ja, es wurden alle Pensionsreservierungen von den Besitzern storniert. Das reißt auf jeden Fall ein Loch in unsere Finanzen.

Welchen wirtschaftlichen Einschnitt bedeutet der Verzicht auf die Feste in diesem Jahr für den Tierschutzverein?

Unser Sommerfest sowie andere Aktionen werden leider ausfallen. Ob das Herbstfest stattfinden wird, steht noch in den Sternen. Dies ist natürlich eine große finanzielle Einbuße. Es wurde aber eine tolle Aktion zu unseren Gunsten ins Leben gerufen. Die Agentur Waldhirsch hat Mund-Nase-Masken genäht und verkauft. Den Erlös von 1863 Euro haben sie uns gespendet. An dieser Stelle vielen Dank für diese tolle Aktion.

Wie wird es in den kommenden Wochen mit dem Tierheim und dem Verein weitergehen?

Wir versuchen natürlich alle, gesund zu bleiben, um für die Tiere da zu sein. Wir arbeiten in kleineren Teams als bisher, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Wir hoffen, dass wir bald wieder zur Normalität zurückkehren können und dass wir alle diese harte Zeit gut überstehen. Wir sind sehr dankbar, dass es einige Leute gibt, die uns trotz der aktuellen Krise mit Spenden unterstützen. Auf diese sind wir im Moment in besonderem Maße angewiesen.

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