Weil am Rhein Truz-Naturschutzarbeit leidet während der Corona-Krise

Die Petite Camargue Alsacienne (auf dem Foto die Rheininsel), der Landschaftspark Wiese und das Weiler Krebsbachtal sind die drei Kernzonen im Gebiet des Trinationalen Umweltzentrums. Foto: zVg

Das Trinationale Umweltzentrum will sich für die Zukunft personell neu aufstellen. Der sechsköpfige Vorstand mit dem Vorsitzenden Christoph Huber ist zwar fast komplett wiedergewählt worden, doch der eigentlich schon für dieses Jahr vorgesehene Wechsel werde 2023 erfolgen. Bei der Jahreshauptversammlung wurde vor allem deutlich, wie stark sich die Pandemie auf die Umweltbildung ausgewirkt hat.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Eine Zäsur an der Truz-Spitze hätte sich laut Huber eigentlich angeboten, da er vor drei Monaten als Erster Bürgermeister ausgeschieden ist und eine enge Verflechtung zwischen dem Verein und der Stadt bestehe. Doch sowohl die Pandemie als auch die personellen Veränderungen sorgten dafür, dass er sich nicht einfach vom Acker machen wolle. „Man macht die Arbeit erst fertig und geht dann heim.“

Personelle Veränderungen

Konkret konnten sich die Truz-Verantwortlichen wegen der geschlossenen Grenzen nicht ausreichend austauschen, um das Zukunftsbild für die nächsten 25 Jahre zu beleuchten sowie ein neues Vorstandsteam dann möglichst auch mit weiblichen Mitgliedern zu komplettieren. Huber-BM- Nachfolger Martin Gruner habe außerdem gerade zum Start hin genug zu tun, sich in das neue Aufgabenfeld einzufinden. Hinzu kam dann, dass die langjährige Leiterin des Fachbereichs Grenzüberschreitender Naturschutz, Astrid Deek, sich beruflich verändern und Huber den Nachfolger Mickey Wiedermann nicht noch etwas Neues aufbürden wollte. „Wenn Frau Deek nicht ausgeschieden wäre, dann wäre ich aus dem Amt ausgeschieden.“

Selbstkritik und Corona

Dennoch übte er Selbstkritik, dass der vor zwei Jahren geplante Vorstandswechsel doch nicht vollzogen werden konnte. „Junge dynamische Leute sollten nachkommen.“ Dabei geht es auch um ein Konzept für die nächsten 25 Jahre mit der inhaltlichen, konzeptionellen und personellen Fortschreibung.

Neben dieser Personalie bildete vor allem das Thema Corona den zentralen Schwerpunkt, da die Pandemie das Truz getroffen habe. Huber wollte aber nicht jammern und lamentieren, sondern sich dankbar zeigen, dass einiges umsetzbar war. „Die Umweltbildung war aber besonders betroffen.“ Im Fachbereich Grenzüberschreitender Naturschutz konnte hingegen die Arbeit ohne so große Ausfälle erledigt werden. Dieser hat seit Monatsanfang mit Wiedermann auch nahtlos einen neuen Leiter an der Spitze.

Erfolgreich beendet wurde zum Jahresende darüber hinaus das Interreg-Projekt Naturerlebnis Grenzenlos, das wegen Corona ohne ein großes Abschlussfest auskommen musste. Daher verwies Huber auf die Internetseite www.natur-erlebnis.org.

Weniger Umweltbildung

Für die Umweltbildung seien die Jahre 2019 und 2020 schwierig gewesen, resümierte Fachbereichsleiter Thomas Schwarze. Normalerweise belaufe sich die Zahl der Kurse auf insgesamt 250 bis 290. Nun waren es nur 85 Anlässe, was sich auch finanziell negativ bemerkbar machte, wie auch Geschäftsführer Thomas Klug bei der Präsentation des Kassenberichts aufzeigte –­ und das Truz habe im Gegensatz zu Dax-Konzernen nicht unter einen Rettungsschirm rutschen können, so Huber.

Seit Mai dieses Jahres finden wieder Kurse mit den Corona-Einschränkungen statt. Die zurückliegende Zeit wurde genutzt, um einen Newsletter zu entwerfen, um die Lehrer so besser zu informieren. Schilder für das Truz-Freilandlabor sollen außerdem Anfang 2022 aufgestellt werden.

Grenzüberschreitend tätig

Als Nachfolger von Deek stellte sich Wiedermann vor. „Ich trete in große Fußstapfen, doch es macht auch Spaß“, erklärte der gebürtige Lörracher, der in Istein aufgewachsen und in Weil zur Schule gegangen ist sowie vor einigen Jahren beim Truz ein Praktikum absolviert hat. In den zurückliegenden Jahren sammelte er dann einschlägige berufliche Erfahrungen.

Den vom Truz mitverantworteten Rangerdienst im Landschaftspark Wiese lobte er als „tolles Projekt“, das auch durch die von Basel-Stadt, Riehen und Weil am Rhein erfolgte Mit-Finanzierung fortgesetzt wird. Als Modellprojekt weitergeführt werden soll das Uferschwalben-Projekt, nachdem im Naturschutzgebiet Kapellengrien eine Wand gebaut wurde und es hier auch einige Brutpaare gab.

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