Weil am Rhein Tunnel erhält neue Strahlkraft

Weil am Rhein - Der Wiesentunnel erstrahlt bald wieder in neuem Glanz. Decken, Wände und Straßenbelag wurden am Dienstag mit einer Reinigungsmaschine bearbeitet, Techniker tauschten defekte Leuchtmittel aus und eine Menge Schlamm musste aus zwei von drei Auffangbecken aufgesaugt werden.

Tunnel "hält sich gut“

Einmal im Jahr stehen die zweitägigen Wartungstunnel im, am und unter dem knapp sieben Jahre alten Bauwerk zwischen Lörrach und Weil am Rhein an. „Der hält sich gut“, erklärt Thomas Dichter, einer von vier Tunnelbereitschaft-Experten, im Gespräch mit unserer Zeitung. Nur ab und zu trudeln Störmeldungen ein, „nur Kleinigkeiten“.

Im Gegensatz zu anderen Tunnelbauwerken funktionieren auch die Leuchtdichtekameras gut, mit denen die Helligkeit an den Portalen und im Tunnel erfasst werden. Damit wird dann die Strahlkraft der Leuchtmittel reguliert.

Strahlkraft der Lampen wird feinstufig reguliert

Und dabei handelt es sich um ein ausgeklügeltes Verfahren. So gibt es verschiedene Stärken. Bei der Einfahrt sind mehr Lampen im Einsatz, was als Adaptionsbeleuchtung bezeichnet wird. Bis zu fünf Schaltstufen, die sich je nach Helligkeit zuschalten, gibt es. Wenn sich in der Mitte des 388-Meter-Abschnitts die Augen auf die Dunkelheit eingestellt haben, wird es hier weniger hell. Zudem wird in diesem Bereich zwischen Tag- und Nachtbeleuchtung unterschieden.

Die Techniker kennen das Prozedere genau, einzig defekte Leuchtmittel müssen in diesem Jahr ausgetauscht werden, wobei ab und zu Glas von der Fassung stecken bleibt und mühsam herausgedreht werden muss. Ist einmal ein größeres Element der Leuchte kaputt, wird der gesamte Geräteträger rausgenommen und ein neuer eingebaut. „Das spart Zeit“, erklärt der Techniker auf der Bühne unter der Lampe stehend. Das defekte Teil wird anderswo repariert und bei anderer Gelegenheit eingebaut.

Die Lampen selbst weisen eine Lebensdauer von etwa zwei Jahren auf, wobei dies von dem Ein- und Ausschalten abhängt. „Sie können auch nach einem Jahr kaputt gehen“ – oder länger halten. Ein Austausch auf eine LED-Technik sei angesichts des erst im Oktober 2013 eröffneten Bauwerks noch nicht angezeigt. „Der Tunnel ist in einem guten Zustand“, findet auch der Techniker, der aber noch viele weitere Punkte prüft. Dazu zählen auch der Stationsverteiler für die Verkehrslenkung und Verteiler-Schränke.

Dreck von Decke, Wänden und Boden entfernt

Derweil fährt das Reinigungsfahrzeug mit großen Bürsten immer wieder durch den Tunnel, um den Dreck von der Decke, den Wänden und dem Boden zu entfernen. Auch dieses Schmutzwasser landet im ersten von drei Regenrückhaltebecken, dem „Pumpensumpf“. Ist dieses voll, geht es ins Havariebecken. Für das „100-jährige Hochwasser“ gibt es zudem noch den Retentionsbeckenfilter, blickt Dichter auf eine weitere große Senke im Boden neben dem Tunnel.

Die Becken sind mit Ölsensoren ausgestattet, die laut dem Experten noch nicht Alarm schlagen mussten. Insgesamt vier Pumpen gibt es für das System, wobei die erste bei einem Wasserstand von 91 Zentimetern startet, gestaffelt kommen sie zum Einsatz und auch abwechselnd.

Diese sind Bestandteil der Wartungsarbeiten. Auch Filter gilt es hier auszutauschen. „Jedes Jahr gibt es unterschiedlich viel Schlamm“, weiß Dichter um die Auswirkungen von Starkregenereignissen und sonstigen äußeren Bedingungen.

Dass ausgerechnet einen Tag nach der Grenzöffnung für zwei Tage die Zollfreie im Bereich des Wiesentunnels für die Arbeiten gesperrt werden müsse, liege nicht an einer völlig verfehlten Planung, so der Experte. Vielmehr würden die Vorwegweiser seit sechs Wochen für die Umleitung stehen. Und der Wartungstermin sei seit einem Jahr schon fix – deutlich bevor überhaupt das Thema Coronavirus bekannt war.

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