Weil am Rhein Über Ostern präsent

 Foto: sba

Weil am Rhein - Ostern steht vor der Tür und die Witterung ist frühlingshaft: „Die Menschen zieht es nach draußen und auch zu Freunden“, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz gestern bei einem Pressegespräch. Dem steht aber nach wie vor die Landesverordnung bezüglich des Coronavirus entgegen. Der Gemeindevollzugsdienst wird auch an den Feiertagen unterwegs sein und kontrollieren.

Es gelte weiterhin, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, stellte Ellen Nonnenmacher, Leiterin des Rechts- und Ordnungsamts, klar. Deshalb sei der Entschluss gefallen, den Gemeindevollzungsdienst aufzuteilen, der auch an Karfreitag und Ostersonntag sowie Ostermontag unterwegs sein wird. Zur Unterstützung wurde ein externer Sicherheitsdienst engagiert, so dass kein Mitarbeiter allein unterwegs sein muss und eine möglichst große Fläche abgedeckt werden kann, erklärte Nonnenmacher. Zu den sechs Mitarbeitern des Gemeindevollzugsdienst kommen also sechs externe Mitarbeiter, so dass jeweils Zweier-Teams gebildet werden können. Am ersten Wochenende, seit die Verordnung greift, gab es Unterstützung durch Rathausmitarbeiter.

Denn es seien in den vergangenen Tagen auf dem LGS-Gelände oder am Rhein zum Teil Gruppen angetroffen worden. „Die Zeit der Sensibilisierung ist vorbei, wir haben bereits einige Bußgeldverfahren eingeleitet. Verstöße werden geahndet“, betonte die Amtsleiterin. „Jetzt gilt nicht mehr die gelbe Karte, sondern die rote Karte“, ergänzte der OB. „Niemand kann mehr sagen, er habe von der Verordnung nichts gewusst.“

Mehr als 20 Verfahren wegen Verstößen gegen das Versammlungsverbot gebe es, sagte Nonnenmacher, aber auch Verstöße gegen das Reiseverbot. Dazu zählt auch, dass Pendler, die in Weil arbeiten, dort nicht auf dem Weg zur Arbeit noch schnell einkaufen gehen dürfen. „Das war zum Teil nicht bekannt.“

Keinen Gebrauch von Feiertagsöffnung machen

Die Landesverordnung besagt, dass eine Ladenöffnung auch an Feiertagen möglich ist. Dass an Karfreitag und Ostersonntag die Geschäfte geschlossen bleiben müssen, wurde mittlerweile ergänzt. Rein rechtlich wäre es an Ostermontag möglich, die Läden zu öffnen.

OB Dietz hat sich jedoch in einem Schreiben an die Händlervereinigung Weil-aktiv gewandt und darum gebeten, auf die Betriebe hinzuwirken, von diesem Recht nicht Gebrauch zu machen. „Die Beschäftigten werden es ihnen danken, sie sind solch einem Stress und Druck ausgesetzt“, meinte der OB. Für Bäckereien, die in den vergangenen Jahren auch an Ostermontag geöffnet hatten, gelte das nicht. Dietz hofft außerdem, dass nicht alle Menschen am Samstag einkaufen gehen.

Sein Appell an die Mitmenschen lautet generell, die Abstände zueinander einzuhalten und Rücksicht zu nehmen. „Man schützt sich selbst und seine Umgebung“, betonte der Oberbürgermeister.

Weil am Rhein (sas). Oberbürgermeister Wolfgang Dietz wies gestern auf die aktuellen generellen großen Bestrebungen hin, an Schutzausrüstungen zu kommen. „Auch uns beschäftigt, wie wir unsere Mitarbeiter schützen“, sagte er. Ihm sei die Idee gekommen, die Erzieherinnen mit ins Boot zu holen. Wie kreativ diese seien, würden sie immer wieder unter Beweis stellen. Nun nähen sie also „Mund-Nasen-Masken“. Die Stadt organisiere die passenden Gummibänder, damit diese befestigt werden können. „Gummibänder scheinen derzeit allerdings nach Klopapier die am zweitwenigsten verfügbare Produktpalette zu sein“, kommentierte der Oberbürgermeister.

Die Mund-Nasen-Masken seien zunächst für die Rathausmitarbeiter gedacht. Er finde es toll, dass die Aktion umgesetzt wird. „Das ist eine tolle Truppe“, meinte er über die Erzieherinnen.

Weil am Rhein (sas). Unter die Kategorie „Verwunderliches“ verbucht Oberbürgermeister Wolfgang Dietz folgende Anekdote: Kurz vor Mitternacht dieser Tage habe er eine E-Mail erhalten, in der sich eine Familie aus der Schweiz erkundigte, ob sie denn nach wie vor mit ihrem Kaninchen nach Weil am Rhein zum Tierarzt fahren könne. Das Tier sei bereits 13 Jahre alt und benötige regelmäßig eine Zahnbehandlung. „Jeder Eingriff könnte der letzte sein“, habe es geheißen, schilderte der OB. Man habe die Familie dann an die Bundespolizei als zuständige Stelle verwiesen.

Aufgeregte Zeiten erfordern seriöse und umfassende Informationen und deren Einordnung! Jetzt HIER anfordern.

  • Bewertung
    1

Umfrage

Auto-Kaufprämien

Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu mildern, hat die Bundesregierung ein milliardenschweres Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht. Die mögliche Einführung einer Kaufprämie für abgasarme Benziner oder Dieselautos ist nicht mit dabei. Was hätten Sie von einer solchen Maßnahme gehalten?

Ergebnis anzeigen
loading