Weil am Rhein Unterhalt selbst verdienen

Der Vorstand des Vereins „Zukunft für Afghanistan“ (von links): 2. Vorsitzender Ulrich Grommelt, Vorsitzende Nilufar Hamidi, Beisitzer Alim Hamidi, Schriftführerin Gabriele Strohmeyer und Kassierer Gerd Tausenfreund. Foto: Daniela Buch Foto: Weiler Zeitung

Von Daniela Buch

Bereits seit 13 Jahren unterstützt der Verein „Hindukusch – Zukunft für Afghanistan“ durch nachhaltige Projekte hilfsbedürftige Frauen und Kinder in der Region Dschalalabad. Die neuste Unternehmung, ein Ausbil-dungszentrum für Teppichknüpfen, steht kurz vor dem Start, wie bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend bekanntgegeben wurde.

Weil am Rhein. Das Ausbildungszentrum konnte mit Unterstützung der gemeinnützigen Organisation Heela Foundation in die Wege geleitet werden. Vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird die rund 65 000 Euro umfassende Startfinanzierung des Projekts zu Dreiviertel gefördert. Den Rest und auch die begleitenden Folgekosten für Unterricht und Sicherheitsvorkehrungen, die auf 40 000 Euro geschätzt werden, hat der Verein zu tragen, bis der Betrieb als Kooperativ eigenständig laufen wird.

In den kommenden Monaten wird das Sammeln von Spenden denn auch weiterhin im Vordergrund der Bemühungen stehen. „Ohne Spenden geht es nicht“, betonte der Zweite Vorsitzende Ulrich Grommelt.

Im Herbst 2016 begannen die Bauarbeiten für die Halle, die zwischenzeitlich abgeschlossen sind. Die Schulungen beginnen in diesen Tagen im April. 120 verwitwete oder allein stehende Frauen werden in zwei Kursen aufgeteilt daran teilnehmen. Wie Projektbeauftragter Alim Hamidi berichtete, habe man bereits einen Abnehmer für die künftigen Produkte gefunden, so dass sich das Kooperativ nach Abschluss des ersten Ausbildungsgangs werde selbst finanzieren können. Die Auswahl der Teilnehmerinnen sei nach Grad der Bedürftigkeit erfolgt.

Staatliche Hilfe gibt es für die betroffenen Frauen zum jetzigen Zeitpunkt keine, meist wüssten sie keinen anderen Ausweg, als die Kinder zum Betteln zu schicken „Eine Bedingung für die Teilnahme ist, dass die Kinder zur Schule gehen“, erklärte er. Nach absolvierter Ausbildung hätten die Frauen die Chance, ihren Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder zu verdienen. Auch sei es möglich, die Tätigkeit später Zuhause auszuüben, was der islamischen Lebensrealität vor Ort gerecht werde, da Frauen nicht unverschleiert und ohne männliche Begleitung nach draußen gingen.

Erfolgreich abgeschlossen ist der Wiederaufbau eines Mutter-Kind-Heims, das über eine örtliche Hilfsorganisation, den afghanischen Roten Halbmond, weiter betreut wird.

Ein weiteres Projekt, die Vermittlung von Patenschaften für Kinder, damit diese zur Schule gehen können anstatt arbeiten oder betteln zu gehen, läuft seit zehn Jahren. Sieben Patenschüler sind es aktuell, darunter ein Mädchen, das gerade die 12. Klasse abgeschlossen hat.

Wahlen

Bei den Neuwahlen des Vorstandes wurden in ihren Ämtern auf weitere zwei Jahre bestätigt: Vorsitzende Nilufar Hamidi, 2. Vorsitzender Ulrich Grommelt, Kassierer Gerd Tausendfreund, Schriftführerin Gabriele Strohmeyer, Beisitzer Alim Hamidi. Als Kassenprüfer wurden Thomas Wolf und Renata Buck gewählt.

Aktivitäten

Um seine Arbeit und Ziele bekannter zu machen, beteiligt sich der Verein in diesem Sommer auch mit einem Stand am Brückenfest. Im vergangenen Jahr war er einmal mehr am Miteinander-Fest in Friedlingen präsent und lud außerdem afghanische Flüchtlinge zu einem Picknick in den Dreiländergarten ein.

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