Weil am Rhein VHS richtet einen hybriden Unterrichtsraum ein

Marco Fraune
 Foto: Marco Fraune

Die Weiler Volkshochschule baut ihre digitalen Angebote aus, setzt aber weiterhin bewusst auf das Treffen in der Gruppe und den Austausch vor Ort. Neu eingerichtet wird in der Innenstadt ein hybrider Unterrichtsraum, auch eine neue Zusammenarbeit für Kurse mit Laptops soll es geben. Im laufenden Betrieb prägt Corona den Unterricht mit.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Grundsätzlich gilt aktuell die 2G-Regel und die Maskenpflicht im Gebäude. „Wir arbeiten schon einige Wochen mit der Einschränkung“, erklärt VHS- Leiter Tom Leischner im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ein genauerer Blick in die Statistik zeigt: Zwar fanden nur zwei Prozent weniger Kurse statt (statt 340 nun 332), doch dies liege an der „stattlichen Anzahl“ der neuen Online-Vorträge, welche die ausgefallenen Kurse kompensieren und weil wenige Module der Integrationskurse ausgefallen seien. Bei den Kurs- und Veranstaltungsanmeldungen hat die VHS aufgrund der Corona-Situation einen Rückgang von 24 Prozent zu verzeichnen (von 3744 auf 2842).

Zu Ausfällen von Kursen kam es auch, zum Beispiel weil die Dozentin den Kurs nicht anbieten kann oder weil die Mindestanzahl nicht erreicht worden ist. Leischner: „Hier haben wir leider einen enormen Zugang von 52 Prozent – von 140 (enttäuschten) Angemeldeten auf 296.“ Unterm Strich steht bei den gehaltenen Unterrichtseinheiten ein Rückgang von elf Prozent (im Vergleich zu 24 Prozent Rückgang der Anmeldungen). „Das liegt daran, dass die Integrationskurse auch während der Pandemiezeit größtenteils durchgeführt werden konnten“, erläutert Leischner den Rückgang von 11 275 auf 10 011 Unterrichtseinheiten.

„Sie lechzen nach Bildung“

Nicht nur mögliche Teilnehmer wollen sich nicht immer gerne testen lassen, sondern auch bei Dozenten sei dies der Fall, doch dann falle ein Kurs direkt aus. Der VHS-Leiter weiß aber auch um Dozenten, die ihre Freizeit mittlerweile mehr zu schätzen wissen.

Beim Blick auf den Fahrradständer hat sich Leischner Anfang dieser Woche aber gefreut. Denn die Abstellfläche war voll, der Italienisch- oder auch Spanisch-Kurs belegt. „Die Menschen lechzen danach, Bildung zu haben und raus zu gehen.“ Und so lange sich alle an die Corona-Vorschriften halten, sei dies auch etwas schönes.

Obwohl der VHS-Leiter derzeit das am 8. März startende Sommersemester plant, weiß er um die Unwägbarkeiten. „Es kommt, wie es kommt, wir hoffen nur.“ Und die Hoffnung ruht darauf, dass nicht 2G-plus greift. „Das wäre ein herber Einschnitt.“

Hybrid-Kurse möglich

Im Notfall greift wieder die Digitalisierung der Kurse. Für Online-Veranstaltungen ist die VHS gerüstet. Ab Herbst soll es einen neu hergerichteten Raum im Gebäude Rathausplatz 3 geben, wo Hybrid-Kurse möglich sind. Teilweise sind die Teilnehmer vor Ort, zum anderen Teil daheim oder noch am Arbeitsplatz. Die Ausstattung umfasst dann ein digitales Whiteboard, eine intelligente Kamera, die sich auf das jeweilige Geschehen ausrichtet, eine Mikroanlage sowie eine Dokumentenkamera, die eine Art moderner Tageslichtschreiber ist. Etwa zwei Drittel einer Landesförderung in Höhe von insgesamt 32 000 Euro kann die Weiler VHS hierfür nutzen.

Das dritte Drittel fließt in die Anschaffung neuer Laptops, die im reforum in Binzen zum Einsatz kommen, wo die Lagerung und das technische Know-how zur Verfügung gestellt werden. Resin ist bekanntlich Initiator des reforum-Konzepts. Zugleich wird die Klasse vom Kant-Gymnasium-Raum dann an den Dreispitz verlagert.

Regionale Unterstützung

Bei der Digitalisierung spielt auch das regionale Projekt „onrhein VHS“ eine zentrale Rolle – die virtuelle Volkshochschule für die Landkreise Lörrach, Waldshut und Konstanz. Die zwei 50-Prozent-Kräfte sollen die Digitalisierung an Volkshochschulen vorantreiben und innovative Unterrichtskonzepte entwickeln. Gemeinsam mit den neun Volkshochschulen aus der Region Hochrhein sollen Organisationsstrukturen aufgebaut werden, die auch für andere Regionen nutzbar gemacht werden können.

Wie ein Bildungsfernsehen funktionieren darüber hinaus die digitalen Wissensvorträge, an denen aus Weil bis zu 16 Personen pro Termin schon teilgenommen haben. Dies ist ein Format mit prominenten Referenten wie Karl Lauterbach, die nicht nach Weil kämen. „Das ist eine gute Sache.“

Trotz der Digitalisierung unterstreicht Leischner: „Sich vor Ort in der Gruppe zu treffen, ist schon das wichtigste.“ Der Präsenzkurs soll daher weiterhin bleiben.

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