Weil am Rhein Viele Bäume leiden

Die Baumkontrollen der Stadt zeigen ein trübes Bild: Jeder fünfte Baum auf Weiler Gemarkung ist sichtbar geschädigt –­ rund 1000 Bäume sind damit betroffen. Ein großer Handlungsbedarf steht jedoch einer begrenzten personellen Kapazität gegenüber, sodass sogar noch Maßnahmen aus dem Jahr 2016 aktuell abgearbeitet werden müssen.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Insgesamt listet die Grünplanung des Stadtbauamts 5050 Bäume auf, um die sich die Stadt kümmern muss. Leiter Stephan Fischer hat den Überblick. „Es sieht nicht allzu gut aus bei den Bäumen“, muss er konstatieren. Einerseits erreichen Bäume einfach ihr Lebenszeitende, da sie bereits sehr alt sind, was er als „normalen Lauf der Dinge“ ansieht. Andererseits haben zahlreiche Bäume auch mit den klimatischen Bedingungen zu kämpfen. „Birken und Nadelbäume sind von den Trockenheitsschäden am stärksten betroffen.“ Die Hitze und Trockenheit wirken sich bei den Bäumen stets ein Jahr später aus.

Noch 2016er-Maßnahmen

Die an den Bäumen vorliegenden Schäden sollen auch behoben werden, heißt es von Seiten der Stadt. Doch hier gibt es mehr Arbeit als Arbeiter. Fischer: „Für die abzuarbeitenden Bäume müssen nun Prioritäten gesetzt werden, da diese Menge nicht komplett abgearbeitet werden kann.“ Bäume an Schulen, Kindergärten und Spielplätzen genießen laut dem Grünplaner Vorrang.

Außerdem gibt es nicht nur die neu festgestellten Schäden, sondern auch noch eine lange Liste aus den Vorjahren. Insgesamt 45 Maßnahmen befinden sich aus den Jahren 2016 und 2017 darauf. Dabei geht es um Baumpflege, zu der das Absägen von Ästen ebenso zählt wie die Fällung. Schon vor einem Monat hatte die Stadt angekündigt, dass in den folgenden Wochen wieder verschiedene Baumpflegemaßnahmen über das gesamte Stadtgebiet verteilt erfolgen. Dabei gehe es hauptsächlich um Maßnahmen bei Bäumen, die zu einer Gefahr für die Verkehrssicherheit werden könnten. Baumkontrolleure sind regelmäßig im Auftrag der Stadt unterwegs, um hinsichtlich der Sicherheit den Handlungsbedarf im Blick zu haben. Hier hatte die Stadt eine externe Firma mit der Erhebung der Zustandsbeschreibung beauftragt. Die genaue Auswertung erfolgt.

Ziel: 1000 neue Bäume

Das Ziel „Tausend Bäume in zehn Jahren“ hat Oberbürgermeister Wolfgang Dietz Anfang August bereits ausgegeben. Nach der Sommerpause solle dies in den städtischen Gremien beraten werden. In den September-Sitzungen wird dies noch nicht der Fall sein, wie Stadtsprecherin Junia Folk auf Anfrage erklärt. „In der nächsten Sitzungsperiode steht die Initiative noch nicht auf der Agenda.“

Positive Rückmeldungen habe es vereinzelt bereits in schriftlicher Form gegeben. Bisher fünf Zuschriften hat die Stadt von Bürgern erhalten, die sich laut Folk in erster Linie lobend zur Initiative geäußert haben. „Einzelne Standorte, die in diesem Zusammenhang bereits genannt wurden, werden geprüft.“

Sauerstoff und Schatten

OB Dietz hatte die Initiative auch damit begründet, dass Bäume eine unverzichtbare Funktion bei der Klimaregulierung in städtischen Gebieten haben. Dabei verwies er beispielsweise darauf, dass in einer Tonne trockenem Holz 1,8 Tonnen CO 2 gebunden seien. Bäume würden Sauerstoff erzeugen, eine Buche, Eiche oder Kastanie jährlich etwa vier Tonnen. Auch als Schattenspender würden sie fungieren.

Als begrenzenden Faktor für eine Vielzahl neuer Bäume wird aber die relativ kleine Gemarkung der Stadt angesehen. Grünplanungsabteilung und Landesgartenschau-Gesellschaft sollen hier weitere Flächen für neue Bäume analysieren, aber auch Bürger können sich weiter melden.

Insgesamt gibt es unter den 5050 Bäumen in Weil eine sehr große Vielfalt an Arten. Unter anderem wachsen hier Birken, Pappeln, Ahorn, Linde, Ulmen, Eichen, Eschen, Fichten, Kiefern, Wildformen von Äpfeln, Birnen und Kirschen. Die Vielfalt ergibt sich zugleich auch daraus, dass es bei den Arten etliche Unterarten gibt. Allein bei den wilden Kirschen sind es beispielsweise 15 verschiedene Sorten, bei der Linde sind es acht.

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