Weil am Rhein Vielfalt einer Kulturlandschaft

Vernissage in der Villa Schätzle: Walter Taeschner, Vorsitzender der Fotografischen Gesellschaft (rechts) im Gespräch mit anderen Teilnehmern. Foto: Walter Bronner Foto: Weiler Zeitung

Von Walter Bronner

Ein außergewöhnliches Refugium der Markgräfler Kulturlandschaft ist das Areal des Landhauses „Ettenbühl“ nahe der Bundesstraße 3 auf Gemarkung Bad Bellingen. In den dort angelegten Themengärten gingen im vergangenen Jahr 19 Mitglieder der Fotografischen Gesellschaft Dreiland auf Motivsuche.

Weil am Rhein. Die Resultate ihrer Kamerapirsch zwischen März und Dezember zu verschiedenen Tageszeiten sind jetzt in einer thematisch gegliederten Ausstellung in den Räumen der Villa Schätzle in Weil zu sehen. Und wie bereits die Vorgänger-Präsentationen ist auch diese mit „Baumblattblüteborke“ betitelte Werkschau auf Schritt und Tritt eine Augenweide par excellence.

Ausgestellt sind besondere Kameraschätze Gärten haben das freilich so an sich, dass sie dankbare Fotomotive abgeben, weshalb beim Rundgang durch die sieben Räume des zum Abbruch bestimmten ehemaligen Fabrikantendomizils viele sehr schöne Bilder von prächtigen Blüten, lauschigen Parkidyllen, markanten Bäumen, schmucken Teichen, sattgrünen Gras- und Rasenflächen sowie gefiederten und krabbelnden Kreaturen anzutreffen sind, wie sie ganz ähnlich auch Gartengazetten und Bildbände aller Art zieren. Doch wie immer suchten die ambitionierten Hobbyfreunde auch nach dem Besonderen im Auffälligen und da lassen sich auch hier wieder Kameraschätze von einzigartiger Wahrnehmung entdecken.

Etwa die Kaulquappe im winzigen Tautropfensee auf einem Seerosenblatt, die Sigrid Hupfer aufspürte. Oder den in hellen Plastiküberzug vermummten Strauch, mit dem Carola Freudemann Erinnerungen an die Verhüllungskunst von Christo und Jeanne Claude weckt. Und ein Koi mit bedrohlich aufgesperrtem Maul, wie er Evi Günther-Thietke vor die Linse schwamm, dürfte wohl auch als seltener Glückstreffer mit der Kamera gelten. Optisch reizvolle Poesie manifestiert sich ebenso in der prachtvollen Weinbergschnecke von Günther Fischer, der rotweiß bewimpelten Pflanzstäbe-Kolonne von Gerlinde Humm, oder der menschlichen Silhouette, die die Abendsonne auf die filigran strukturierte, sepiafarbene Rinde eines Baumstamms applizierte. Fred Freudemann hielt dies in einem glücklichen Moment fest.

Gut besuchte Vernissage in der Villa Schätzle Malerische Zufallsgebilde entdeckte Brigitte Oldenburg-Hartman unter anderem an aufgeplatzen Birkenrinden, und die leuchtkräftigen Rot-Grün-Kontraste einer Mangoldstaude verwandelte Elke Becker zu einem fesselnden Blickfang. Ebenso Magdalena Lederer den eigentlich unansehnlichen Nebenschauplatz mit dem weggestellten Kehrbesen und dem trostlosen Häuflein von Raureif überzuckertem Herbstlaub. Sie war auch Koordinatorin der attraktiven Fotoschau und informierte an der gut besuchten Vernissage über die Vielfalt der Themengärten vom Bambushain bis zum Lavendelbeet auf dem fünf Hektar großen Ettenbühl-Terrain. Sehenswert ergänzt wird die Ausstellung mit Motiven von Karlheinz Basler, Peter Hartman, Horst Werner Knapp, Nicole Ritter, Gisela Schroedter-Bourquin, Renate Strobel, Karl Wöhrle sowie Annemarie und Walter Taeschner und Alfred Humm.

Die Ausstellung „Baumblattblüteborke“ ist noch bis zum 25. Februar in der Villa Schätzle in Weil am Rhein, Schlipfweg 24, zu sehen. Geöffnet ist samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr.

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