Weil am Rhein Voll tiefer Dankbarkeit

Weiler Zeitung, 16.05.2018 16:32 Uhr

Weil am Rhein. Marlies Wiechert, Dirigentin des Singkreises „Vivace“ der katholischen Gemeinde St. Peter und Paul, hat einen herzlichen Dankesbrief aus Mexiko erhalten. Der Chor hatte nämlich am 27. Januar ein Benefizkonzert zugunsten der Erdbebenopfer im südmexikanischen Ort Morelos gegeben, wo die heute in Weil lebende frühere Chorsängerin Veronica Diaz Trejo ihre familiären Wurzeln hat.

Aus dem Brief geht hervor, dass die Spendengelder direkt bei Bedürftigen angekommen sind. Elizabeth Marroquin Gonzales, Leiterin der Schule „La Buena Tierra“, die 26 000 Pesos erhielt, dankt den Weilern zunächst „für ihre große Solidarität zu unserem Land, die wir nie vergessen werden“.

Einer, dem mit Spenden aus Weil am Rhein geholfen wurde, ist der Pfarrer der benachbarten Gemeinde Galeana, der nach dem Erdbeben zahlreiche Menschen, die ihr Haus verloren haben, im Gotteshaus beherbergte. Einige ältere, einsame Damen, die nicht bei Familienmitgliedern unterkamen, leben nun in Zelten. Für sie wurden Lebensmittel, Reinigungsmittel, Hygieneprodukte und Medikamente besorgt. Die Frauen danken es, indem sie die Weiler Gönner jeden Tag in ihre Gebete einschließen.

Huatecalco, 15 Kilometer von Morelos entfernt, hat es besonders hart getroffen. Hier gibt es keinen Kindergarten und keine Schule mehr, sondern nur noch ein provisorisches, von zwei Schwestern geleitetes Gemeindezentrum. Dieses erhielt nun ein Dach, und auch die Ausstattung übernimmt die Grundschule in Morelos, ebenso wie die Ausbildung der Leiterinnen zu Lehrkräften.

„Gemeinsam mit Ihnen wollen wir Liebe nach Huatecalco bringen“, schreibt Elisabeth Marroquin, die von einem Ort spricht „voll von Kindern und Müttern, die begierig sind zu lernen, zu singen, zu spielen, zu lachen, zu schreiben und zu lesen“. Zuletzt bedankt sich die Mexikanerin im Namen ihrer eigenen Schule in Morelos, die mit den Spenden unter anderem fünf besonders bedürftigen Kindern ein Jahr lang das Lernen ermöglichen kann. Sie zeigt sich tief bewegt davon, dass in Weil „so viele Menschen an unser Projekt geglaubt haben, ohne uns zu kennen“.