Weil am Rhein Vom Hobby zum eigenen Gewerbe

Joachim Pinkawa
Patricia und Immo Glessinger freuen sich, dass ihr Grabbe Bräu gut ankommt. Foto: Joachim Pinkawa

Weil am Rhein-Märkt - Mehr als drei Jahre ist es her, dass auch ein Bier aus Märkt bei der Deutschen Meisterschaft der Hobbybrauer in Stralsund von der Jury probiert wurde. Seitdem ist einiges passiert, wie Patricia und Immo Glessinger berichten. Mittlerweile haben sie ein Gewerbe angemeldet und das „Grabbe Bräu“ gibt es offiziell zu kaufen. Wie es dazu kam, erzählen sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Im März 2016 entdeckte der Märkter Immo Glessinger sein Interesse am Bierbrauen und begann in der heimischen Küche mit dem Brauen von India Pale Ale (IPA), Pils und Weizenbier. „Das war ein ganz klassischer Start mit einem Starterset, viel Neugier und einfach Spaß am möglichen Ergebnis“, erklärt der 45-Jährige. Die ersten experimentellen Ergebnisse waren zwar sehr motivierend, führten aber gleichzeitig zur Verbannung aus der heimischen Küche durch Ehefrau Patricia.

So wurden 2017 die Kellerräume renoviert und als „Brauerei“ eingerichtet. Der damit verbundenen Absicht, ein entsprechendes Gewerbe anzumelden, erteilte das Baurechtsamt allerdings eine Absage, da die Kellerräume nicht den Vorschriften entsprachen. „Das konnte meine entwickelte Leidenschaft für das Brauen nicht mehr erschüttern, und auch Patricia teilte die Begeisterung inzwischen“, sagt der Bierbrauer rückblickend.

Bei Meisterschaft an den Start gegangen

Die Ergebnisse ermutigten zum Weitermachen, Entwickeln und zur Teilnahme bei der deutschen Hobbybraumeisterschaft in Stralsund im Oktober 2018, die von der Brauerei Störtebeker ausgerichtet wurde. Zu brauen galt es „Witbier“, ein belgisches Weizenbier, das mit Orangenschalen und Koriander verfeinert wird, so die herausfordernde Aufgabenstellung. „Wir haben uns spontan angemeldet, obwohl wir das Witbier vorher nicht kannten, aber gleich der erste Versuch war gut“, erklären Immo und Patricia Glessinger übereinstimmend.

Bereits ein Wochenende vorher waren sie bei der Gewerbeausstellung in Efringen-Kirchen anzutreffen. Das Schaubrauen mit kostenloser Verkostung von Wit und Pils war ein Erfolg.

Ende 2018 trudelte ein Angebot aus Efringen-Kirchen ein zur Einrichtung einer ehemaligen kleinen Gaststätte als Brauwerkstatt mit Ausschank und kleinen Speisen – dies zerschlug sich aber Anfang 2019 als nicht realisierbar. Und die aus der grundsätzlich erfolgreichen Entwicklung entstandene Idee, im Jahr 2020 das Märkter Milchhüsli zu einer kleinen Brauerei umzubauen, um dann ein Gewerbe anmelden zu können, scheiterte an einem Einspruch. „Wir haben daraufhin beschlossen, weiterhin Hobbybrauerei zu bleiben“, zeigten sich Immo und Patricia Glessinger einsichtig, aber nicht resigniert.

Resigniert haben die Glessingers auch nicht im weiteren Verlauf der von der Corona-Krise geprägten Jahre 2020 und 2021. Während eines Urlaubs am Bodensee im September 2021 besuchten sie die Brauerei „Insel Bier“ auf der Insel Reichenau. „Wir wollten eigentlich nur deren Biere verkosten und verschiedene Sorten einkaufen, doch dann kam alles ganz anders“, wissen beide strahlend zu berichten.

Die Freude ist verständlich, denn Sigrun und Thomas Bundschuh von der Brauerei auf der Insel Reichenau haben vorgeschlagen, das Märkter Grabbe Bräu bei ihnen brauen zu lassen und gemeinsam mit dem „Insel Bier“ im Markgräflerland zu vertreiben.

Internetshop ist geplant

Die Pläne für dieses Jahr sehen weiterhin den Ausbau des Vertriebsnetzes mit Gastronomen, Einzelhandel und Vereinen vor, einen Internetshop sowie Degustationen in Einzelhandel und Gastronomie. Des Weiteren, wenn Corona es zulässt, die Teilnahme an Veranstaltungen oder auch bei Firmenfeiern, Jubiläen und ähnlichem in Deutschland und in der Schweiz.

Weitere Infos und Verkaufspunkte finden sich online unter www.grabbe-braeu.de. Hofverkäufe mit Verkostung und Grillwurst (je nach Corona-Verordnung) an der Rheinstraße 15 in Märkt sind für den 26. Februar und 9. April geplant.

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