Weil am Rhein Von der Seilbahn bis zur Dönerbude

Ines Bode
Mit Eifer bei der Sache (v.li.): Celine und Larissa sowie Milan (mit Wunschliste), June und Marie. Foto: Ines Bode

Beim „Ortscheck“ in Märkt äußerten die jüngsten Bewohner des Weiler Stadtteils ihre Wünsche und Kritik.

Heute sei es ein bisschen wie Weihnachten, gab Ortsvorsteher Stefan Hofmann den jüngsten Märktern beim „Dorfcheck“ zu verstehen: Man dürfe alle Wünsche äußern. Ob sie erfüllt werden, sei indes eine andere Sache. Das ein oder andere Anliegen werde jedoch in Erfüllung gehen, versprach der „Ortschef“, wie Michaela Rimkus, städtische Kinder- und Jugendbeauftragte, ihn kurzerhand nannte.

Verdient Märkt das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“?

Rimkus habe sich offen für die Anfrage des Ortschaftsrats gezeigt, freute sich Hofmann. Dieser habe in Erfahrung bringen wollen, ob Märkt das Prädikat „Kinderfeundliche Kommune“ verdiene. „Wir wollten unser Dorf auch mal checken“. 172 Einwohner unter 18 habe der Stadtteil, hieß es. Zum Streifzug vor Pfingsten fanden sich 25 davon, darunter zwei Jugendliche, ein. Mit dabei waren auch Mitarbeiter der Stadt, der Stadtjugendpflege und der Stadtplanung.

Trinkbrunnen und Wasserpumpe auf dem Spielplatz

Zwei Gruppen machten sich auf den Weg. Sie erkundeten die Nord- und Südseite des Ortes, durften zeigen, wo es im Winter zu dunkel sei, wo Angst aufkomme, wo es etwas zu verbessern gebe. Und nach einer guten Stunde war die Liste lang und zur Auswertung bereit. Einige Kinder trugen ihre Wünsche zaghaft vor, aus anderen sprudelte es geradezu heraus. Der neunjährige Milan hatte seine acht Vorschläge sogar auf einem Zettel notiert: Vom Dorfflohmarkt über die Neupflasterung des Glascontainerplatzes, einen neuen Zebrastreifen am Fischerboot, einen Bäcker, eine Eisdiele, mehr Busverbindungen und mehr Mülleimer auf den Spielplätzen bis hin zu einem Trinkbrunnen sowie einer Wasserpumpe auf dem großen Spielplatz reichten sie.

Die Spielplätze sorgten natürlich für Gesprächsstoff. Ein Mädchen fand die Rutsche zu klein und wünschte sich eine Reckstange. Hofmann erklärte, der Spielplatz an der Halle sei für die Größeren, der Platz nahe des Fischerboots für die Kleinen, dementsprechend sähen die Geräte aus. Warum der Sandkasten immer noch umzäunt sei? Weil er erneuert werde, dies jedoch schon ziemlich lange. Hofmann sagte Verbesserung zu. Ampel und Zebrastreifen waren Thema, „eine Errungenschaft“, und dann stand der Trupp an der Bushaltestelle. Häufig beklagt wurden die wenigen Verbindungen.

Mehr Busverbindungen werden gewünscht

Ein Zehn-Uhr-Bus wäre gut. Oft „hängen wir Großen in der Schule ab und langweilen uns“, weil nur der Sieben-Uhr-Bus fahre, monieren Celine und June. Auch am Weiher hagelte es Ideen. Ein Steg wäre schön, und ein zweiter auf dem zweiten Weiher, ein Boot zum Schippern, ein Barfußweg und für Mountainbikes und ein Pumptrack zum Auspowern. Weitere Wünsche waren schnelles Internet, aber auch Müllsammeln und eine Tütenstation für Hundebesitzer. Letzteres sprach Marvin an.

Nach Weil zum Einkaufen fahren

Er und sein Bruder würden sich um ihren Hund kümmern, erläuterte er. Wenn es einen passenden Bus gäbe, könnte er nach Weil fahren, um einzukaufen, Hundetüten etwa. Auch eine Dönerbude wäre cool und eine Seilbahn zum Durch-die-Luft-schwingen. Eine solche hätten viele kleine Märkter gern, etwa Isabelle. Sogar der Ortsvorsteher, wenn er denn ein Kind wäre. Schmerzvolle Erinnerungen kamen bei ihm hoch: Das Seil seiner Generation seien instabile Efeuranken im Wald gewesen.

Baumhaus und Reckstange

Der Bolz- und Basketballplatz, sachlich betrachtet ein schöner Ort, förderte neue Ideen zu Tage: Büsche schneiden, Platz pflegen, Reckstange, Baumhaus, Spielhaus, Umzäunung und einen Tisch. Hofmann erläuterte, mehrfach hätten Tische gebrannt, daher gebe es nur Bänke, aber er wolle ein gutes Wort einlegen.

Manches dauere zehn Jahre, anderes 25, rief der „Ortschef“ in Erinnerung. Der Radweg zum Beispiel. June und Celine berichten, weil die Straße durch den Wald nach Haltingen dunkel sei und dort Laster „rasen“, müssten sie den Umweg über Eimeldingen nehmen. Den Radweg hätten schon seine Vorgänger gefordert, meinte Hofmann.

Lob für Kandermündung und Stauwehr

Auch die zweite Gruppe um Michaela Rimkus hatte volle Listen: Der Gehweg der Haltinger Straße sei zu schmal, viele Hecken würden wuchern. Baumhaus und Seilbahn am großen Spielplatz wären schön, ein Jugendraum in der Schule, eine Spraywand für Graffitis und mehr. Lob gab es laut Rimkus für die Bereiche Kandermündung und Stauwehr: „Beide Orte werden gern aufgesucht und sind gut ausgestattet." Die Bilanz Hofmanns zur Wunschliste der sechs- bis 15-jährigen? „Unterschiedliche Kinder, unterschiedliche Vorstellungen“.

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