Weil am Rhein Von Grenzen und Potenzialen

Die PV-Anlage auf der neuen Feuerwache am Stuhlkreisel hat eine Leistung von 96 KW. Foto: zVg

Weil am Rhein  - Die flächenarme Stadt Weil am Rhein stößt an ihre Grenzen. Konkret geht es um den Ausbau der Solarenergienutzung. Dass nicht deutlich mehr Strom aus Sonnenkraft ins Netz eingespeist wird, hat verschiedene Gründe: Denkmalschutz, Zurückhaltung von privater Seite oder auch die geringe Fläche der Großen Kreisstadt.

Letztmals ist ein Vergleich der installierten Leistung für die Kommunen für das Jahr 2017 vorgenommen worden. Diese aktuellsten Zahlen zeigen: Weil am Rhein liegt mit 6200 KW (Kilowatt) auf dem zweiten Platz direkt hinter Rheinfelden mit 8600 KW (siehe Grafik), wobei dort die ehemalige Deponie Herten als große Fläche genutzt werden kann. „Unsere Gemarkung gibt das nicht her“, weiß Oberbürgermeister Wolfgang Dietz um das Weiler Potential.

Teils ausgebremst

Von städtischer Seite sind die Verantwortlichen aber auch aus anderen Gründen beim Ausbau teils ausgebremst worden. So sorgt der Denkmalschutz dafür, dass auf dem Dach der Stadtbibliothek keine PV-Anlage errichtet wurde. Bei der Rheinschule gibt es zwar eine Solaranlage, mit der Wasser erwärmt wird, doch eine Photovoltaikanlage ist aufgrund der Dachkonstruktion nicht möglich. „Soweit es mit der Statik der Gebäude vereinbar ist, haben wir alle unsere öffentlichen Gebäude mit PV-Anlagen ausgerüstet“, bilanzierte der OB in seiner Neujahrsrede.

Zweiter Platz im Kreis

Dabei verwies er auch auf die Tabelle der installierten Solaranlagen im Kreis Lörrach, in der Weil den zweiten Platz belegt, wobei hier private und öffentliche enthalten sind. Sieben PV-Anlagen kann die Stadt selbst vorweisen. Die größte stellt mit einer installierten Leistung von 96 KW diejenige dar, die auf dem Dach der neuen Feuerwache ist. Aber auch auf dem Rathaus, dem Kant-Gymnasium, dem OGW und den Jugendzentrum in Haltingen gibt es Anlagen. In die Jahre gekommen ist zudem die Anlage auf der Karl-Tschamber-Schule. Hinzu kommen Anlagen, die städtische Tochterunternehmen wie die WWT oder auch die Woge betreiben.

Neue PV-Anlagen

Bereits eingeplant sind noch zwei weitere städtische PV-Anlagen. Fix ist, dass auf das neue Jugendhaus eine 80-KW-Anlage kommt, die bereits beschlossen wurde. Die Umsetzung übernimmt die „Bürgerenergie Dreiländereck“-Genossenschaft mit Sitz in Rheinfelden und die Stadt will als Betreiber auftreten.

Darüber hinaus gibt es konkrete Überlegungen, auf der neuen Freiluftsportanlage eine PV-Anlage zu installieren, die mindestens 67 KW-Leistung hat, konkretisiert Stadtsprecherin Junia Folk.

Verschiedene Gründe

Die Gartenstadt-Hausflächen sind hingegen aufgrund des Denkmalschutzes außen vor. Das gleiche gilt für die städtischen Gebäude Stapflehus in Alt-Weil oder auch das einige Meter entfernt liegende Alte Rathaus. „Dort wären aber auch keine großflächigen Anlagen möglich“, relativiert Folk das Potenzial.

Generell sei es schwierig, in Weil großflächige Anlagen zu installieren. Noch Potenzial gebe es hingegen für Private, wobei hier teilweise abgewunken wird. Dabei blickt die Stadt sowohl auf die Dachflächen des Kaufrings, der Einkauf-Insel als auch der im Bau befindlichen „Dreiländergalerie“. Entsprechende Gespräche hätten schon einmal stattgefunden. Folk: „Was die Eigentümer daraus machen, liegt nicht in den Händen der Stadt und sie weiß es nicht.“

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