Weil am Rhein Von Logistikflächen bis zum Container-Hotel

Nächste Ausfahrt Weil am Rhein: Viele Betriebe schätzen die geografische Lage. Foto: Marco Fraune Foto: Weiler Zeitung

Der Unternehmensstandort Weil am Rhein ist gefragt. Ausgebremst wird die Ansiedlung von weiteren Betrieben aber einerseits durch die fehlenden Flächen. Auf der anderen Seite winkt der Weiler Wirtschaftsförderer Peter Krause auch aus anderen Gründen bei Anfragen ab, wie der WWT-Chef gegenüber unserer Zeitung erläutert.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Die Anfragen, die bei der Weil am Rhein Wirtschaft und Tourismus GmbH (WWT) zuletzt eingingen, sind sehr breit gestreut. Speditionsbetriebe, Einzelhändler, Dienstleister und weitere Branchen bekundeten in den zurückliegenden Monaten ihr Interesse an einer Ansiedlung auf Weiler Gemarkung.

Kein Autoreise-Center

Als „unrealistisch“ bewertete Krause die Gründung eines Autoreise-Centers in Weil am Rhein, vergleichbar mit dem Autoreisezug in Lörrach. „Zweieinhalb bis vier Hektar wurden angefragt“, erklärt der Wirtschaftsförderer. Flächen, die Weil nicht habe.

Auf 70 000 Quadratmeter hätte auch ein Logistikzentrum entstehen können, wenn es nach dem Interessenten gegangen wäre, ein anderer Logistiker wollte sich mit 20 000 Quadratmetern zufrieden geben. Auch Flächen für Event- und Veranstaltungshallen wurden bei der WWT angefragt.

Verschiedene Anfragen

Negativ beschieden wurde von Krause auch eine Anfrage für 3000 Quadratmeter, auf denen ein Sport- und Freizeitcenter errichtet werden sollte. „Auch dafür fehlt die Fläche“, erklärt Krause. Hinzu komme, dass der Bebauungsplan nicht passt und mit dem Impulsiv schon ein ähnliches Angebot besteht.

Auf der Liste der Absagen finden sich auch mehrere Tankstellen-Betreiber, eine Systemgastronomie mit 1500 Quadratmetern, eine Café-Rösterei mit 150 Quadratmetern, Lagerflächen für eine Hackschnitzelverbrennung, allgemeine Stellflächen oder grundsätzlich Standorte für Vertriebsmöglichkeiten.

Als besonderen Punkt verweist Krause auf ein Container-Hotel, das in Weil errichtet werden sollte. Weder gebe es dafür einen Standort, so der Wirtschaftsförderer, noch habe die Stadt ein Interesse daran – „an hochwertigen Hotels hingegen immer“. Denn bei einem Container-Hotel handele es sich nicht um eine Aufwertung der Stadt.

Preis als Knackpunkt

Der Preis für noch freie Flächen, die auch von Privaten angeboten werden, spielt zudem ebenso eine wichtige Rolle. Unternehmen beispielsweise aus Ostdeutschlang hätten hier unrealistische Vorstellungen. So sei eine großflächige Schreinerei in Weil am Rhein angesichts der Quadratmeterpreise nur sehr schwer wirtschaftlich zu betreiben. Der Quadratmeterpreis liegt laut Krause aktuell für Gewerbeflächen bei 160 Euro. Vor fünf Jahren habe dieser noch im Gewerbepark am Dreispitz bei etwa 140 Euro pro Quadratmeter gelegen. Während auf der Nachfrage-Seite sehr wenig ausgegeben werden soll, gebe es bei den Angeboten auch häufig überzogene Vorstellungen, erkennt Krause ein Missverhältnis.

Dreiländereck ist gefragt

„Mit der Einführung des Euros ging es los, dass die Wertigkeit des Dreiländerecks mit einem Schlag erkannt wurde“, blickt der Weiler Wirtschaftsförderer auf eine mittlerweile 22-jährige Tätigkeit zurück. Als „Quantensprung“ für die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten habe sich in Weil am Rhein dann vor fünf Jahren die Weiterführung der Tram 8 erwiesen.

Ein rückläufiges Interesse bemerkt Krause bei den Anfragen mittlerweile in einem bestimmten Bereich. „Im vergangenen halben Jahr habe ich weniger Anfragen für Einzelhandelsflächen erhalten. Früher wurde von Auswärtigen Weil als goldener Boden gesehen.“ Womöglich würden diese Anfragen nun bei der Cemagg für die „Dreiländergalerie“ auflaufen oder beim „LÖ“-Investor.

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