Weil am Rhein Von Zuständigkeiten und einem Präzedenzfall

Weiler Zeitung, 10.08.2018 19:07 Uhr

Weil am Rhein (mcf). Der Stadtjugendring macht sich für eine Verbesserung der Radwegesituation in Weil stark. So hat die Delegiertenversammlung bereits im Frühjahr beschlossen, die Weiler Stadtverwaltung und den Gemeinderat zu bitten, eine Beleuchtung des Fahrradweges zwischen Dreispitz-Areal und Haltingen zu prüfen, konkret entlang des Radwegs vom Dreispitz über die Kreisstraße, die nach Ötlingen führt und dann auf dem Binzenweg zum Ortseingang Haltingen. Der letzte Austausch zu dem Thema mit der Verwaltung erfolgte laut dem Stadtjugendring-Vorsitzenden Jörg Corsten am 3. Mai. „Wir warten noch auf eine Rückmeldung.“

Der Großteil der Strecke liegt jedoch nicht auf Weiler, sondern auf Binzener Gemarkung, erläutert Erster Bürgermeister Christoph Huber auf Anfrage unserer Zeitung. „Da er sich zudem außerhalb der klassifizierten Ortsdurchfahrt befindet, liegt die Zuständigkeit für diesen Radweg auch nicht bei der Gemeinde Binzen. Damit ist dieser Teil auch zunächst außerhalb der Betrachtung.“

Von der Kreisstraße in Richtung Haltingen bestehe ein Wirtschaftsweg, der für Radfahrer benutzbar ist. „Die Montage einer Straßenbeleuchtung in diesem Bereich hieße jedoch, einen Präzedenzfall schaffen“, unterstreicht Huber. Denn die Stadt Weil habe auf keinem Wirtschaftsweg außerhalb der Bebauung eine Straßenbeleuchtung. Auf Radwegen wie entlang der Römerstraße oder parallel zur B3 von Haltingen am Vitra Campus vorbei zur Bühlstraße seien Straßenbeleuchtungen vorhanden.

Hinzu komme, dass sowohl im Radverkehrskonzept des Landkreises als auch im Radkonzept Velo 2025 der Stadt Weil der Wirtschaftsweg von der Kreisstraße nach Ötlingen in Richtung Haltingen keine Pendlerroute darstellt und damit nicht oberste Priorität genießt. Gemäß den beiden Konzepten soll die aus dem Kandertal kommende Pendlerroute vom Kreisverkehr B3/Kreisstraße Ötlingen/Nordwestumfahrung parallel zur B3 nach Haltigen geführt werden. Die Zuständigkeit hierzu liegt aber nicht bei der Stadt Weil.

Unterm Strich hält Huber fest, dass er Initiativen und Vorschläge aus der Bevölkerung und den Verbänden und Institutionen sehr befürwortet. „Man wird aber dafür Verständnis haben müssen, dass die Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung den Gesamtblick wahren müssen“, erklärt er abschließend.

Auch Corsten weiß um die unterschiedlichen Zuständigkeiten. Doch: „Einerseits ist das natürlich aus Sicht der Verwaltung ein Unterschied, als Bürger erlebe ich jedoch beides als Fahrradweg.“

 
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