Weil am Rhein Vorbereiten auf die Besucher

Günter Endres von der Kinder- und Jugendfarm Sohleck mit einem seltenen Augsburger Hahn. Foto: Marco Fraune

Weil am Rhein - Ruhe herrscht derzeit auf der Kinder- und Jugendfarm Sohleck. „Unter den derzeitigen Bestimmungen der Corona-Verordnung sind Besuche eigentlich nicht möglich“, sagt Farmleiter Günter Endres im Gespräch mit unserer Zeitung. Gewerkelt wird aber trotzdem – wenn auch nur in Kleingruppen.

Zum bisher letzten Mal für mehrere Besucher zugänglich war die Kinder- und Jugendfarm Sohleck im vergangenen Sommer. „Da gab es eine Phase, in der die Zoos und Tierparks wieder öffnen durften“, erinnert sich Endres. Seit Anfang November aber sind Besuche dort nicht mehr möglich.

Nur in Einzelfällen sind Ausnahmen zugelassen: „Wenn ich am Wochenende allein auf der Farm bin, und es kommt eine Familie mit einem Kind vorbei, dann frage ich natürlich, ob dieses die Tiere sehen will“, sagt der Farmleiter. Das sei dann Pandemie-konform, da es sich dabei um zwei Haushalte im Sinne der Corona-Verordnung handelt.

Tiere sind entspannt

Generell aber bleibt es auf dem Gelände ruhig, was den Bewohnern grundsätzlich gut tut. „Die Tiere sind derzeit ganz entspannt, da sie es mit den immer gleichen Bezugspersonen zu tun haben“, schildert Endres seine Eindrücke. In vergangenen Jahren sei es etwa während der Sommerferien mitunter so gewesen, dass manche Tiere sich angesichts der vielen Besucher schon versteckt hätten.

Zu den tierischen Bewohnern der Kinder- und Jugendfarm gehören zahlreiche vom Aussterben bedrohte Rassen wie die Hühnerart „Brakel in Gold“, Aylesbury-Enten, das Augsburger Huhn oder Emdener Gänse.

Alle Sinne ansprechen

Für letztere wurde ein Badeteich angelegt, der von den Tieren auch rege angenommen wird, freut sich Endres. Die derzeitige Zwangspause wird dafür genutzt, sogenannte Erlebnisräume einzurichten. In diesen sollen die kleinen und großen Besucher all ihre Sinne erproben können. „Beim Hören geht es etwa um die verschiedenen Stimmen unserer Tiere“, nennt Endres ein Beispiel.Eine Wachtel hört sich ganz anders an als eine Gans oder ein Huhn. Der Riech- und Tastsinn soll mithilfe von Pflanzen angesprochen werden, indem die Besucher etwa Kräuter befühlen und an ihnen riechen können.

Auch Klangräume mit Windspielen werden derzeit eingerichtet, wobei die Arbeit in Kleingruppen erfolgt. Die jungen Helfer, die etwa im Rahmen eines Praktikums auf die Farm kommen, treffen sich zu zweit oder zu dritt mit dem Farmleiter. „Wir haben ein recht großes Gelände, daher lassen sich die Abstände gut einhalten“, sagt Endres.

Zugleich sehnt er sich danach, wieder Besucher empfangen zu können: „Wir können uns nur darauf vorbereiten, zum Erlebnis wird all das erst, wenn wieder Leute kommen dürfen.“

Finanziell ohne Druck

Seit zwölf Jahren gibt es die Kinder- und Jugendfarm Sohleck, die auf der Anlage des Weiler Kleintierzuchtvereins aufgebaut wurde. Der Besuch der Farm ist und bleibt kostenlos, daher sind die finanziellen Auswirkungen der Zwangspause auch gering. „Wenn ein Besucher eine kleine Spende dagelassen hat, waren wir natürlich stets dankbar“, sagt der Farmleiter. „Aber wir haben in finanzieller Hinsicht anders als viele Zoos oder Tierparks keinen Druck.“

Nachwuchs steht an

Bei einigen der Tiere auf der Farm steht demnächst wieder Nachwuchs an. Bis im Mai rechnet Endres mit den ersten neugeborenen Kaninchen. Auch bei den Enten und Hühnern kündigen sich Jungtiere an.

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