Weil am Rhein Warteschlangen und Hamsterkäufe von Klopapier

Das Rhein-Center ist bei Schweizern und Franzosen beliebt. Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein -  Die Region Grand Est und damit auch das Elsass sind am Samstag vom Robert-Koch-Institut zum Corona-Risikogebiet erklärt worden. Das hat Folgen auch für den Handel in Weil am Rhein, wie Rhein-Center-Managerin Alev Kahraman im Gespräch mit unserer Zeitung sagt.

„Seit Donnerstag haben wir deutlich mehr Kunden“, schildert sie ihre Erfahrung der vergangenen Tage. Ein guter Gradmesser für das Kundenaufkommen seien die Warteschlangen vor den beiden Tabak-Shops im Rhein-Center, diese seien „überdimensional lang gewesen“, sagt Kahraman. Gerade am Freitag hätten überdurchschnittlich viele Kunden das Einkaufszentrum in Friedlingen besucht.

Grenzschließung vermeiden

Wie viele davon aus dem Elsass gekommen sind, wird nicht ermittelt. Aber das Rhein-Center werde aufgrund seiner grenznahen Lage von vielen Kunden aus der Schweiz und aus Frankreich genutzt, sagt Kahraman. Daher hofft die Center-Managerin darauf, dass eine Grenzschließung wie im Frühjahr vermieden werden kann. „Als die Ländergrenzen zu Frankreich und der Schweiz dicht waren, haben wir erst im Nachhinein nach der erneuten Grenzöffnung Mitte Juni gemerkt, was in dieser Zeit an Umsatz gefehlt hat“, erinnert sie sich.

Es gelte abzuwarten, wie sich die Lage in Frankreich, das gerade eine zweite Pandemie-Welle mit stark ansteigenden Infektionszahlen erlebt, weiter entwickelt. „Es ist natürlich ein Glück, dass bisher noch alle Kunden bei uns einkaufen können“, sagt sie.

Preis-Leistung sei stimmig

Auch aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses werde das Rhein-Center von Schweizern und Franzosen besucht. „Ich werde nie das Bild eines Geschäftspartners aus der Schweiz vergessen, das dieser uns während der Grenzschließung geschickt hat“, sagt Kahraman. Darauf sei zu sehen gewesen, dass man für einen bestimmten Betrag in der Schweiz einen Einkaufskorb, in Deutschland aber einen Einkaufswagen füllen könne.

Dass Klopapier in der Corona-Zeit ein begehrtes Gut ist, das hat die Center-Managerin nach dem Frühjahr auch jetzt wieder beobachtet. So sei dieses aufgrund großer Nachfrage und wegen „Hamsterkäufen“ mitunter ausverkauft.

Maskenpflicht verinnerlicht

Die Maskenpflicht sei mittlerweile von den Menschen verinnerlicht worden. „Wir haben am Haupteingang einen Maskenverkaufsstand, falls sie tatsächlich einmal jemand vergessen haben sollte“, legt Kahraman dar. Auch in vielen der Geschäfte im Inneren des Rhein-Centers sind Mund-Nasen-Masken erhältlich.

Während es in der ersten Phase der Corona-Pandemie im Frühjahr gerade bei Schweizern hier häufig Diskussionen gegeben habe, da in vielen Kantonen der Schweiz zu diesem Zeitpunkt noch keine Maskenpflicht beim Einkaufen bestanden hat, sei dies mittlerweile kein Thema mehr. „Die militanten Maskengegner lassen sich an einer Hand abzählen“, schildert Kahraman die derzeitige Situation.

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