Weil am Rhein Weilstraße wird Nadelöhr

Die Wiesebrücke wird saniert. Eine Behelfsbrücke für Radler und Fußgänger soll es während der Arbeiten geben. Foto: Saskia Scherer

Weil am Rhein - Die Sanierung der Weilstraße auf Riehener Seite wird für Fußgänger, Radfahrer, Busfahrgäste oder auch Autofahrer aus Weil am Rhein und Lörrach einige Unannehmlichkeiten mit sich bringen. Ab Montag bis womöglich ins nächste Jahr können sich die Arbeiten hinziehen. Bei der grenzüberschreitenden Abstimmung gab es gehörige Defizite, wie Erster Bürgermeister Christoph Huber im Bauausschuss kritisierte (siehe nebenstehenden Bericht).

Ab dem Grenzübergang in Alt-Weil bis zur Wiesebrücke sollen in verschiedenen Bauabschnitten neue Wasser- und Glasfaserleitungen verlegt werden. Auch die Wiesebrücke selbst werde saniert, erklärte Markus Rotzler, Weils Leiter der Abteilung Verkehr und Tiefbau, die eidgenössische Maßnahme. Die Arbeiten erfolgen hier unter einer Ampelregelung, da nur noch eine Fahrspur dann zur Verfügung steht. Dies bedeutet zugleich: Diese grenzüberschreitende Verbindung wird zum Nadelöhr.

Rückstaus nach Alt-Weil

Während Autofahrer auf die Zollfreie Straße ausweichen können, müssen Fußgänger, Radler oder auch die Busfahrgäste sich hier teilweise in Geduld üben. Rückstaus bis in den Ort hinein prognostizierte Rotzler angesichts der längeren Strecke, die nur einspurig mit der Ampelregelung überwunden werden kann, womit längere Rotphasen zwangsläufig sind. „Es ist eine relativ lange Baustelle, die sich auf Weiler Seite bemerkbar machen wird.“

Daher werden auch die Anwohner auf der deutschen Seite bis zum Grenzacher Weg noch informiert, kündigte Huber an. Der Erste Bürgermeister geht davon aus, dass die 6/16-Linie hier ebenfalls Schwierigkeiten haben wird, die Takttreue einzuhalten.

Die Baumaßnahme soll in verschiedenen zeitlichen Etappen umgesetzt werden. Bis Mitte April sei der nördliche Gehweg an der Reihe, danach der südliche. Flussabwärts von der Wiesebrücke werde es eine provisorische Brücke für Radler und Fußgänger während der Gesamtdauer der Maßnahme geben. Stets bleibe es bei einer einspurigen Fahrspur für den motorisierten Verkehr.

Nach Mai ist dann die Fahrbahn an der Reihe, wobei dies bis Anfang August erfolgen soll. Die Sanierung der Brücke werde je halbseitig vorgenommen. Abschließend ist der nördliche Gehwegbereich mit den Anschlüssen an die Wiesebrücke zum Radweg nach Lörrach und Basel an der Reihe. Geplant ist, dass die Straßen-Deckschicht im Herbst aufgebracht wird. Sollte das Wetter nicht mitspielen, könnte dies erst im Frühjahr erfolgen, so Rotzler.

Foege: Verpasste Chance

SPD-Stadtrat Johannes Foege, stark engagiert bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, bedauerte, dass die Planung nicht mit Weil abgestimmt wurde. Schließlich sei die Stadt stark betroffen. Verpasst worden sei damit, dass ein Anschluss des Radwegs vom Mühlenrain zum Naturbad angestoßen wurde. Auch die Velofahrt unter der Wiesebrücke sei nicht als Option weitergedacht worden. „Es ist eine verpasste Chance, eine gute Lösung zu finden.“

Weil am Rhein (mcf). Deutliche Defizite bei der aktuellen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sieht Erster Bürgermeister Christoph Huber. So hatte er sich schon im November wegen der im Raum stehenden Baumaßnahme Weilstraße (siehe nebenstehenden Bericht) an Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde gewandt – ebenso wie an das Lörracher Rathaus. Hubers Ziel war, dass Weil, Lörrach und Riehen vom Kanton Basel-Stadt informiert werden und sich abstimmen können. Eine Terminkoordination durch Wilde sei aber versandet.

Beim Ersten Bürgermeister brach sich im Bauausschuss am Dienstagabend seine Ernüchterung hinsichtlich der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Bahn. Man könne das nicht nur auf die Pandemie schieben, vielmehr müsse man sich wieder darauf besinnen, was die Region einmal ausgezeichnet habe. „Ich wünschte mir mehr Austausch.“

Das gelte auch auf deutscher Seite mit der Stadt Lörrach, die er hinsichtlich der Möglichkeit einer gemeinsamen Stromkonzession kontaktiert habe. „Die E-Mail ist bis heute nicht beantwortet.“

Manche Dinge seien unbefriedigend und würden ihn auch sprachlos zurücklassen, pflichtete er Johannes Foege (SPD) bei. Für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit fehlten derzeit handfeste Bauprojekte wie vor einigen Jahren die Tram 8. So würden Bauprojekte die Menschen in den Verwaltungen mehr zusammenbringen als nur Planungsprojekte.

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