Weil am Rhein Stadt nennt weiter keine Infizierten-Zahl

Auch die Spaziergänger im Dreiländergarten hielten gestern Nachmittag Abstand. Foto: Alexander Anlicker

Weil am Rhein -  Wie viele Coronavirus-Infizierte gibt es in Weil am Rhein? Eine Antwort auf diese Frage bleibt die Stadtspitze schuldig. Das Ausscheren des Lörracher Oberbürgermeisters aus einer eigentlich vereinbarten Kommunikationspolitik, sei „nicht verständlich“, heißt es im Weiler Rathaus.

Zurückhaltende Infos in Einklang mit Landkreis und den meisten Gemeinden

Als ein Grund für die Zurückhaltung führt das Rathaus auf Anfrage unserer Zeitung an, dass in der Information über Zahlen vor Ort „kein Mehrwert für den gesundheitlichen Schutz der Bürger“ zu sehen sei. Zudem soll damit laut den Ausführungen vermieden werden, dass Rückschlüsse auf die Betroffenen gezogen werden können.

Die Informationspolitik der Stadt Weil am Rhein decke sich mit der des Landkreises und dem größten Teil seiner Städte und Gemeinden.

Ausscheren der Stadt Lörrach für Dietz "nicht verständlich"

„Dass die Stadt Lörrach hier nun völlig unerwartet einen Paradigmenwechsel durchzieht, von dem alle anderen Beteiligten zudem aus den Medien erfahren müssen, ist nicht verständlich“, heißt es in der Weiler Rathaus-Stellungnahme. Auf die Linie, keine Zahlen zu nennen, hätten sich Landrätin Marion Dammann, die Oberbürgermeister sowie die Bürgermeister und -meisterinnen bereits vor einer Woche „im persönlichen Austausch und nach ausführlicher Abwägung“ verständigt.

Nicht nur die Stadt Lörrach folgt nicht mehr dieser Maxime. Auch Zell im Wiesental, Grenzach-Wyhlen und Schopfheim geben laufend Zahlen bekannt. „Wir können die Kommunikationspolitik nicht vorschreiben, von uns gibt es nur die Empfehlung“, erklärte gestern Kreis-Sprecher Torben Pahl. OB Wolfgang Dietz halte sich mit seiner Kommunikationspolitik an diese. Dass das nicht durchweg der Fall ist, werde Thema in weiteren Gesprächen sein.

Rechte der Betroffenen schützen

Für den Landkreis stehe fest: „Es gilt, die Rechte der Betroffenen zu schützen.“ Daher würden nur die Landkreis-Zahlen genannt. Eine Unterscheidung der angehörigen Kommunen sei „schwierig“, also die Festlegung einer Einwohnerzahl, ab wann eine Anonymität und damit eine Wahrung von Persönlichkeitsrechten erfolgen kann. „Wir informieren als Landkreis aber so transparent wie möglich“, verweist Pahl auf die tägliche Mitteilung der Infiziertenzahl im gesamten Kreis.

Im Weiler Rathaus wird auch betont, dass man in dieser besonderen Lage sehr darum bemüht sei, keine Alleingänge zu machen, sondern darauf bedacht sei, sich mit Blick auf die sich ständig ändernde Situation im engen Austausch mit dem Landratsamt und den anderen Kommunen zu bleiben. Damit wolle man das vermeiden, was derzeit entstehe, „ein Flickenteppich an Informationen, über den die Bevölkerung sich nur wundern kann“, sagt Stadt-Sprecherin Junia Folk.

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