Weil am Rhein Wie die Autorin Sylvia Smuda die Corona-Zeit erlebt

Unter dem Titel „Corona“ hat die Weiler Autorin Sylvia Smuda ein Tagebuch veröffentlicht. Foto: Saskia Scherer (Archiv)

Weil am Rhein - Unter dem Titel „Corona“ hat die Weiler Autorin Sylvia Smuda ein Tagebuch veröffentlicht. Bisher ist es ausschließlich als E-Book erhältlich. Darin beschreibt sie die ersten 50 Tage der Corona-Pandemie.

Allerdings nicht ab Tag eins, sondern ab dem Zeitpunkt, als sie für sich selbst feststellte: „Da geschieht etwas, das ist etwas Historisches“, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet. „Es war am 20. März, als sich die Infiziertenzahl von einem Tag auf den anderen um 3000 Personen erhöht hat. Diesen Sprung fand ich erschütternd“, erinnert sie sich. Also beschloss sie, diese Zeit schriftlich festzuhalten.

In den Einträgen beschreibt sie, was sie jeden Tag privat erlebt und wie die Einschränkungen sich auswirken – beispielsweise die Abstandsregeln. „Ich wohne in einem Haus mit acht Parteien und war auf dem Weg in den Keller, als mir eine andere Bewohnerin entgegen kam. Ich ging dann wieder nach oben, so dass sie an mir vorbeigehen konnte, und in diesem Moment kam eine dritte Person aus ihrer Wohnungstür. In dieser Situation im Flur haben wir uns gefragt: Was machen wir jetzt?“

Des Weiteren schildert sie unter anderem, wie sie sich selbst eine Maske genäht hat, aus einer alten Serviette und einem zerschnittenen Staubsaugerbeutel. Diese kam so gut an, dass eine Nachbarin gleich nachfragte, ob Smuda ihr ebenfalls eine nähen könnte.

Kleine Auflage soll gedruckt werden

Die Autorin lebt in Alt-Weil nahe der Grenze. „Die Treffen der Menschen diesseits und jenseits des Zauns fand ich sehr eindrücklich.“ Die Situation in Weil am Rhein sei eine besondere. „Hier sammele ich grenznahe Erlebnisse. Würde ich in Frankfurt wohnen, wären es sicher ganz andere Erfahrungen“, ist sie überzeugt.

Auf die Idee zu ihrem neuen Buch kam sie auch, weil sie allgemein gerne Tagebuch schreibt und dies früher jahrzehntelang regelmäßig tat. Auch jetzt notiert sie noch wöchentlich ihre „Corona-Erlebnisse“, die sie zum Teil auf ihrem Blog auf ihrer Homepage veröffentlicht. Dort befindet sie sich mit ihren Aufzeichnungen nun bei Tag 90. Die Autorin hält in ihren Tagebucheinträgen auch viele Zahlen fest, die sie zum Teil erschüttern.

Es ist übrigens ein zweiter Teil in Buchform geplant – nach 100 Tagen. Eventuell will Smuda dann auch eine kleine Auflage des Buches drucken lassen.

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