Weil am Rhein Wie stark wird Umfahrung genutzt?

Wie viele Autos schon jetzt auf der Nordwestumfahrung unterwegs sind, soll eine Zählung zeigen. Foto: Marco Fraune Foto: Weiler Zeitung

Wie stark wird die neue Nordwestumfahrung Haltingen schon jetzt genutzt? Biegen die Autos in Richtung Festhalle ab? Und kommt es tatsächlich zu einer Verkehrsentlastung des Haltinger Ortskerns? Erste Antworten darauf soll eine Verkehrszählung bringen.

Von Marco Fraune

Weil am Rhein. Die allgemeine Bewertung der Nutzung der Nordwestumfahrung ist subjektiv. Eine objektive Herangehensweise wird in einem ersten Schritt ermöglicht, indem man die Autos und Lastwagen erfasst. Genau das will die Stadt vor April tun. Diese Zählung sei aber eine „Momentaufnahme“, heißt es gegenüber unserer Zeitung.

Denn auch den Verkehrsplanern und der Rathausspitze ist bewusst, dass die neue Umfahrungsstraße erst einmal bekannt werden muss und als neuer Verkehrsweg in die Köpfe der Kfz-Nutzer muss. Fachleute gehen sogar davon aus, dass eine neue Straße in der Regel ein Jahr benötigt, um ins Gesamtverkehrssystem eingebunden zu sein. Dann erst ist die Rede von verlässlichen Zahlen.

Nichtsdestotrotz bemüht sich die Stadt, erste objektive Anhaltspunkte zu erhalten. An vier Stellen soll daher die Verkehrszählung erfolgen. Im Haltinger Ortskern geht es um eine gewünschte geringere Zahl auf der B 3. An der neuen Nordwestumfahrung wird an drei Stellen erfasst, wie viele Autos und Laster entlang fahren: kurz nach der Ausfahrt aus dem B3-Kreisverkehr in Richtung Rheinvorland, einmal vor der Abzweigung am Eimeldinger Weg sowie einmal noch vor der Abzweigung vom Märktweg. Außerhalb der Ferienzeit erfolge dies – und das vor Mitte April.

Denn ab dann steht die Sperrung der Unterführung Heldelinger Straße in Haltingen an. Als Folge müssen viele der Verkehrsteilnehmer eine Umleitung fahren. Diese führt auch über die Nordwestumfahrung, womit es bei einer Zählung zu deutlichen Verzerrungen bei den Zahlen kommt, also der eigentliche Fluss nicht abgebildet wird. Der erste Eindruck der Stadt-Verantwortlichen ist: „Die Straße wird rege genutzt, vor allem von Lastwagen“, erklärt Rathaus-Sprecherin Junia Folk.

Ein Schild und die deutsche Bürokratie

Wer von Binzen über den Kreisverkehr in Richtung Nordwestumfahrung abbiegt, muss aktuell von der neuen Straße wissen. Denn eine Ausschilderung am Kreisverkehr fehlt bislang. Bei diesem aufwändigen Verkehrsprojekt sei dies untergegangen, entschuldigt die Stadtsprecherin und bittet die Bürger um Nachsicht. „Es ist einfach durchgerutscht.“

Von heute auf morgen sei die Aufstellung des neuen Verkehrsschilds auch nicht möglich, heißt es. So kann die Stadt nicht einfach ein Schild aufstellen, da es sich um eine Bundesstraße handelt. Und dies wiederum erfordert eine Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Freiburg, was aktuell stattfindet. „So schnell steht ein Schild nicht“, weiß auch die Stadtsprecherin um die Mühlen der deutschen Bürokratie.

Wer über Google beispielsweise die Route von Binzen ins Rheinvorland auswählt, bekommt die neue Verkehrsführung angezeigt. Sukzessive werde dies auch bei den weiteren Anbietern von Navigationsdienstleitungen der Fall sein, prognostiziert die Stadtsprecherin.

Dem Bau der Nordwestumfahrung zu Grunde liegt jedenfalls der Planfeststellungsbeschluss 2006, nach dem es zu einer Entlastung der B 3 um insgesamt 6000 bis 7000 Fahrzeuge täglich kommt, also um 25 Prozent der hier fahrenden Autos und Lastwagen.

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