Weil am Rhein Wieder Leben in den Gasträumen

Unter anderem im „Rebstock“ in Haltingen konnte gestern schon wieder gespeist werden. Foto: zVg

Weil am Rhein - Die Restaurants dürfen seit gestern wieder ihre Pforten öffnen. Wir haben uns bei verschiedenen Weiler Gastronomen umgehört, wie sie die notwendigen Sicherheitsauflagen umsetzen, damit der Betrieb wieder anlaufen kann.

Unter den Weiler Restaurants, die wieder geöffnet haben, ist etwa der „Hebelhof“. Es herrscht Maskenpflicht beim Betreten der Gaststätte und beim Gang zur Toilette, auch die Servicekräfte tragen einen Mund-Nasen-Schutz sowie Handschuhe. Um den Mindestabstand zu gewährleistern, werden die Sitzplätze anders verteilt und Tische frei gelassen, berichtet Sabine Grether, die Frau von Wirt André Walther, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Hinein in den Gastraum geht es vom Garten aus, der Ausgang befindet sich auf der Vorderseite. „So dass die Gäste sich nicht in die Quere kommen.“ Ansonsten gilt: Hände waschen und desinfizieren.

„Die Leute wollen kommen“, weiß Grether, die ersten hätten sich schon angekündigt. „Und wir freuen uns, es waren lange acht Wochen.“ Die Gäste müssen beim Restaurantbesuch Namen und Adresse hinterlassen, damit im Fall der Fälle die Infektionskette nachvollzogen werden könnte.

Auch der „Rebstock“ in Haltingen hat wieder geöffnet. „Der erste Gast ist da“, freute sich Inhaber Peter Biechele gestern um die Mittagszeit. Dort gibt es ebenfalls einen separaten Eingang und Ausgang. „Außerdem haben wir unsere Speisekarten verkleinert, damit man nicht blättern muss.“ Diese wurden laminiert, so dass sie abwischbar sind. Es werden keine Weingläser eingedeckt und keine Servietten gefaltet. Es gibt mehrere Desinfektionsstellen, und Schilder weisen auf die Auflagen hin. Biechele sei sehr stolz auf sein Team. „Es wird unermüdlich organisiert.“ 

Das Take-Away-Angebot wird übrigens beibehalten, ebenso wie bei einigen anderen Gastronomen.

Pro Tisch darf nur eine Person bedienen. Vor der Bestellung müssen die Gäste mithilfe von Vordrucken der Registrierungspflicht nachkommen. „Sonst können wir sie nicht bedienen.“ Es wird nur jeder zweite Tisch eingedeckt, um den Abstand zu wahren. „Das größte Problem ist aber, dass nur Angehörige aus zwei Haushalten zusammensitzen dürfen“, klagt Biechele. So müsse er etwa Stammtische abweisen. „Das bricht mir das Herz.“ So könnten Gäste nicht kommen, die eigentlich wollen.

Das habe natürlich auch finanzielle Auswirkungen. Des Weiteren sei noch kein Kurzarbeitergeld für den April geflossen. „Ich habe auch von Kollegen gehört, bei denen die Einmalzahlung zur Unterstützung noch nicht eingegangen ist. Da hatten wir Glück.“ Aber er habe auch Verständnis. „Da gibt es ja tausende Anträge zu bearbeiten.“

Das „Crea’tif“ hat seit heute wieder geöffnet. Inhaber Alberto Civico regelt den Mindestabstand ebenfalls dadurch, dass weniger Gäste gleichzeitig kommen können. „Wir nehmen sie außerdem in Empfang und geleiten sie zu ihrem Tisch.“ Wer sich im Gastraum bewegt, muss eine Maske tragen, die Bedienungen ebenso.

Die Gäste könnten zwar auch spontan kommen, wenn etwas frei ist, aber Reservierungen würden grundsätzlich empfohlen. „Wir haben ja hauptsächlich einen Mittagstisch und vergeben die Tische auch nur für jeweils 50 Minuten.“ Anschließend gebe es einen Puffer von zehn Minuten, in denen Tische und Stühle desinfiziert und so für die nächsten Restaurantbesucher vorbereitet werden. Er habe auch schon einige Reservierungen erhalten, freut sich Civico.

Im „Galileos“ wurden laut Inhaber Ali Arslan einige Tische entfernt, andere werden mit „Reserviert“-Schildern freigehalten, so dass genügend Abstand zwischen den Gästen besteht. Auch Arslan hält Desinfektionsmittel bereit. Wer sich im Gastraum bewegt, muss seine Mund-Nasen-Maske aufsetzen. Außerdem müssen Name und Anschrift hinterlassen werden.

„Wir würden uns nach den Einbußen schon wünschen, dass alles wieder normal läuft und wir alle Plätze besetzen können“, meint Arslan. „Aber wir werden das Beste daraus machen.“ Man freue sich, die Stammgäste wiederzusehen. Für die ersten Tage würden bereits Reservierungen vorliegen. „Bei vielen ist die Neugier groß, andere sind noch skeptisch“, meint Arslan.

Eineinhalb Meter Abstand sind zwischen allen Tischen im Altweiler „Schwanen“, so dass die Gäste nicht zu dicht aufeinander sitzen. Seit gestern kann dort wieder gespeist werden. Die Speisekarten wurden laut Wirt Stephan Ritter laminiert, Desinfektionsmittel steht zur Verfügung. Auch Ritter weist darauf hin, dass Gäste nicht bewirtet werden dürfen, wenn sie keine Kontaktdaten angeben wollen.

Die ersten Reservierungen seien eingegangen, aber grundsätzlich nicht nötig. „Man kann auch spontan kommen, allerdings gibt es keine freie Platzwahl, die Tische werden durch uns zugeteilt.“ Dafür werden die Gäste am Eingang in Empfang genommen.

Der „Hirschen“ in Haltingen will ab Donnerstag, 21. Mai, wieder Gäste empfangen – vorerst ausschließlich im Hirschengarten, sagt Wirtin Svenja Marx. Dafür mussten einige Tische gerückt werden. Es gibt Speisen vom Grill, allerdings nicht als Buffet, um die Kontaktpunkte zu verhindern.

Das sommerliche Konzept sei natürlich wetterabhängig, soll aber nun ein paar Wochen so beibehalten werden. Voraussichtlich ab Juli wird auch wieder der Innenraum geöffnet, dann sollen zudem À-la-carte-Bestellungen möglich sein. „Wir wollen nun einmal sehen, wie es anläuft und freuen uns, wieder Gäste zu empfangen.“

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