Weil am Rhein Wo die Kirche auf die Zukunft trifft

Weil am Rhein - Schon seit einem Jahr war für den 24. Juni ein Studientag von CVJM Baden und dem Netzwerk Churchconvention geplant – zu den Gestaltungsmöglichkeiten und Herausforderungen für Kirchengemeinden und Jugendarbeit. In Zeiten von Corona fand dieser nun als „Hybrid-Studientag“ statt. Ein Austragungsort war gestern die YChurch in Weil am Rhein.

Ursprünglich war die Veranstaltung im Schloss Unteröwisheim geplant. Stattdessen haben sich 65 CVJM-Sekretäre, Pfarrer und Gemeindediakone aus ganz Baden in einer Videokonferenz ausgetauscht.

Gleichzeitig gab es lokale „Hotspots“, an denen sich unter Einhaltung der Hygienevorschriften kleine Gruppen persönlich trafen, so eben auch im Gemeindehaus der Johannesgemeinde. „Uns war wichtig, gemeinsam auf die Suche zu gehen, wie Kirche und CVJM in und nach der Krise weiter gestaltend tätig sein können“, meinte der Lörracher Pfarrer Markus Schulz. An den Gesprächen nahmen auch Oberkirchenrat Matthias Kreplin von der Badischen Landeskirche und CVJM-Landesjugendpfarrer Matthias Kerschbaum teil.

Durch Corona-Krise relativ schnell ausgebremst

In der neu entstandenen YChurch arbeiten Kirche und CVJM eng zusammen, gestalten Traditionelles neu und experimentieren mit frischen Formen von Glauben und Kirche. Hauptverantwortlich sind dort die CVJM-Sekretäre Kathrin Husser und Jonathan Grimm. Im November wurden die beiden ins Amt eingeführt – und durch die Corona-Krise relativ schnell wieder ausgebremst. „Vor Corona gab es nach den Gottesdiensten immer ein Essen, weil wir auch Gemeinschaft schaffen wollen“, blickte Husser zurück. Nun stehe während der Feiern aber die Kirchentür offen, um die Leute anzuziehen. „Hier soll man willkommen sein.“

Wie die Gottesdienste jetzt laufen, müsse man sehen. „Vielleicht müssen wir unser Konzept auch noch einmal ändern“, erklärte Husser. Auch Open-Air sei eine Möglichkeit. „Wir befinden uns eben in einem Spannungsverhältnis wegen der Hygienevorschriften. Wir sind vorsichtig.“ Wo die Politik vorsichtig sei, sei die Kirche noch vorsichtiger, ergänzte Schulz. „Wir wollen kein Risiko eingehen“, meinte auch er. „Es kommen eben doch eher ältere Menschen zu den Gottesdiensten“, hat die CVJM-Sekretärin beobachtet. „Auch, weil die Jungen niemanden gefährden wollen.“

In Zukunft in die Stadt hineinwirken

Die Verantwortlichen der YChurch in Weil am Rhein wollen in Zukunft aber auch mehr „in die Stadt hineinwirken“ und ihr Netzwerk ausweiten. Angedacht ist etwa eine Zusammenarbeit mit der Schallbacher „Schall- Werk­Stadt“, um Theologie und Musikband-Arbeit zu verbinden. „Wir haben schon viele Kooperationspartner und sind in vielen Netzwerken. Die YChurch soll sich multiplizieren.“ Eines soll sich bemerkbar machen: „Hier sind Weiler drin.“ Das sei spannend. „Es gibt hier noch Leute aus der Johannesgemeinde und jene, denen wir als CVJM eine Heimat geben wollen.“ Man verstehe sich als Gastgeber. „Wir wollen unterschiedliche Leute abholen, aber keinen Mittelweg finden, sondern etwas Neues schaffen“, erklärte Husser. Die Älteren würden sich auch schon beheimatet fühlen, hat sie beobachtet. „Wir sprechen darüber und wollen den Visionsweg zusammen gehen.“

Ein Ziel des Studientags lautete laut Schulz, Hilfe in der Krisenzeit zu bieten, und zwar, indem man sich gegenseitig berät und sich austauscht. Deshalb wurde nach verschiedenen Impulsen in Kleingruppen zusammengearbeitet. „Wir wollten den Termin nicht fallen lassen“, erläuterte der Pfarrer. „Es gibt gemeinsame Ideen und es wäre schade, wenn wir nicht näher zusammenkommen.“ Denn es war das erste Mal, dass solch ein Studientag von CVJM und Churchconvention stattfand.

„Ich finde es unglaublich bestärkend“, sagte Husser. „Es sind ganz viele andere da und nun profitieren wir von dem Netzwerk und dem Erfahrungsaustausch. Wir sind ein junges Projekt und müssen darüber reden und verbunden sein. So finden wir auch raus, was wir vielleicht noch gar nicht bedacht haben.“

Die YChurch in der Johannesgemeinde verfügt über keinen eigenen Pfarrer, sondern die beiden CVJM-Sekretäre sind verantwortlich. Es ist das erste und einzige Modell dieser Art in Baden.

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