Weil am Rhein Wo Räbwälle Dekorations-Hits werden

Weiler Zeitung

Von Walter Bronner

Räbwälle heißen auf gut Alemannisch die geschnürten Bündel von kurz geschnittenem Rebenreisig. Gut getrocknet waren sie früher das ideale Material, um den Holzherd, Kachel- oder Backofen anzuheizen. Heutzutage werden sie auch noch gerne zum Anfeuern offener Kamine genutzt. Andere Verwendungsmöglichkeiten sind für konservative Alemannen kaum vorstellbar. Für die kreativen Damen des Lions-Clubs Weil am Rhein aber schon.

Weil am Rhein. Bei ihrem Basteltag im Packraum der Firma Dermata in Märkt dienten die akkurat gleichmäßig geschnürten Bündel als Basis für vorweihnachtliche Dekorelemente, die mit weiterem Zierrat versehen als aparter Blickfang etwa vor der Haustür oder auf dem Fenstersims platziert werden können.

„Die Idee dazu haben wir aus dem Internet“, erklärt Präsidentin Marie-Claude Schmitter. Es sei nämlich das Bestreben der Lions, an ihrem Benefiz-Weihnachtshof jedes Mal etwas originelles Neues anzubieten. Die Verkaufsaktion zugunsten verschiedener sozialer Projekte der Lions findet dieses Jahr zum dritten Mal und wie bisher wieder im Hof des Weinguts Schneider statt. Dort hat der ambitionierte Freundeskreis Ende November wieder seine Verkaufsstände aufgebaut. Und da gibt es neben besagten Räbwälle noch viel anderes Hübsches und Nützliches, was an diesem Kreativtag in Märkt gefertigt wurde.

Etwa massive Holzsterne, die ein Männerteam mit präziser Routine aus Baumscheiben aussägte, nebst kleinen Glückssternchen aus Holz und anderen Materialien, etwa aus Porzellan oder Papier, letztere kunstvoll in Origamitechnik gefaltet. Es wurde konzentriert und zielstrebig gewerkelt an diesem Basteltag, dessen Resultate am Schluss dann als imponierende Kollektionen vielerlei Geschenkartikel zur vorläufigen Lagerung im handlichen Transportbehältnissen verstaut und gestapelt wurden.

Da waren etwa die vielen lustigen Erdnuss-Anhänger, die ein Mutter-Kind-Duo mit Sorgfalt geklebt hatte. Oder die nach Patchwork-Art aus bunten Reststoffen genähten und mit Kissenfüllung gepolsterten Mini-Tännchen, die ebenfalls als Neuheit im Angebot enthalten sind. Mini-Tännchen gab es natürlich auch als Laubsäge-Arbeiten. Die eigneten sich übrigens wunderbar als ergänzendes Dekor für die Räbwälle. „Wenn diese Deko-Kombination dann ihren Zweck erfüllt und ausgedient hat, kann sie auch noch verheizt werden – das wäre dann doppeltes Recycling“, gibt die frühere Präsidentin Sabine Theil zu verstehen.

Als dekorative Nützlichkeiten präsentierten sich am Basteltag die von weiteren kreativen Damen mit Hand- und Fußpeeling befüllten Weckgläser. Deren Inhalt ist natürlich nach eigener Rezeptur gemixt, bei ersteren mit Mandarin, die zweiten mit Rosmarin. Auch hausgemachte Entspannungsbad-Mischungen mit Lavendel-Zusatz und sogar gebrannte Mandeln werden im Weihnachtshof in Weckgläsern angeboten.

Als die zwölf Bastlerinnen und Bastler ihren kreativen Einsatz am späten Nachmittag beendeten, war das weihnachtliche Sortiment noch lange nicht komplett. Da gibt es auch noch bildhübsche Weihnachtskarten, Bleistifte mit weihnachtlicher Verzierung, auch solche in Kombination mit Radiergummi. Sodann Weihnachtpuppen aus Stoff und Portemonnaies aus Wachstuch und anderem strapazierfähigem Textilgewebe nebst dekorierten Salzgläsern. Nicht zu vergessen die vielen Köstlichkeiten, die außerhalb des Basteltags in privaten Küchen und Backstuben gezaubert wurden oder kurz vor dem Aktionswochenende noch produziert werden. Etwa die Tüten mit leckeren Weihnachtskeksen, selbst komponierte Pralinen in Geschenkverpackung, zahllose verschraubte Gläser mit Konfitüren und Chutneys, die einzeln oder im Fünferpack zu haben sind. Nicht zuletzt feine Liköre nach Hausmacherart und geschenkwürdig abgefüllt.

Außerdem will das Hilfswerk des Lions-Clubs mit kulinarischen Gaumenfreuden verschiedener Art seinem Namen alle Ehre machen am letzten November-Wochenende. Das Angebot reicht da von Winzerwürsten und Gutedel-Rahmsuppe nach Art des gastgebenden Weinguts über Crêpes, Kaffee und Kuchen bis zu Winzersekt und Winzerglühwein, inklusive die Weine des Hauses und verschiedene alkoholfreie Heiß- und Kaltgetränke. „Wir hoffen natürlich auf schönes Wetter, also kalt und sonnig“, das möglichst viel Kundschaft anlocken sollte, gibt die Präsidentin zu verstehen.

Ein weiteres Lockangebot ist bereits auf dem Flyer des Weihnachtshofs in Form einer Christbaumkugel aufgedruckt: ein Wertgutschein von einem Euro für Essen und Getränke. Und sicher verlockend dürften auch die Auftritte von Kindern und Jugendlichen der Weiler Städtischen Sing- und Musikschule sein, die das Geschehen mit weihnachtlichen Melodien begleiten und bereichern.

Besucher des Weihnachtshofs sind Ende November willkommen.

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