Weil am Rhein Wohnbau modernisiert

Das Hochhaus muss in einigen Jahren weichen.Foto: wz Foto: Weiler Zeitung

Weil am Rhein (mcf). Millionensummen enthält der Wirtschaftsplan der städtischen Wohnbau auch für das kommende Jahr. Neu hinzukommen sollen weitere Stellen, wobei auch ein Architekt gesucht wird. Auf den ersten Blick ins Zahlenwerk plant die Wohnbau zwar weniger Geld in die Instandsetzung der insgesamt mehr als 1000 Wohnungen zu investieren, doch durch den erfolgten Aufbau eines Regiebetriebs mit Maler, Gipser und Elektriker werde über einen anderen Haushaltsposten sehrwohl weiter der Bestand in Schuss gehalten. Genau auf diese Botschaft legte auch Oberbürgermeister Wolfgang Dietz im Finanzausschuss am Montagabend wert: „Es ändert sich nichts an der Modernisierung, sondern diese erfolgt nur über einen anderen Weg.“

Hochhaus weicht

Zwar wird an der August-Bauer-Straße noch kräftig gebaut, aber eine ähnlich hohe Investition ist schon in Sichtweite. So soll für den Rückbau des Hochhauses Liegnitzer Weg 8 sowie die Neugestaltung und den Neubau im Jahr 2022 mit der Planung begonnen werden, also fallen die entsprechenden Kosten in Höhe von erst einmal 300 000 Euro an. „Es gibt dafür noch keine konkreten Ideen.“ Heiler rechnet mit einem Mammutprojekt, das mit der August-Bauer-Straße vergleichbar sei. Bis zum tatsächlichen Bau werde das Eigenkapital nicht so hoch sein, das Vorhaben allein damit bestreiten zu können.

Heiler hatte außerdem schon dem Aufsichtsrat vor Ort dargestellt, dass eine Zwischenmiete in den nächsten acht bis neun Jahren, also bis das Hochhaus abgerissen wird, nicht möglich ist. Dies hatte UFW-Stadtrat Andreas Rühle als Möglichkeit ins Spiel gebracht, um die Erlöse durch die Mieteinnahmen zu steigern. „Das Innenleben lässt eine kurzfristige Vermietbarkeit nicht zu.“ Da die freien Wohnungen noch saniert werden müssten, würden die Ausgaben höher als die Einnahmen ausfallen. „Das amortisiert sich nicht.“ Vielmehr ist Heiler froh, wenn sukzessive das Hochhaus von weniger Mietern bewohnt wird. Die Wohnbau schaffe ja an anderer Stelle in der Stadt neue Wohnungen, sah Martin Fischer (Grüne) dies nicht als Problem an.

Personal und Finanzen

Deutlich schwieriger wird es nach Einschätzung von Bürgermeister Rudolf Koger, einen Architekten zu finden. Ein solcher soll den Geschäftsführer Andreas Heiler entlasten. Bei Wohnbau-Unternehmen in dieser Größe sei dies auch üblich. Zur Stärkung des Personalkörpers zählen noch drei weitere neue Stellen.

Die Gesellschaft plant für 2021 einen Jahresüberschuss von 120 000 Euro. Dazu tragen gestiegene Mieterlöse bei, wobei mehr Zinsen und mehr Lohn gezahlt werden muss. Die Investitionen belaufen sich auf 14,8 Millionen Euro, davon 1,9 Millionen für die Instandsetzung. Weitere 6,5 Millionen Euro werden für das Neubauprojekt an der August-Bauer- Straße/Gustave-Fecht-Straße fällig. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2021 (Haus 3) und den Sommer 2021 (Haus 4) geplant. Der Neubau von zwei Modulhäusern in Otterbach schlägt mit knapp vier Millionen Euro zu Buche, wobei Heiler hier noch auf den Gemeinderat setzt, da der Bebauungsplan nach dem Wunsch der Wohnbau verändert werden soll (wir berichteten).

Heiler geht von einem „soliden und guten Jahresüberschuss“ bis 2025 aus. Auch das kam im Ausschuss gut an. Laut Rühle handele es sich um gute Zahlen, die aus einer guten Arbeit in den vergangenen Jahren resultierten. „Gute Sache, es läuft“, konstatierte auch Fischer. „Es wird so viel renoviert und saniert wie lange nicht mehr“, lobte außerdem Thomas Harms (FDP).

Weil am Rhein (mcf). Die städtische Wohnbau setzt ihren Bestand in Stand, modernisiert, stockt Gebäude auf und baut neu.

Modernisiert wird besonders in der Breslauer Straße 25, wo für die Flur- und Elektrosanierung rund 1,8 Millionen Euro vorgesehen sind, der Umbau des Eingangsbereichs und die Erweiterung sollen hier 2024 erfolgen (Kostenpunkt: 760 000 Euro), im gleichen Jahr ist auch die energetische Sanierung mit 1,5 Millionen Euro eingeplant, sowie eine Aufstockung mit Kosten von 900 000 Euro.

Schon im nächsten Jahr ist zudem eine Aufstockung des Gebäudes Bühlstraße 19 vorgesehen, was mit 780 000 Euro hinterlegt ist. Im Jahr 2023 sollen die Breslauer Straße 21 und 23 saniert werden.

Neu gebaut wird im zweistelligen Millionenbereich an der August-Bauer-Straße (Kosten allein für 2021: 6,5 Millionen) sowie in Otterbach (3,9 Millionen). Auch das Hochhaus Liegnitzer Weg 8 ist auf dem Radar (siehe nebenstehenden Bericht).

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