Weil am Rhein Zahlreiche Bürger noch ohne QR-Code

Zoë Schäuble
 Foto: pixabay/viarami

Weil am Rhein - Seit der Nachweis für die Impfung gegen Covid-19 nur noch mit einem QR-Code – ausgedruckt oder in der App – möglich ist, ist der Ansturm in den Weiler Apotheken für die Ausstellung des Zertifikats hoch. Auch mit gefälschten Impfpässen werden die Apotheker konfrontiert.

Mit der neuen Corona-Verordnung ist der gelbe Impfpass seit dem 1. Dezember nicht mehr als Nachweis, beispielsweise für den Zugang zu einer 2G- oder 2G-plus-Veranstaltung, ausreichend. Wie bereits im Sommer sind auch jetzt die Weiler Apotheken mit der Ausstellung der digitalen Zertifikate beauftragt.

„Obwohl eigentlich seit Monatsbeginn alle mit dem QR-Code ausgestattet sein sollten, ist der Ansturm unverändert hoch. Und das schon die ganze Woche“, berichtet Gülsen Özer, Inhaberin der Stadt-Apotheke. Am vergangenen Samstag erst habe ihr Team rund 90 Personen das digitale Zertifikat ausgestellt. „Leider blockiert das System immer wieder und verweigert den Zugang.“

Es sei wohl überlastet, vermutet Özer, die für den gesamten Vorgang mit der Prüfung des gelben Impfpasses, der Erstellung des Zertifikats sowie gegebenenfalls dem Einpflegen des QR-Codes im Smartphone des Kunden rund eine halbe Stunde benötigt. „Manche Kunden können die Wartezeit nur schwer nachvollziehen“, bedauert die Apothekerin.

Fast täglich gefälschte Impfpässe

Nahezu täglich werden Özer und ihren Kollegen gefälschte Impfpässe vorgelegt. „Wir sind schockiert, wie viele Fälschungen im Umlauf sind.“ Fliegt der Betrugsversuch auf, wird sofort die Polizei hinzugezogen. „Das ist eine zusätzliche Belastung für uns“, stellt Özer klar. Ihr sowie ihrem Team sei es das Wichtigste, einwandfreie Arbeit zu leisten. „Aber“, betont die Apothekerin, „sicher kann man nicht alle Fälschungen erkennen.“

Mit dem QR-Code sollen es Impfpass-Fälscher zwar schwerer haben, wie Gesundheitsminister Manfred Lucha jüngst darlegte, allerdings besitzt nicht jeder ein Smartphone mit entsprechender App.

„Gerade die älteren Kunden haben oft keines“, weiß der Inhaber der Haltinger Markgräfler-Apotheke, Peter Schiffmann. Alternativ könne man aber einfach den QR-Code, der als Ausdruck ausgehändigt wird, passend zuschneiden und das Papier mit sich führen, erklärt er.

In Haltingen habe man sich unter anderem aufgrund der häufigen Fälschungen darauf verständigt, dass das digitale Zertifikat nur beim jeweiligen Hausarzt ausgehändigt wird. „Immer wieder hört man, dass das System zur Ausstellung der Zertifikate über Apotheken gehackt wurde.“

System oft überlastet

Annette Böss, Inhaberin der Park-Apotheke, ist seit dem neuen Erlass durchgehend mit der Ausstellung der digitalen Nachweise beschäftigt. „Wir werden überhäuft mit Anrufen und die Kunden müssen zeitweise ziemlich lange warten.“ Auch sie klagt über die Störungen des Portals, mithilfe dessen die QR-Codes erstellt werden können. „Aktuell erhalten wir andauernd Meldung, dass der Zugang überlastet ist.“ Dennoch reißt der Kundenstrom nicht ab. „Noch längst haben sich nicht alle den QR-Code ausstellen lassen“, vermutet die Apothekerin.

Böss sieht sich in der Pflicht, auf diesem Weg ihren Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu leisten. „Wenn das System aber weiterhin so stockt, stehen uns noch einige unbequeme Tage bevor.“

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