Weil am Rhein Ziel: Kostenloses W-Lan für alle Weiler

Die vier Vorstandsmitglieder des neuen Vereins Freifunk Dreiländereck (von links): Tilo Levante, Bernd Kalbfuß-Zimmermann, Rüdiger Lorenz und Markus Siniawa mit einem Router. Foto: Adrian Steineck Foto: Weiler Zeitung

Von Adrian Steineck

Weil am Rhein. Der jüngste Spross in der regionalen Vereinsszene und doch schon ein kräftiges Pflänzchen: So lässt sich die Geschichte der Interessenvereinigung Freifunk Dreiländereck zusammenfassen. Ziel des seit Ende März bestehenden Vereins ist es, ein flächendeckendes Bürgernetz aufzubauen und damit eine kostenlose W-Lan-Abdeckung in Weil zu garantieren.

„Das Bürgernetz soll unkommerziell, für alle sozialen Schichten zugänglich, unzensiert und im Besitz der Gemeinschaft sein“, umriss Markus Siniawa beim Stammtisch des Vereins dessen Intention. Siniawa ist eines von vier Vorstandsmitgliedern; mit ihm gehören Tilo Levante, Bernd Kalbfuß-Zimmermann und Rüdiger Lorenz der Vereinsleitung an.

Dass mit der Idee des Bürgernetzes offenbar ein Nerv getroffen wurde, zeigte die Resonanz beim jüngsten Stammtisch. So zählt der Verein derzeit 16 Mitglieder, Interesse hatten gleichwohl mehr als 40 Besucher aus dem Markgräflerland, Frankreich und der Schweiz. „Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freute sich Levante, der in Grenzach-Wyhlen für die FDP im Gemeinderat sitzt.

Wer beim Bürgernetz mitmachen möchte, kann über den Verein einen Freifunk-Router zum Preis von 20 Euro beziehen, den er an den eigenen W-Lan-Router anschließt. Flugs verbreitet er das notwendige Signal und wird zu einem Knotenpunkt im Bürgernetz. Und davon gibt es bereits einige: „Im vergangenen halben Jahr haben wir 120 Knoten aufgestellt“, sagt Levante und zeigt auf einer im Internet einsehbaren Karte deren Verbreitung. So ist Grenzach-Wyhlen schon gut mit kostenlosem W-Lan versorgt, und auch in Weil gibt es mindestens sieben Knotenpunkte. Neben je zweien im Schutzacker und bei der Rollsporthalle des RSV befindet sich einer in der Innenstadt, einer in der Schillerstraße und einer zwischen Hauptstraße und Hinterdorfstraße. „Wir hoffen, dass wir nach und nach die ganze Hauptstraße abdecken können“, sagt Siniawa.

Für den Nutzer fallen keine weiteren Kosten an. Auch kann jeder Anschlussinhaber das Netzwerk problemlos mit anderen teilen. Denn die sogenannte Störerhaftung, die besagt, dass der Anschlussinhaber für Rechtsverstöße haftet, die ein anderer Nutzer über seinen Anschluss begeht, wird technisch umgangen.

Bei aller Zensurfreiheit aber soll das Bürgernetzwerk nicht zum rechtsfreien Raum verkommen. „Alles, was rechtlich erlaubt ist, ist bei uns möglich“, sagt Siniawa. Wer gegen Recht verstößt, ist auch im Bürgernetz nicht willkommen.

Gerade den sozial Schwachen soll das Netzwerk zugutekommen. „Wir möchten gezielt Flüchtlingswohnheime und soziale Einrichtungen unterstützen, denn was gibt es für solche Menschen wichtigeres, als mit ihrer Familie in der Heimat zu kommunizieren“, legt Siniawa dar. Auch Städte und Kommunen können Unterstützer werden, indem sie in öffentlichen Gebäuden Freifunk-Router aufstellen.

Freilich soll mit dem Bürgernetz nur die Grundversorgung sichergestellt werden. „Wir bieten keine Infrastruktur an, sondern versuchen, die vorhandene ungenutzte Bandbreite zu teilen“, sagt Levante. HD-Fernsehen auf dem Großbildschirm wird nicht möglich sein, wohl aber, E-Mails oder Fahrpläne zu checken.

Die monatlichen Kosten von 300 Euro, etwa für die Serverwartung, werden von einigen Mitgliedern privat getragen. Hier setzt man längerfristig auf Sponsoren. Ebenfalls angedacht ist es, mit Hilfe von Workshops technische Berührungsängste abzubauen. „Wir hoffen, dass mit unserem Projekt die Region noch stärker zusammenwächst“, sagt Siniawa.

u  Weitere Infos unter www.freifunk-3laendereck.net

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