Weil am Rhein Zurück zu alter Stärke

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Die Weiler VHS wird im Sommer in ihr angestammtes Domizil zurückkehren. Foto: Saskia Scherer

Das am 28. Februar beginnende neue Semester der Volkshochschule wartet mit einem Programm auf, das insgesamt 342 Bildungsangebote unterbreitet, darunter etliche neue Kurse.

Weil am Rhein (hf). Bereits im zu Ende gehenden Herbst-/Wintersemester habe man die Zahlen, die vor der Pandemie registriert worden waren, wieder erreicht, berichtet VHS-Leiter Tom Leischner, der am Mittwoch das letzte Programm unter seiner Verantwortung präsentierte. Bekanntlich wechselt er zum 1. April nach Lörrach (wir berichten noch).

Elf Integrationskurse

Der stärkste Bereich bleiben die Integrationskurse: Elf laufen derzeit semesterübergreifend parallel. Auch eine Kinderbetreuung konnte inzwischen in Kooperation mit dem Familienzentrum Wunderfitz eingerichtet werden. Vielen geflüchteten Müttern ist erst dadurch die Kursteilnahme möglich. Koordinatorin Luigina Pinna erhielt mit der neu eingestellten Marianna Cortazzo Unterstützung.

Auch im sprachlichen Bereich bleibt die VHS stark aufgestellt. Kurse in Italienisch, Spanisch, Französisch, Englisch und Deutsch sind gleichmäßig gut nachgefragt. Zusätzlich gibt es ein Angebot zum Erlernen der arabischen Sprache sowie einen Alemannischkurs mit Erhard Zeh.

Vortrag auf Italienisch

Als Besonderheit kündigt Leischner einen Vortrag über den Barockmaler Caravaggio an, den der Experte Guido Giovannini in italienischer Sprache halten wird. Schon einmal hatte man ihn zu Gast, damals ging es um Leonardo. „Von der italienischen Gemeinschaft wurde das Angebot super angenommen“, berichtet Leischner. Deshalb gibt es nun sogar ein zweites Angebot, in dessen Rahmen sich Giovannini – natürlich ebenfalls auf Italienisch – den großen Künstlern des 20. Jahrhunderts widmet.

Live-Vorträge im Internet

Ins vierte Semester geht die Reihe „vhs-wissen.live“, die es Interessierten ermöglicht, sich kostenlos online in Live-Vorträge von namhaften Referenten – darunter der bekannte Klimaforscher Mojib Latif – einzuklinken.

Ein weiterer bekannter Name kommt persönlich nach Weil: Hamed Abdel-Samad wird am 4. Mai im Theater am Mühlenrain aus seinem Buch „Islam – eine kritische Geschichte“ lesen.

Beim Spielen lernen

Im Bereich Kultur und Gestalten hofft der VHS-Leiter, dass diesmal die Kurse „Lebendiges Erzählen“ sowie „Zeit zum Schreiben“ genügend Teilnehmer finden. Ob Gesellschaftsspiele zum Bildungsauftrag einer VHS gehören – diese Frage stellt sich für Leischner nicht. „Beim Spielen lernt man mehr als beim Büffeln“, ist er überzeugt. Deshalb nahm er neben den etablierten Bridge-Kursen nun auch „Spielend Doppelkopf lernen“ ins Programm auf.

Raum für Ungewöhnliches

„Malzeit“ – unter diesem Titel gibt „Eigengewächs“ Markus Klein-Gunnewyk, der einst über einen VHS-Kurs Albert Bürgins seine Liebe zur Malerei entdeckte und von dem das Titelmotiv des neuen Programmhefts stammt, einen kreativen Workshop. Dass im Programm auch Raum für Ungewöhnliches ist, zeigt ein neuer Kurs in japanischer Bambus-Malkunst.

Auf Bewährtes setzen

Wie im kreativen Bereich, so gilt auch bei den Gesundheitsangeboten: „Wir setzen die bewährten Kurse, die fast alle voll sind, fort“, so Leischner. Auch der Kurs Klima-Fit, den die Teilnehmer mit einem Zertifikat verlassen, wird fortgesetzt. Eine der größten Erfolgsgeschichten, das Repair-Café, das im Dezember zum 50. Mal öffnete, geht in die nächste Runde.

Praktische Infos vermittelt auch der neue RVL-Mobilitätskurs. Eine Fachkraft des Regionalen Verkehrsverbunds Lörrach bringt Licht ins Dunkel des Tarif- und Zonendschungels und demonstriert anschaulich, „wie man eine Fahrkarte am Automaten löst“.

Leischner kann auf einen Pool von 160 Dozenten zurückgreifen, der aber eine Lücke aufweist: Dringend suche man eine Lehrkraft für einen Deutschkurs, der sich an Zugezogene richtet, die keine Flüchtlinge sind. Auch über neue Dozenten für Gebärdensprache, Mathematik (Vorbereitung auf die Realschulprüfung) sowie für Gymnastik und Yoga würde er sich freuen.

Mehr digitale Tafeln

Die digitale Infrastruktur wird 2023 erheblich verbessert. In größerem Stil sollen so genannte Whiteboards angeschafft werden, die sowohl als Tafeln, als auch als Beamer oder Bildschirm genutzt werden können.

Gebühren neu kalkulieren

In seinen elf Jahren als VHS-Leiter in Weil musste Leischner die Gebühr von drei Euro je Unterrichtseinheit noch nie erhöhen. Das anstehende Semester dürfte nun aber das letzte sein, für das dieser Tarif gilt. Die Gebühren werden derzeit nämlich im Hinblick darauf, dass in zwei Jahren für viele Kurse Umsatzsteuer abgeführt werden muss, neu kalkuliert.

Zurück ins alte Domizil

Sicher ist, dass die Volkshochschule nach Abschluss der Brandschutzmaßnahmen im Haus der Volksbildung und im Kant-Gymnasium im Sommer wieder in ihr angestammtes Domizil zurückkehren wird.

Ob dies auch alle Kurse tun werden, ist aber noch offen. Denn einige fühlen sich in ihren Übergangsquartieren sehr wohl.

Im Herbst 2022 fanden exakt so viele VHS-Kurse statt wie im Herbst 2019, nämlich 326. Mit 3736 Teilnehmern wurde die Zahl von 2019 sogar überschritten, als die VHS insgesamt 3549 Menschen erreicht hatte. Im neuen Programm sind nun 342 Angebote angekündigt. Es bleibe abzuwarten, wie viele davon auch tatsächlich über die Bühne gehen können, meint VHS-Leiter Tom Leischner.

Zum Stadtführer ausbilden

Auch die Stadtführer sind wieder mit einem neuen Programm am Start. Sie wollen zudem mit einem Ausbildungskurs neuen Interessenten das Rüstzeug vermitteln, dem Kreis beizutreten. Der Kurs zur Nachwuchsgewinnung startet am 1. März.

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