Weil am Rhein Zwischen Rambler und Ballerina

Sabine Theil (Dritte von rechts) wusste allerhand über die Rosen im Schlössli-Garten zu erzählen. Foto: sc

Weil am Rhein - Hinter dicken Mauern verbirgt sich der märchenhafte Garten des Altweiler Schlössli. Im Rahmen des „Tags der offenen Gartentür“ (wir berichteten) hatten Interessierte die Möglichkeit, dieses einzigartige Kleinod zu bestaunen. Zu einer von Sabine Theil angebotenen Rosenführung kamen mehr als 50 Besucher.

Der Rosengarten von Renate und Erich Ludin, die das Erbe des ehemaligen Schlösslibesitzers, August Enderlin, bewahren und pflegen, gilt als Unikat von stiller Schönheit und lebendiger Natur. Die Eigentümer gewährten am Pfingstmontag den Blick auf die prächtigen, zum Teil historischen Rosen.

400 Pflanzen, davon 100 verschiedene Rosensorten, finden sich in dieser besonderen grünen Insel, über der ein zarter Rosenduft schwebt. Viele der Rosen sind gleichzeitig „Bienenweiden“ für die 16 Bienenvölker, die Erich Ludin besitzt. Aber auch Wildbienen finden im „Schlössligarten“ ihre Heimat, erklärte Sabine Theil den Besuchern.

Empfangen wird der Besucher von einer Reihe Stamm-Rosen, den Mirado-Stämmchen, die in kräftigem Rosé bis Pink blühen. Das Himmelsauge, die Lieblingsrose von Renate Ludin, versprüht einen extremen Duft. Daneben, fast stachellos, leicht duftend, gedeiht die 2004 gezüchtete Schultheis vom Rosendorf Steinfurt, die es liebt im Halbschatten zu wachsen.

Von pink bis tief rot

Einmal blühend präsentiert sich die May Queen stark duftend an einem Rosenbogen mit ihren zartrosa Blüten. Sabine Theil wusste von jeder Rose zu berichten. Zartrosé, pink, tief rot, die Blüten, als Busch, an die Mauer gepflanzt oder an einem Bogen rankend, stehen in voller Pracht. So auch die wetterunempfindliche Chevy Chase. Drei Pflanzen wachsen in unmittelbarer Nähe zueinander, und die Massenträger empfangen den Betrachter mit üppigen, samtig pink-roten Blüten.

Beachtlich präsentieren sich die Rambler, das sind Rosen, die an und in die Bäume hinein wachsen. Bis zu zehn Meter hoch können solche Pflanzen werden. Allerdings brauchen sie einen starken Baum, der ihnen Halt gibt. Der Anblick der Rosen, wie sie um und in den Baum hineinwachsen, erinnert an zwei Verliebte, die sich zärtlich umarmen.

Paul’s Himalayan oder Lykefund, was so viel wie Glücksfund bedeutet, sind solche beeindruckenden Rambler. Die älteste Züchtung aus dem Jahr 1583, die historische Versi-Color, eine rosé-pink leuchtende Bienenweide, wurde vor zehn Jahren zur Weltrose gekürt.

Verschiedene Düfte

Dazu kommen Ballerina, eine historische britische Züchtung, graziös mit moschusartigem Duft, daneben eine blaustichige Rose, die den Duft von Veilchen verströmt, dann wieder die Königin von Dänemark, eine rosafarbene historische Kaskadenrose, um nur einige zu nennen.

Sabine Theil begeisterte mit ihrer Führung die Rosenliebhaber sichtlich. Die Besucher durften anschließend den von Renate Ludin aus der Rose Luise Odier gewonnenen Rosenlikör kosten und den Garten nochmals in aller Ruhe betrachten.

Den informativen Rosenspaziergang bereicherte das Flöten-Ensemble „Rägeboge“, in dem sich musikbegeisterte Flötistinnen aus der ganzen Region zusammen gefunden haben.

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