Wieden Durchbruch endlich geschafft: eine Bewitterung des Besucherbergwerks Finstergrund ist gesichert

Verena Wehrle
Der Durchbruch im Stollen 4 ist nach sieben Jahren gelungen. Foto: Martin Wietzel/Martin Wietzel

Nach sieben Jahren harter und durchaus lebensgefährlicher Arbeit haben es die Bergmänner von Wieden geschafft: Sie sind im Stollen 4 am Ende des Gangs angelangt. Damit ist eine Bewitterung des Besucherbergwerks Finstergrund gesichert.

„Glückauf, es ist geschafft!“, freut sich Martin Wietzel, einer der Vorsitzenden des Bergmannsvereins Wieden. Die Bergmänner haben den Durchbruch geschafft und sind an Ende des Bruches im Finstergrundstollen 4 angelangt.

„Ein Durchkommen ist nun möglich. Hinter dem Bruch wunderbare Schönheiten im Berg, ein wunderbares Gefühl, nach so vielen Jahrzehnten der erste Mensch an einem solchen Ort zu sein“, beschriebt Wietzel.

Frischluft sichern

Im August 2016 hatten die Bergmänner mit der Aufwältigung des Stollen 4 begonnen, um längerfristig die Frischluftzufuhr für das Besucherbergwerk zu sichern. Denn der Wetterstrom aus dem Stollen 1 war durch verschüttete Löcher bereits fast zum Erliegen gekommen. Nun ist es geglückt: Die Bewitterung ist gesichert.

Großes Risiko für Arbeiter

Doch das ganze Projekt war kein leichtes Unterfangen, wie Wietzel betont, und stets mit einem großen Risiko für die Bergmänner verbunden. Denn der damals eingestürzte Stollen musste freigelegt und die Felswände mit Leitplanken gesichert werden.

In Abstimmung und mit Betriebsplaneingabe beim Landesamt für Geologie und Bergbau (LGRB) Freiburg konnte die Vorgehensweise abgestimmt und geplant werden. Die nicht ungefährliche Tätigkeit konnte unfallfrei bewerkstelligt werden, freut sich der Vorsitzende.

Insgesamt ist der Stollen von seinem Zugang bis zum Flussspatgang 290 Meter lang. Die ersten 27 Meter wurden mit einem Kettenbagger freigelegt.

Nach 42 Metern folgte der erste Bruch – also eine Stelle, wo der Stollen eingestürzt war. Dieser Bruch war rund sechs Meter lang und hatte viel Zeit von den Bergmännern beansprucht, die sich einmal wöchentlich abends trafen,um in mehreren Stunden den Stollen freizulegen.

Riesige Herausforderung

„Bei Meter 82 folgte der mächtige zweite Bruch, welcher uns sehr viel Zeit und auch Material abverlangte“, erzählt Wietzel. Bis zu Meter 98 wurde dieser zweite Bruch aufgewältigt und ein Hohlraum von rund 98 Kubikmeter mit speziellem Bergbauschaum gefüllt.

Insgesamt hatten die Arbeiter des Bergmannsvereins Wieden seit 2016 rund 1250 Leitplanken in dem Ausbau eingebracht – eine beachtliche Leistung. Das Ende des Bruches ins Bergesinnere wird aktuell noch gesichert. Zum Schutz wird hier der Ausbau bis ins feste, selbsttragende Gebirge durchgeführt.

Der Ausbau in Zahlen

Es gab 102 Ausbaue, je Ausbau mit einer Länge von rund acht Metern. Das ergibt insgesamt Ausbaumaterial von über 800 Metern Länge.

Wichtig für die Bergmänner war bei dem jahrelangen Einsatz der Schlepper, speziell für die Arbeit unter Tage. Mit ihm konnte man einen Großteil der Bruchmasse aus dem Berg fahren.

„Die Wetter haben sich nun eingestellt“, freut sich Martin Wietzel. Bei 35 Metern im Berg fanden die Bergmänner im Januar erste Eiszapfen vor.

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