Wieden Ein ganz spezieller Weihnachtsbaum

Vor dem von den Neubulachern gestifteten Tannenbaum: (von links) Landesvorsitzender Christian Proß, Bürgermeisterin Annette Franz, Landrätin Marion Dammann sowie das Vorstandstrio Peter Wegstroth, Martin Wietzel und Clemens Jäger. Fotos: Paul Berger Foto: Die Oberbadische

Die Feier zu Ehren der heiligen Barbara, wie sie alljährlich in der Bergwerksgemeinde Wieden begangen wird, fördert nicht nur Tradition und Brauchtum, sie schafft auch freundschaftliche Verbindungen unter den bergmännischen Vereinen.

Von Paul Berger

Wieden. So durfte Clemens Jäger vom Vorstandsteam des Bergmannsvereins Wieden in diesem Jahr neben Landrätin Marion Dammann auch Bürgermeisterin Annette Franz sowie den baden-württembergischen Landesvorsitzenden Christian Proß und Abordnungen zahlreicher Vereine und Knappschaften in Wieden willkommen heißen. Bei dem Fest, das von der Bergmannskapelle Wieden und dem Gesangverein musikalisch umrahmt wurde, trafen sich Delegationen aus dem Erzgebirge, dem Ruhrgebiet sowie aus der Schweiz, dem Elsass und nicht zuletzt die Vertreter des Patenvereins aus Buggingen.

Christian Proß und seiner Bergmänner aus Neubulach hatten einen mit knackigen Würstchen verzierten Weihnachtsbaum für ihre Wiedener Freunde als Geschenk dabei – und dies sorgte für reichlich Aufmerksamkeit, denn die bisher zu diesen Anlass aufgestellten Bäumchen wirkten in der Vergangenheit eher etwas „mickrig“.

Zwar steht das offizielle Gedenken an die Schutzheilige der Bergleute erst am 4. Dezember an. Doch aus terminlichen Gründen hat man dieses Ereignis in Wieden auch in diesem Jahr wieder vorgezogen, da andernorts ebenfalls noch Barbarafeiern anstehen. Dem Festakt in der Gemeindehalle ging der Besuch eines Gottesdienstes in der Allerheiligenkirche voraus, den der Männerchor gesanglich umrahmte.

Seit Jahrhunderten schon verehren die Bergleute ihre Heilige und bauen auf ihre Fürsprache und ihren Schutz. Was für die Menschen „unter Tage“ früher durchaus hilfreich war, wird heute als Tradition gepflegt. Auch der überkommene Brauch, am Barbaratag einen Kirschbaumzweig in eine Vase mit Wasser zu stellen, zählt vielerorts dazu. Wenn die Knospen dann zu Weihnachten blühen, bedeutet dies „Glück im neuen Jahr“, wie Bürgermeisterin Annette Franz berichtete.

Landrätin Marion Dammann lobte das bewundernswerte Engagement der ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „Das Beste, was wir aus der Geschichte lernen können, ist der Enthusiasmus.“ Mit viel Schwung und Einsatzbereitschaft bewiesen die Mitglieder des Bergmannsvereins auch im zurückliegenden Jahr, dass ihnen das Besucherbergwerk am Herzen liegt, wofür ihnen Dammann und Franz ein verdientes Lob spendeten.

Wie von Clemens Jäger und Martin Wietzel zu erfahren war, hat sich im Besucherbergwerk „Finstergrund“ 2019 wieder einiges getan. An bislang 100 Besuchstagen nahmen insgesamt 8300 Personen an den Bergwerksführungen teil. Einen Rekord mit 258 Besuchern gab es am 24. Juli. Für die ehrenamtlich tätigen Führer, die alleine in diesem Jahr 1550 Stunden erbracht haben, war es ganz schön viel Arbeit. Gleiches gilt auch, wie Martin Wietzel berichtete, für die Instandsetzungen und Erneuerungen an der Grube und ihren Einrichtungen. Zählt man alle Einsätze zusammen, kommt man auf die stolze Zahl von 5500 geleisteten Arbeitsstunden.

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